Donnerstag, 14. Juni, Gemeindeversammlung; JA zur Abklärungsanalyse über den Zukunftsraum

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Bild aus Mike Müller: „Heute Gemeindeversammlung“

Sie gehen nie an Gemeindeversammlungen? Ausser ins Theater darüber von Mike Müller…

Diese Politik ist doch immer dasselbe…

Auch wer sich schwer tut mit Gemeindeversammlungen, hie und da werden dort Weichen gestellt, die längerfristig ganz wesentlichen Auswirkungen haben: Das Budget und den Steuerfuss, können wir jedes Jahr neu festlegen, neu erhöhen, belassen oder senken. Auch andere Themen sind grundsätzlich in  jeder Gemeindeversammlung wieder neu zu traktandieren. Nicht aber Abklärungen zur Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden über den Zukunftsraum.

Wenn wir NEIN sagen, ist die weitere Mitarbeit von Suhr im Zukunftsraum Aarau zu Ende, die Diskussion darüber über die Chancen und Möglichkeiten wohl für längere Zeit blockiert: Noch nie war die Diskussion um eine Fusion in der Region Aarau so anständig, so gut abgestützt und so weit fortgeschritten. Es liegt zwar in der Natur der Sache, dass es sehr theoretisch ist, dass es etwas schwer vorstellbar scheint  und dass es den Alltag viel weniger prägt als einige meinen. Genau deshalb müssen nun konkrete Fusionsanalysen zeigen, wie das dann beim Wahlmodus, bei der Organisation der Exekutive, bei der Schule, bei den technischen Betrieben etc. aussehen könnte. Hier wird sich denn auch zeigen, ob die Schreckszenarien, die teilweise an die Wand gemalt werden, eintreten können oder eben gerade nicht. Wenn dann das Ergebnis wirklich nicht überzeugt, können, ja müssen wir es am Schluss ablehnen.

Wer sich in den letzten Monaten an den Diskussionen und den breit abgestützten Foren um diesen Zukunftsraum beteiligte, kann jedenfalls nicht mehr behaupten, hier begegne man sich nicht auf Augenhöhe. Schon heute im Leitbild zeigt sich, dass keine Spur von Arroganz der Stadt Aarau erkennbar ist, dass Wahlkreise auch von den andern beteiligten Gemeinden gewünscht und auch eingerichtet werden, dass man auch versucht, positive Elemente aus den Ortsbürgergemeinden zu erhalten und weiterzuführen. Darum steht nun auch die FDP Suhr hinter der Weiterführung des Prozesses. Auch sie will nun die Detailfakten sehen und ausgearbeitet erhalten.

Wer noch immer weitere Analysen verhindern will, steht beim echo im Verdacht, keine Details mehr abklären zu wollen, damit nicht positive Impulse und Chancen erkennbar werden können: Die emotionale Grundhaltung, dass nicht sein kann, was nicht sein darf, ist nicht nur unwissenschaftlich, sondern verhindert auch möglichen Fortschritt.

Also, lesen Sie doch einmal das Leitbild oder blättern Sie es durch. Schauen Sie selber, ob wir uns hier vor weiteren Analysen fürchten müssen oder ob wie hier nicht vielmehr eine Chance packen könnten, das Gewicht unserer Region ganz wesentlich für die Zukunft zu stärken.

Und kommen Sie an die Gemeindeversammlung vom 14. Juni 2018 (und nein es läuft kein wichtiger Fussballmatch an der WM). Es dauert wohl etwa 2 Stunden, und es gibt im Anschluss danach ein Sandwich und ein Getränk und vielleicht einige gute Gespräche darüber, warum sich engagierte Bürgerinnen und Bürger so fürchten vor einer Diskussion über Gemeindezusammenschlüsse. Nur nebenbei: Vor 200 Jahren gehörten Buchs und Rohr zu Suhr, die heutige Gemeindegrenzen waren nicht immer so wie heute, sie wurden von Zeit zu Zeit den gelebten Verhältnissen angepasst; genau das müssen wir heute wieder prüfen!

