Gemeinderatswahlen 2014; Daniel Rüetschi wählen

Daniel Rüetschi2 Kandidaten haben sich angemeldet für die Ersatzwahlen in den Gemeinderat; FDP und SVP machen den Sitz unter sich aus. Zukunft Suhr und die in diesem Mitte-Links Bündnis zusammengeschlossenen Parteien verzichten. Es geht offenbar Zukunft Suhr nicht darum, um jeden Preis Mehrheiten erringen zu wollen, vielmehr stehen Sachpolitik, die Entwicklung Suhrs, seinen Angeboten an die Einwohnerschaft und die Lebensqualität vor Machtstreben.  Die Zusammenarbeit in der aktuellen Besetzung im Gemeinderat in den letzten Monaten hat sich zu einem konstruktiven Miteinander gewandelt. Zukunft Suhr wird nicht nur in Wahlerfolgen, sondern auch in Sachgeschäften ernstgenommen. Auch war der Gemeinderat wieder in der Lage, mehrheitsfähige Vorlagen vorzulegen und in der (unberechenbaren) Versammlung der 2-3% an Politik Interessierten auch durchzubringen, im Interesse der gesamten Einwohnerschaft, nicht nur der 300 Ortsbürger. So hat Suhr Zukunft, mit Zukunft Suhr, mit dem Einbezug aller Bevölkerungsteile, der Interessen auch aller weniger lang in Suhr wohnhafter Einwohnerinnen und Einwohner.

 

Da macht es dem echo aber Mühe, wenn beide Kandidaten die Zugehörigkeit zur Ortsbürgerschaft als Qualitätsmerkmal in den Vordergrund stellen, als ob dies ein Leistungsausweis wäre. Orstbürger – nur nebenbei – ist man, wenn man den richtigen Namen hat und in Suhr wohnt, wie lange ist egal. Man kann wie Daniel Rüetschi erst wenige Jahre in Suhr wohnen oder wie Daniel Kopp noch nie weg gewesen sein. Wenn sich auch das echo klar für die Kandiatur von Daniel Rüetschi ausspricht, dann nicht weil er zufällig Rüetschi heisst, sondern weil sein Leistungsausweis mehr überzeugt. In vielen Kommissionen und im Verwaltungsrat der TBS hat er seine Umweltkompetenz klar eingebracht, ohne aber die Diskussionsbereitschaft zu verlieren. Es ist denn auch kein Nachteil, nicht immer in Suhr wohnhaft gewesen zu sein und auch Ideen, Lösungsmodelle andernorts erlebt zu haben.

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Tango Korrupti oder Verunglimpfungen statt Sachargumente?

O la la, das muss auch das echo beschäftigen: Hertig Noetzli Architekten haben bereits beim Werkhof einen Projekt-Vorschlag für den Aus- und Umbau einer Gemeindeliegenschaft für die Gemeinde Suhr  erstellt und nun gewinnen sie auch den Studienauftrag für die Sanierung des Schulhauses Ost. Das beschäftigte die FDP Suhr, sie schreibt im SuhrPlus von „nicht nur unschön, sondern unfair“, „Scheinwettbewerb“, „Insiderwissen“, „fehlendem Rückgrat“.

Das ist dicke Post, aber die Frage, warum das Büro, in dem unser Bauvorstand arbeitet, wenn auch nicht als Eigentümer des Büros so doch als Mitarbeiter, mit seinen Projekten in Suhr schon mehr als einmal auf Anklang gestossen ist, muss erlaubt sein. Der Gemeinderat täte gut daran, diese Sache spätestens an der Gemeindeversammlung zu klären, offen, ohne wenn und aber.