 

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Noch ist Buchs nicht verloren

perimeter_ar_zra_02-01-904x1024Umzingelt von Aarau und Suhr, mitten im rot schraffierten Bereich der Zukunftsraum Aarau Gemeinden bleibt der Gemeinderat Buchs widerspenstig. Eine Kreisschule mit Aarau, die Technischen Betriebe eniwa als Versorger von Wasser, Strom und Gas und neu auf dem Gemeindegebiet Buchs. Die Badi seit Jahrzehnten mit Suhr, auch Forst, Betreibungsamt und Zivilstandsamt regionalisiert. Was zum Teufel ist in Buchs noch eigenständig, wer wehrt sich hier gegen was?

In den Wahlen haben die Parteien, die für eine Öffnung stehen, massiv gewonnen, eine Motion für die Wiederaufnahme der Abklärungen zum Zukunftsraum ist nur mit Zufallsmehr knapp gescheitert. Aber der Gemeinderat verschanzt sich hinter einer Umfrage vor Jahren, deren Legitimation bescheiden ist.

 

Nun haben Buchserinnen und Buchser, aber auch Personen aus den Nachbargemeinden die Möglichkeit in einer Petition den Behörden zu zeigen, wieviele Leute sich eine vertiefte Abklärung zu einer Fusion wünschen. Die AZ hat darüber berichtet (AZ Buchs Petitio Zukunftsraum).

Und dabei ist es richtig, dass nicht Buchserinnen und Buchser allein entscheiden: Genau darum geht es ja, die Region ist längst in einer Art und Weise zusammengewachsen, dass Entscheide pro Gemeinde an den Bedürfnissen der Einwohnerinnen und Einwohner der Region vorbeigehen. Wir alle sind wechselseitig betroffen von Entscheiden in den Nachbargemeinden, sodass einmal überprüft werden muss, wie eine neue Organisation der Region aussehen könnte. Unterstützen Sie die Petition hier https://www.petitio.ch/petitions/1qxZy.

 

 

 

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Leitbild Zukunftsraum Aarau

Zukunftsraum_LeitbildNun ist es da, das von den 5 Gemeinden erarbeitete Leitbild (Publikation_Leitbild): Schön gestaltet, gut gemacht erfüllt es die Erwartungen aber doch nur bedingt:

1. Es bildet den Prozess ab, der in den letzten Monaten durchlaufen worden ist. Ein intensiver, interessanter und auch beruhigender Prozess, der zeigt, dass die Anliegen und Ängste in den einzelnen Gemeinden weitgehend übereinstimmen:Zukunftsraum Gegenstände „Haben wir dann noch etwas zu sagen?“, „Was von den liebgewonnenen Institutionen verlieren wir?“, „Was geben wir auf?“, „Was erhalten wir?“. Die Ängste, von Aarau dominiert zu werden, die „Aarauer“ sagen dann, wo’s lang geht, sind aber weg. Plötzlich sind an einem Diskussionstisch 2 Suhrer, ein Oberentfelder, ein Densbürer und ein Aarauer und alle sehen die gleichen Probleme und Chancen. Keine Spur von Dominanz einer Gemeinde. An der Ergebniskonferenz war proportional Densbüren wohl am besten vertreten, am meisten Teilnehmer stellte Suhr vor Aarau. Entscheidend wurde das Interesse, das Argument, nicht die Herkunftsgemeinde. Es ist auch in den Köpfen der Teilnehmer schon mehr zusammengewachsen als Skeptiker wahrhaben wollen.

2. Aber noch ist kein Fleisch am Knochen: Das Leitbild ist auf einer Abstraktionshöhe, die jeder unterzeichnen kann. Konkreter werden allenfalls die Fragen, genannt „Handlungsfelder Fusionsanalyse“, die nun mit Fachleuten der einzelnen Gemeinden und wohl auch Dritten zu bearbeiten sind. Der Zwischenschritt „Leitbild“ war nötig, um die Interessierten in den Gemeinden teilnehmen zu lassen, die Problemfelder auszuloten. Er war, weil das zusammen erarbeiten auch zeigte, dass man gar nicht so weit voneinander entfernt ist. Weil man jetzt konkreter sieht, wo die grössten Chancen auszumachen wären, aber auch, wo allenfalls Stolpersteine sind, wo allenfalls Widerstände entstehen könnten. Aber es ist offensichtlich, die Fusionsanalyse ist unumgänglich, wenn man nicht nun alle Vorarbeit, alle intensiven Diskussionen „für die Katz“ gemacht haben will. Jetzt aussteigen kann man nur, wenn man gar nie Fusionsfragen diskutieren wollte, weil nicht sein soll, was nicht sein darf. Aus Suhr waren erfreulicherweise auch die grössten Skeptiker an den Veranstaltungen dabei, haben sich der Auseinandersetzung gestellt und damit von ihrer Verweigerungsposition Abstand genommen, das stimmt optimistisch. Demokratische Auseinandersetzung erlaubt, jede Meinung zu vertreten, aber nicht, die Diskussion zu verweigern.

 

3. Und noch etwas: Neben der konkreten Ausgestaltung der Fusionsidee sind wie versprochen auch die Alternativen aufzuzeigen: Die Vorstellung, dass die Fusion Unsicherheiten und Risiken mit sich bringt, während dem die möglichen Alternativen nur Vorteile hätten, ist wenig durchdacht und weltfremd. Die sogenannte IKZ (Interkommunale Zusammenarbeit), die etwas verbindlicher Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden regeln soll und aufzuzeigen hat, wie es dann gehen soll, wenn eine Gemeinde konkret sich nicht an den Kosten eines Projekts beteiligen will (wir erinnern uns an die KEBA Odyssee). Das echo hat sich schon verschiedentlich mit diesem Modell skeptisch auseinandergesetzt (Gemeindeverträge sind immer besser), hier wäre aufzuzeigen, was man daran wirklich verbessern könnte.

Zukunftsraum Wolken über SuhrUnd dann wäre auch einmal darüber nachzudenken, wie Suhr als eigenständige Gemeinde künftig seine Aufgaben längerfristig allein zu lösen hätte: Genügen dann die heutigen Strukturen und Mittel für die schnell stark gewachsene Bevölkerung? Was bedeutet es, wenn für das Gemeindepräsidium nur noch ein Kandidat gefunden werden kann, wenn geeignete Kandidaturen für die Ämter rar werden. Wieviel Verwaltungsaufwand brauchen wir bei einer Bevölkerungszahl von bald 12’000 Einwohner? Wie können wir die Legitimation der politischen Entscheide über die 2 – 3% Gemeindeversammlungsteilnehmer oft im Alter zwischen 50 und 80 Jahren verbessern und breiter abstützen? Wie sanieren wir die Bärenmatte, wenn einmal mehr als eine Pinselstricherneuerung ansteht? Wie finanzieren wir das bei stagnierendem Steuerertrag pro Einwohner, wieviel ist uns die Eigenständigkeit im Steuerfuss wert? Wie lösen wir Raumplanung/Verkehrsplanung in Suhr allein; können wir so den notwendigen Druck gegenüber dem Kanton aufbringen? Morgenrot oder drohende Wolken über dem Möbel Pfister?

 

 

 

Es ist Wahlkampf und keiner geht hin!

Es mag ja durchaus positiv sein, dass der Gemeindewahlkampf so nicht stattfindet. Zwar hat Suhr – wenn auch nicht ganz ohne Mühe – für alle massgebenden Behörden wie Gemeinderat, Schulpflege und Finanzkommission eine Auswahl unter verschiedenen Kandidatinnen und Kandidaten. Aber eine Auseinandersetzung um politische Themen findet nicht statt, auch sonst sind die Wahlkämpfer wenig präsent. Im Gegensatz zu Aarau, das mit Hilfe nationaler Parteipräsidentinnen und -präsidenten um das Stadtpräsidium kämpft und durch Parteien und Kandidierende zehntausende von Franken in den Wahlkampf steckt, läuft in Suhr alles ruhig ab. Haben die wieder kandidierenden Kandidatinnen und Kandidaten alles richtig gemacht?