Das echo weiss zumindest das: Der Gemeinderat in Suhr ist eine Milizbehörde. Alle, auch der teilamtliche Gemeindeammann haben daneben noch berufliche Aufgaben. Diese können im Interesse der Gemeinde sein, aber auch nicht. Es war bisher klare (bürgerliche) Doktrin, dass auch Selbständigerwerbende und Gewerbetreibende in Suhr in der Gemeindepolitik sollen mitarbeiten können. Das echo hat keine andere Meinung, unser Milizsystem lässt etwas anderes ernsthaft nicht zu. Das echo war und ist bloss immer streng, auf alle Seiten, auch dort wo eigene Leute betroffen sind: Es hat immer verlangt, dass Interessenbindungen, berufliche und familiäre Verflechtungen klar offen gelegt werden, dass Ausstandsregeln strikte beachtet werden. Das echo hat auch nicht geringe Sympathien für die Initiative des jungen SVP-Heisssporns Lukas Reimann auf Offenlegung der Interessenbindungen in der Politik (http://www.unbestechlich.ch/). Das Thema ist nicht nur in Suhr gut im Auge zu behalten.

Schon in den 80er Jahren waren in Kommissionen zur Bau- und Zonenordnung nicht nur der heutige Gemeindeammann als Eigentümer grösserer Gewerbeliegenschaften in Suhr und der Miteigentümer der lokalen Baufirma mitvertreten, sondern der fachliche Beirat machte mit Architekt Hauri ein lokaler Architekt, der das Schulhaus Ost baute und in Suhr ebenfalls diverse Parzellen besitzt. Das war bekannt, unbestritten, wenn auch schon damals nicht immer nur ganz unproblematisch. Damals hat das die FDP Suhr jedenfalls nie gestört. Auch dass damals mit dem Eisenwarengeschäftsbesitzer Robert Jost (SVP) und dem Elektrounternehmer Marcel Kuhn (FDP) gerade zwei lokale Gewerbetreibende im Gemeinderat sassen, die immer wieder bis heute auch mit der Gemeinde geschäfteten hat einzig die SP hie und da zur Einhaltung strikter Ausstandsregeln veranlasst, was dann auch geschah. Sie erinnern sich auch daran, dass das echo im Wahlkampf zwar die familiären Banden der Kandidierenden von „echt Suhr“ aufzeigte, nicht aber weil ein breites familiäres Engagement in der lokalen Politik verpönt oder schlecht wäre, sondern weil es der Transparenz dient, wenn man sich dem bewusst ist. So ist es auch noch heute.

Würde der Verdacht der FDP, dass die massgebenden Regeln nicht mehr eingehalten werden, nur ansatzweise bestätigt….. hätte auch das echo Mühe, und es würde schnell mit der FDP für Ordnung besorgt sein. Wenn es aber wider besseres Wissen(?) [der Gemeindeammann der FDP kennt die Abläufe genau] nur deshalb thematisiert wird, weil sich die FDP nicht mehr auf komfortable Mehrheiten stützen kann, dann kommt wieder der Verdacht auf, dass zumindest einige Personen mit der Wahlniederlage 2009 schlecht umgehen können. Man könnte ja auch inhaltlich diskutieren, wenn man nicht in der Mehrheit ist.

Zu den Projekten des Büros Hertig Noetzli nur noch soviel: Es waren hauptsächlich die Vertreter von Zukunft Suhr, die den Rückzug des Werkhofprojekt dieses Büros ausgelöst haben, massgebend waren dafür die ungünstige Verkehrserschliessung und die Lage des Werkhofprojektes an sich. Niemand hat, nur weil der Gemeinderat von Zukunft Suhr in der Firma des Projektverfassers arbeitet, auch nur ansatzweise daran gedacht, dieses Projekt anders als rein sachlich zu beurteilen. Das wird auch bei der Sanierung des Schulhaus Ost der Fall sein, mit der sich materiell das echo noch nicht vertieft befasst hat. Von der FDP wünscht sich das echo das selbe, eine inhaltliche sachliche Diskussion, ob, wie und wo die Schulbauten erneuert, und ergänzt werden sollen.

Cleantech statt Atommüll

Wasserwirbelkraftwerke statt Tiefenlager; ein Auftrag für die TBS? 