Marco Genoni als Kandidat von Zukunft Suhr für das Gemeindepräsidium ist über alle Parteigrenzen unbestritten, nachdem man noch vor 4 und 8 Jahren Zukunft Suhr mit Vehemenz bekämpft hat. Auch Thomas Baumann als bisheriger Gemeinderat erhält öffentlich Gratulationen für seine Vermittlungen im KEBA – Anwohner Streit und hat es verstanden, ein emotionales Thema zu versachlichen und einer Lösung zumindest näher zu bringen. Und Gemeinderatskandidat Oliver Krähenbühl wird für seine umsichtigen und zukunftsgerichteten Ideen um das sich immer mehr selbst auflösende Dorfzentrum auch von den betroffenen Grundeigentümern und Gewerbetreibenden gelobt. Alles paletti? Ja; Zukunft Suhr hat einen tatsächlich überzeugenden Leistungsausweis, hat es verstanden, die politische Basis der „kleinen Stadt“ Suhr über die Gewerbetreibenden und Ortsbürger hinaus deutlich zu verbreitern und mehr Einwohner für die Entwicklung einzubeziehen.

 

Da ist es wirklich wenig einsichtig wieso man die SVP wieder in den Gemeinderat bringen soll, auch wenn das Abseitsstehen der grössten Partei komisch anmutet. Ihr neu in die Partei eingetretener Kandidat ist anständig, umgänglich, fast ein wenig zurückhaltend, hat er doch selber nicht das Gefühl, als einzelner Gemeinderat viel bewirken zu können: Vizekommandant der Ortsfeuerwehr und gegen eine Fusion zu sein, ohne zu wissen, wie das dann aussehen würde, ist als Programm denn auch etwas mager und kaum zukunftsgerichtet, da kann man noch lange „Zukunftslogans“ in die Inserate schreiben. Und wenn man sich beklagt, dass die Ostumfahrung schon über Jahrzehnte vor sich hin geschoben wird, wäre vielleicht auch einmal der Gedanke zu machen, ob nicht eine grössere Gemeinde Aarau-Suhr-Entfelden hier mehr Druck machen könnte und v.a. ob nicht regionale Verkehrsfragen eine Gemeinde allein überfordern. Wo und wie würde er dann viel billiger bauen, resp. welche Gemeinde hat denn wo ein mit Vinci vergleichbares Schulhaus „viel billiger“ gebaut? Wie würde er denn die Finanzen ausgabenseitig verbessern, wenn doch die Einnahmen deutlich hinter denen anderer Gemeinden herhinken und der Nettoaufwand pro 1000 Einwohner in Suhr unter dem Durchschnitt des Bezirks liegt. Ob er die Analysen der Gemeinderechnung je studiert hat und den Finanzplan kennt?

Also, der Einbezug aller politischen Kräfte in Suhr wäre dann wünschenswert und sinnvoll, wenn man die Überzeugung hätte, dass hier neben politischer Überzeugung auch Fachwissen und Sachverstand Einzug halten würde. Für Allgemeinplätze und Schlagworte brauchen wir keine andern politischen Kräfte; da bleiben wir bei der Sachpolitik von Zukunft Suhr, meint da das echo.

 

Heimat – eine Grenzerfahrung

heimat-eine-grenzerfahrungDer Begriff Heimat verweist zumeist auf eine Beziehung zwischen Mensch und Raum. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird er auf den Ort angewendet, in den ein Mensch hineingeboren wird und in dem die frühesten Sozialisationserlebnisse stattfinden, die zunächst Identität, Charakter, Mentalität, Einstellungen und Weltauffassungen prägen. Der Begriff „Heimat“ steht in einer speziellen Beziehung zum Begriff der „Siedlung“; dieser bezieht sich, und damit im Gegensatz zum Wohnplatz, in der Regel auf eine sesshafte Lebensform, d. h. auf ein dauerhaftes bzw. langfristiges Sich-Niederlassen und Wohnen an einem Ort bzw. in einer Region

Wir sichern uns die Heimat nicht durch den Ort, wo, sondern durch die Art, wie wir leben.
Georg (Karl Friedrich Theodor Ludwig) Baron von Örtzen

Was macht bei Ihnen Heimat aus? Freunde, Familie, Haustier, Verein, Schulkameraden, Freundinnen, Jogging- und Bikegelände, Bus- und Eisenbahnstationen, vertrautes Freizeitangebot, Kino, Markt, Dorflädeli, Shopping-Center, Partei, oder was? Was verlieren wir davon bei einem Zusammenschluss mit Nachbargemeinden? Ist es wirklich die Gemeindeversammlung? Wie viele Male waren Sie in den letzten 5 Jahren dort?

Oder ist es der Wald?
Nicht wo du die Bäume kennst,  wo die Bäume dich kennen, ist deine Heimat.      aus Sibirien

Mit der Diskussion um den Zukunftsraum, der Prüfung von Fusionen sind die Heimatdiskussionen wieder in jedem Munde. Aber so einfach ist dieser Begriff nicht: Was macht ihn aus? Warum klammern sich heute wieder mehr Leute daran?

Heimat entsteht nicht durch Abgrenzung, sondern durch Verbundenheit, durch Anteilnahme und durch Mitwirkung.
© Moritz Leuenberger

Wir gehen auf Heimatsuche! Nein nicht in Suhr, sondern in Lenzburg. Prüfen Sie Ihren Heimatbegriff, Ihre Verbundenheit mit der Heimat in Suhr; über ihre Angst, Heimat zu verlieren, bei einem Zusammenschluss mit dem grösseren Aarau.

Wir reden aktuell viel über Heimat. Über verlorene Heimat, über neue Heimat und über eine Heimat, die vielleicht nie mehr so sein wird, wie sie einmal war. Aber was macht Heimat aus? Wie viel Heimat brauchen wir? Und welche Heimat wollen wir?

 Ab dem 11. März 2017 lädt Sie das Stapferhaus Lenzburg mit Ihrer Gruppe dazu ein, in einem interaktiven HEIMAT-Parcours auf über 1500 Quadratmetern Ihre eigenen Heimatgefühle zu erkunden. Erleben Sie eine lustvolle und spannende Reise von inneren zu äusseren Grenzen und entdecken Sie dabei sich und die Welt neu. Stapferhaus: http://www.stapferhaus.ch/gruppen

Gerne knüpfen wir mit dem Leitbild für ein neues Aarau über unsere Erfahrungen mit Heimat an.

 

Der Zukunftsraum kann und muss sich beweisen

Siedlungsraum Region AarauNa also; das echo ist erleichtert, dass eine Mehrheit der an der Abstimmung teilnehmenden Stimmberechtigten in Suhr Fakten will über die Frage der Fusion mit Aarau und nicht ohne Argumente bereit ist, dieses Thema zu versenken. Das ist gut so, das ist zweifellos richtig und vernünftig. Es ist auch bei einer Stimmbeteiligung von immerhin 48% weit besser abgestützt als der Entscheid der Gemeindeversammlung mit 7% Teilnehmer. Dass aber viele Suhrerinnen und Suhrer zögern, ist gleichwohl beachtenswert: 48% NEIN sind nicht zu ignorieren; das echo hat die fehlenden Argumente und die etwas plakative Herzli-Kampagne von Pro Suhr etwas belächelt. Aber 48% sind mehr als die Ortsbürger, als Nostalgiker. Damit hat man sich auseinanderzusetzen!  Man will das Bestehende nicht aufgeben, ohne zu wissen, wie es dann kommen würde. Das ist richtig und anzuerkennen. Der Zukunftsraum Aarau wird sich noch erklären und beweisen müssen. Das echo hat das Vorgehen des Gemeinderates Suhr, den ganzen Prozess in intensivem Einbezug der Bevölkerung zu führen, immer begrüsst. Er erweist sich heute als völlig richtig.