Während dem die NAGRA uns zwischen Suhr und Aarau ein Tiefenlager für Atommüll unterjubeln will, eröffnete Bertrand Piccard kaum bemerkt von der grossen Öffentlichkeit das erste Wasserwirbelkraftwerk in der Schweiz im aargauischen Schöftland an der Suhre (broschuere_-_genossenschaft_wasserwirbelkraftwerke_schweiz_-_gwwk_-_v1.1_20100819). Ein Kleinstwasserkraftwerk, das ohne ökologische Risiken, mit kleinsten Eingriffen in die Natur, die kleinen Gewässer, die den Kanton Aargau, das Wasserschloss der Schweiz, zu hauf durchströmen, zu nutzen vermögen. Es erzeugt den kostbaren Strom, das nicht mehr wegzudenkende Lebenselixier der modernen Welt, bescheiden in der Menge in einer Anlage, aber auch ohne ersichtliche Nachteile. Wer hier schon wieder primär die Risiken, unzulässige Eingriffe in die natürlichen Flussläufe, Probleme für die Fische im Vordergrund sieht, dem muss mit mit dem Energiepionier Piccard gesagt werden, dass gute Ideen noch viele haben, aber die Welt nur von dem verändert wird, der die Idee umsetzt, Widerstände und Hürden überwindet und die ersten Projekte kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert.

An der Suhre, die auch unserer Gemeinde den Namen gab, die sich bei der Badi Suhr mit der Wyna vereinigt und zur Aare strömt, liessen sich gewiss auch in unserem Gemeindegebiet derartige Anlagen bauen. Statt immer in der Schweiz hinzuhalten für den Müll, den Abfall und die Grossrisiken unserer Zivilisation muss der Aargau durchstarten mit innovativen, zukunftsträchtigen Projekten. Clean-Tech, saubere, umweltverträgliche Kleintechnologie gegen Grosstechnologie!

Das ist die Stärke unseres Kantons, eines Kantons voller KMU, eines dezentralen Kantons ohne Grossstädte. Es war die Kleintheaterszene mit Tuchlaube, Claque, Theater Marie etc, die schon in den achziger Jahren des letzten Jahrhunderts dem Aargau auf der Bühne der Schweiz zu Aufmerksamkeit verhalfen; genau so könnte es heute die umweltverträgliche Kleintechnologie sein. Wir wollen kein Atommüll-Tiefenlager in Suhr, wir wollen zwei, drei Wasserwirbelkraftwerke an Suhr und Wyna. Und genau in diese Richtung ziehlt die cleantech-Initiative der SP Schweiz , für die immer noch Unterschriften gesucht werden: Unterschreiben Sie auf dem Talon der SP Schweiz.

Die TBS in Suhr sollen verselbständigt werden, leisten wir uns als Start dazu zwei bis drei Wasserwirbelkraftwerke. Geben wir der TBS diesen Auftrag mit der Verselbständigung ins Pflichtenheft als Bekenntnis für den Weg der öffentlichen Energieversorgung. Nicht die Rechtsform der Energiewerke ist massgebend, sondern die Geisteshaltung, wie Energie erzeugt werden, wem Energie nutzen soll und wer darüber die Entscheidungen fällt. Das muss und wird die öffentliche Hand sein, die Gemeinde, die seit Jahren ein gutes Netz aufzog, ausbaute und unterhielt.

Standortmarketing in Suhr

Der Gemeinderat Suhr beabsichtigt eine Kommission für ein Standortmarketing einzusetzen. Unter anderem der Bahnhof Suhr mit seinem Potential für eine zentral, verkehrsgünstig an Bahnhöfen von SBB und WSB und Bus gelegen mit hervorragenden baurechtlichen Chancen in der Kernzone soll „unter die Leute“ gebracht werden. Das ist gut, gut gemeint, aber veilleicht nicht so einfach. Suhr steht mit dem Wunsch, gute Arbeitsplätze (gemeint sind wohl Firmen mit gutem Wertschöpfungspotential, möglichst vielfältigen Personalbedarf in unterschiedlichen aber eher guten Qualifikationen und ohne grosse Lagerbedürfnisse mit wenig Immissionen) nicht allein da, alle Nachbargemeinden, auch andere Regionen im Kanton und andere Kantone, andere Zentren wollen das selbe. Alle wollen gute Arbeitsplätze haben und dann möglichst die qualifizierten, gutbezahlten Mitarbeiter dieser Betriebe auch als Steuerzahler gewinnen. Da dürfte es schwierig werden, selbst wenn das Angebot Suhrs gut ist.