Aber dann müssen auch von den Gegnern Argumente auf den Tisch! Wir müssen Antworten auf die Frage finden, wie die öffentliche Hand die Bedürfnisse der gesamten Bevölkerung am idealsten abdecken kann. Dazu brauchen wir Definition der Bedürfnisse ohne gewisse Bevölkerungsgruppen auszuschliessen und dann eine Optimierung der Kosten – Nutzenverhältnisse und eine Überprüfung der Mitwirkungsmöglichkeiten oder der demokratischen Legitimierung der Entscheide der öffentlichen Hand.

Vielleicht müssen wir uns aber auch einmal über Heimat unterhalten: Was macht die Heimat, Verbundenheit mit Menschen aus, was erscheint gefährdet und wie können wir das erhalten, das uns wichtig ist.

Dann muss man auch aufhören, alle zu verteufeln, die in eine Fusion als prüfenswerte Möglichkeit, vielleicht auch als eine langfristig bessere Lösung für Suhr sehen. Und auch umgekehrt müssen Fusionsturbos ernst nehmen, dass es vielen Personen Mühe macht, sich Veränderungen in der Gemeindelandschaft (positiv) vorstellen zu können. Das Thema ist zu wichtig für Parteiengezänk. Die Diskussion muss geführt und versachlicht werden; Herzli allein genügen nicht, sie sind aber auch nicht ehrenrührig, wenn sie das Gefühl ausdrücken, dass man sich in grösseren Einheiten weniger geborgen fühlt. Der Präsident der SVP Suhr hat erste Argumente genannt (Die Kosten würden steigen…, die Gemeindeversammlung geht verloren), das sind zumindest Ansätze zu einer Argumentation, die in den nächsten Monaten zu vertiefen sein werden.

Dieser Prozess mit einem sachlichen Austausch der Argumente aber auch mit einer Vertrauensbildung wird dann auch mehr und mehr überregional zu führen sein. Wir werden einmal mit den Aarauern und Entfelder zusammensitzen müssen, um zu sehen, ob wir wirklich so verschiedene Erwartungen haben, ob wir wirklich so verschieden sind. Wir werden einmal die Erfahrungen von Rohr im neuen Aarau von verschiedenen Exponenten anhören müssen, nicht nur von allen das herausgepickt, das den eigenen Standpunkt stützt.

Die heutige Gemeindelandschaft war nicht immer so wie heute, sie wird auch nicht immer so sein. Wann der Zeitpunkt für Veränderungen richtig ist und wie man eingreifen soll, ist jetzt zu diskutieren. Das echo nimmt die Herausforderung gerne an und wird den Leitbildprozess, wenn er dann nach dem Urnenentscheid auch von Unterentfelden anläuft, gerne begleiten.

Suhrer Parteien zum Zukunftsraum Aarau

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Bild Vurma

Zuerst: Die Frage, ob eine Fusion von Suhr mit der Stadt Aarau und weiteren Nachbargemeinden Sinn macht, ist keine parteipolitischen Frage. Schon die erste Auslegeordnung und Analyse der Universität Bern zeigte klar auf, dass die politischen Kräfteverhältnisse sich durch derartige Fusionen nicht ändern. Für Parteipolitik ist diese Frage damit völlig ungeeignet.