Die Entwicklungskonferenz des Planungsverbandes hat derartige Fragen und Probleme Ende Februar breit abgestützt diskutiert und allen war dort klar, dass diese Aufgabe nur regional zu lösen ist. Wenn wir es bloss darauf anlegen, einen Betrieb aus einer Nachbargemeinde nach Suhr zu holen, ist das zwar schön, aber wohl kein wirklicher Erfolg. Ein Betrieb aus einem andern Kanton, einer andern Region oder gar aus dem Ausland, wird aber kaum auf ein Angebot aus Suhr warten. Suhr who? wird er fragen, wenn er überhaupt vom „Standortmarketing“ Suhrs je erfahren wird. Suhr hat nicht nur das Bahnhofareal anzubieten, Suhr hat als Gemeinde in der verkehrsgünstig gelegenen Region Aarau auch sonst einiges anzubieten. Bloss wird es ein wirklich externer fremder Betrieb nicht als Angebot Suhrs wahrnehmen, weil für Auswärtige die einzelnen Gemeinden in der Region nicht mehr als selbständige Gemeinden erkennbar sind und auch als eigenständige Gemeinde für anzusiedelnde Firmen keine Bedeutung haben. Für diese Firmen sind die allgemeinen Dienstleistungen des Gemeinwesens wichtiger, gute Infrastruktur, kompetente Ansprechpartner in Behörden und Verwaltung, gute Abgaben- (Strom, Baubewilligungen, Erschliessungsabgabenetc.) und Steuerverhältnisse stehen vor der kommunalen Eigenständigkeit, welche für Firmen generell keine Bedeutung hat. Viel wichtiger ist es für eine Firma mit auch überregionalem Angebot, dass sich ihr Standort auch kommunizieren lässt, dass man den Ort ihres Firmensitzes auch zumindest im nationalen Rahmen kennt, einordnen kann.

Das können wir beklagen, uns dagegen wehren, es negieren. Es wird uns nichts nützen, es ist so. Genau hier lägen Chancen und neue Möglichkeiten in der so wenig geliebten Fusionsdiskussion. Die Zonierung um den Bahnhof und die Verkehrserschliessung verbessern, war richtig und nötig. Daraus aber etwas zu machen, werden wir als Agglomerationsgemeinde Suhr allein nicht können, hier sind weitere Schritte dringend anzugehen.

Voilà

Neuer Rekord für den Aarauer Hauslieferdienst im Jahr 2009. Voilà bringt Ihre Einkäufe aus Aarau bequem zu Ihnen nach Hause. Auch dies eine Dienstleistung, die nicht nur ältere Personen, sondern auch Mütter mit Kinderwagen, Leute ohne Auto sehr zu schätzen wissen. Über 19’000 Aufträge pro Jahr zeigen eindrücklich das Bedürfnis. Und was hat das denn mit Suhr zu tun? Nichts, weil Voilà nur bis an die Stadtgrenze liefert, bis zur Südallee Nordseite, nicht mehr an die Südallee Südseite! Kleinkariert werden Sie sagen, ja, das meint auch das echo und so unverständlich doch nicht: Suhr ist eben nicht Aarau: In Aarau haben sich Gewerbe und Politik für Voilà stark gemacht, hat man etwas riskiert, investiert, hat Strukturen aufgebaut und kann jetzt einen erfolgreichen Hauslieferdienst aufweisen, der vielen eine Erleichterung bei den wöchentlichen Einkäufen bietet, nicht zuletzt älteren Personen länger ermöglicht, in den eigenen Wänden selbständig zu leben. Das Suhrer Gewerbe hätte es in der Hand, hier entweder selber etwas aufzubauen oder aber ernsthaft mit Voilà zu verhandeln, ob, wie und unter welchen Bedingungen eine Ausdehnung nach Suhr möglich wäre. Die Veloachse Bachstrasse würde jedenfalls den Kurieren schnelle und weitgehend gefahrlose Wege nach Suhr bieten. Dass Voilà neu unter der Leitung und Verantwortung der Stollenwerkstatt betrieben wird, könnte eine Chance sein. Suhr müsste aber auch etwas zu bieten haben, sonst wird der neue Stadtteil Rohr wohl schneller von einer Ausdehnung profitieren können als Suhr.

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