 

 

KirchenhügelUnd trotzdem versucht der junge neue Präsident der SVP Suhr, sich mit diesem Thema politisch zu profilieren. Ob das geht? Man sei gegen eine Fusion, also prüft man diese Frage schon gar nicht. Fusionen sollen erst geprüft werden, wenn eine Gemeinde finanziell am Ende sei. Und hier hilft die SVP tatkräftig mit, dass der Finanzhaushalt schnell aus dem Lot fällt, indem man der Gemeinde die dringenden Steuern verweigert: Eine zurückhaltende Steuerfusserhöhung des bürgerlichen Gemeinderates Suhr wurde aber an der letzten Gemeindeversammlung bekämpft, obwohl unbestritten ist, dass Suhr mit dem aktuellen Steuerfuss seine Investitionen nicht zu decken vermag.

Der vor wenigen Monaten von Aarau nach Suhr zugezogene SVP-Präsident verteidigt mit stolzer Brust die Unabhängigkeit von „uns Suhrer“… da wundert sich das echo doch schon ein wenig. Vielleicht relativiert hier der langjährige Blick vom Suhrerchopf schon etwas. Auch die Kirche über Suhr erinnert sich ja noch gut an Zeiten, als es Gemeinden wie heute noch gar nicht gab, oder später als Buchs noch zu Suhr gehörte. Zeiten ändern sich…

Ist vielleicht die SVP in Suhr nicht deshalb mit ihren Kandidaten bei allen Gemeindewahlen gescheitert, weil eine Politik mit stolzer Brust und voller Überzeugung aber wenig Sachwissen kaum überzeugt? Und warum beklagt denn der SVP Präsident gerade jetzt im Zusammenhang mit der nicht parteipolitischen Vorlage zur Abklärung einer Fusion, dass die SVP nirgends vertreten sei. Gespannt warten wir auf die guten Kandidaten, es darf auch eine gute Kandidatin sein.

Da lobt doch das echo gerne einmal die FDP Suhr, die hier mit ihrem Gemeindeammann zuerst abklären will, die Fakten auf den Tisch  haben möchte, bevor man weiter über Fusionen redet. Ja vielleicht ist eine Sachpolitik tatsächlich auch an der Urne erfolgreicher. Die FDP ist jedenfalls gut vertreten. Dass dann aber auch von der FDP die zu erwartenden Strassennamenkonflikte und die dadurch nötigen Namensänderungen offenbar als Hauptprobleme genannt werden, macht doch stutzig.

Das echo meint hier dazu, dass wenn sich wirklich die Strassennamenänderung als einziger „Nachteil“ der Fusion entpuppen würde, die Fusion eher heute als morgen umgesetzt werden müsste! Die Abklärungen werden wohl schon noch die eine oder andere Knacknuss mehr aufzeigen. Aber fürchten muss man sich in Suhr nicht, Suhr hat seine Hausaufgaben gemacht und steht heute gut da. Die Fusionsfrage ist eine Frage der Zukunft…

Und deshalb, um bei den Parteien zu bleiben, ist Zukunft Suhr klar für die vertiefte Abklärung für ein Leitbild einer neuen grösseren regionalen Stadt Aarau und ein Einbringen aller Stärken (und auch Schwächen) Suhrs in diesen Prozess. Das echo stützt daher mit Überzeugung die Politik von Zukunft Suhr mit allen darin einig gehenden Parteien (SP, Grüne, EVP, CVP, GLP). Weil nur diese Position seriös, sachlich und vertretbar ist, haben auch die Kandidatinnen und Kandidaten von Zukunft Suhr jeweils das Vertrauen in Gemeindewahlen erhalten. Sie werden dieses Vertrauen rechtfertigen und auch im Herbst 2017 wieder antreten.

Man darf skeptisch sein, man darf Risiken und Probleme nennen, man darf auch aus jahrzehntelanger aktivem Engagement in Suhr seine Heimatgefühle an diese Gemeinde anbinden. Aber man darf eigentlich nicht ohne vertiefte Abklärung und Sachdiskussion „nein“ sagen, bevor die Fakten auf dem Tisch liegen. Darum unterstützt die SP Suhr das JA zum Zukunftsraum.

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