KEBA Debakel

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Zuerst die Fakten:

1.
Die Kunsteisbahn Aarau (KEBA) und Trainigsplätze des FC Aarau stehen seit 1959 am Stadtrand Aarau neben dem Brügglifeld auf dem Gemeindegebiet von Suhr. Wie alle grossen Sportanlagen werden die nahen Wohnliegenschaften durch den Betrieb dieser Sportanlagen betroffen, sie haben zwar nahe Freizeitmöglichkeiten für sich und ihre Kinder, sie haben aber auch Immissionen zu dulden. Die Anlage ist beliebt, sie lockt jeden Winter tausende von Kinder, Erwachsene an zum freien Schlittschulaufen an, Eiskunstlauf, Eishockeyspiel und Curling. 1976 wurde sogar die Spiele der B-Weltmeisterschaft im Eishockey ausgetragen mit tausenden Zuschauern.

2.
Die nach Jahren dringend notwendige Erweiterung der KEBA war lange ein Trauerspiel der regionalen Zusammenarbeit, ein Beweis, dass grössere Sportanlagen kaum mehr finanzierbar sind. Alle, viele wollen davon profitieren, niemand bezahlen und niemand die Immissionen hinnehmen. Dass Aarau in Zeiten der noch besseren Finanzlage hier den Grossteil der 20 Mio für die Erneuerung der Anlage bezahlt hat und wenigstens Suhr und Buchs noch einen kleinen Anteil übernahmen, hat den Knoten gelöst, die KEBA wurde erneuert und auf den Winter 2016/17 eröffnet.

3.
Die Anwohner haben im dafür nötigen Baubewilligungsverfahren in Suhr (Standortgemeinde) hartnäckig und berechtigt ihre Einwände, ihre Anliegen (auf mehr Ruhe und Rücksichtnahme) eingebracht und verhandelt. Sie mussten zur Kenntnis nehmen, dass die Anlage in der öffentlichen Zone standortgerecht sei, dass die Anlage länger da stehe als die Einsprecher dort wohnen, die Häuser damit in voller Kenntnis der Immissionen der KEBA erworben worden sind. Gleichwohl hatten sie insoweit Erfolg, dass im Baubewilligungsverfahren Konzessionen gemacht werden mussten, dass die neue KEBA letztlich weniger Immissionen verursacht als früher. Viele auch unrealistische Forderungen der Anwohner blieben aber auf der Strecke. Und die kommen nun wieder…

4.
Weil der Bauherrschaft und der Baubewilligungsbehörde ein blöder Fehler unterlief: Als Betriebszeit wurde falsch die Zeit des öffentlichen Eislaufes festgeschrieben und der Abendbetrieb durch Eishockey, Kunsteislauf und Curling sowie die Pflege der Anlage „vergessen“. Niemand bemerkte den Fehler (oder haben die Einsprecher den Fehler bemerkt und triumphiert?), allen musste ja klar sein, dass 16.30 Uhr nicht das Ende des ganzen Betriebes sein konnte.

5.
Die Bewilligung wurde rechtskräftig, die Anlage gebaut.

6.
Als der Fehler den Verantwortlichen klar wurde, wurde er nicht umgehend mit einem neuen Verfahren formell und korrigiert: Man wollte wohl keine „schlafende Hunde“ wecken, nachdem man sah, wie ein Einsprecher im Beispiel des neuen Fussballstadiums im Torfeld Süd ein Verfahren über Jahre verzögern konnte. Ironie der Sache ist hier, dass der Einsprecher im Torfeld Süd die Verlegung des Fussballstadions Brügglifeld über Jahre verzögerte und die Anwohner von KEBA und Brügglifeld damit über Jahre länger den Immissionen beider Sportanlagen aussetzte. Die Sankt Florians Politik der Anstösser von beiden Anlagen behindert sich gegenseitig.

Fazit:
Im ersten Baubewilligungsverfahren wurde versucht, mit den Auflagen in der ersten Baubewilligung, alle Interessen gegeneinander abzuwägen. Weil die KEBA letztlich zonenkonform ist, konnten die Anliegen der Anwohner nur teilweise erfüllt werden. Aber immerhin ist die Anlage bereits heute leiser und Anwohner verträglicher als früher. Einige Anwohner nutzen nun den Fehler der Verantwortlichen aus, um von ihren Anliegen noch etwas mehr durch zu bringen. Sie drohen faktisch mit Blockierung der Anlage, bis diese finanziell kollabiert. Das kann so kaum geschützt werden.

Es bleibt für das echo die Erkenntnis, dass individuelle Interessen und öffentlichen Anliegen nicht selten aufeinanderprallen, dass es immer schwieriger wird für Behörden, diese Interessen auszugleichen. Die Verfahren werden immer anspruchsvoller bezüglich Genauigkeit und Professionalität und erfordern häufig auch grosse kommunikative Kompetenzen. Ob die Gemeindegrenze und die damit verbunden Kompetenz verschiedener Behörden hier nützlich gewesen ist, mag diskutabel sein. Sicher lassen sich aber derartige Abläufe nur noch mit gut ausgebildeten professionellen Verwaltungen und Behörden bewältigen. Entscheide der Behörden werde anderseits immer weniger akzeptiert und die ausgebauten rechtsstaatlichen Verfahren laden dazu ein, mit (auch querulatorischen) Eigeninteressen Verfahren zu blockieren.

Es wäre zu wünschen, dass hier nicht unter dem Eindruck derartiger Beispiele das Pendel zu stark auf die andere Seite ausschlägt und rechtsstaatlichen Mitwirkungsinstrumente geopfert werden. Und auch Hasstiraden gegen Private bis zu Drohungen und Beschimpfungen sind kontraproduktiv und falsch, auch wenn ein zur Schau getragener Eigennutz halt wenig Sympathie auslöst.

Immerhin sind nun wieder Gespräche unter den Betroffenen im Gange: Lösungen sind möglich, sie erfordern aber Kompromisse von beiden Seiten, auch von der öffentlichen Hand, die mit dem Fehler im Verfahren nun den Anwohnern nochmal etwas entgegenkommen muss. Die Hoffnung auf eine gute KEBA für alle stirbt zuletzt.st-florian_prinzip

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Gemeindeautonomie? Nun schliessen sich auch die Schulen zusammen

km4_gemeindeautonomie_usDer Druck wird grösser und grösser: Das neue Schulmodell 6/3, d.h. 6 Jahre Unter- und Mittelstufe und 3 Jahre Oberstufe verlangt nach grösseren Einheiten bei der Oberstufe. Gränichen und Buchs müssen ihre Bezirksschule aufgeben oder sich mit Nachbargemeinden zusammenschliessen. Buchs ist ja in einen speziellen Lage: Seine Kreisschule mit dem Stadtteil Aarau-Rohr ist eigentlich ein Unding. Aarauer Schüler aus diesem Stadtteil gehen in Buchs zur Schule?! Wie lange noch? Teufenthal müsste das auch mit seiner Oberstufe, aber macht auf Widerstand des Gallischen Dorfes, weil es versäumt hat, rechtzeitig die Weichen zu stellen, damit zumindest gewisse Schulen im Dorf bleiben. Und nun merkt man plözlich, dass grössere Einheiten in der Schule Synergien geben, bei den Schulräumen, bei den Wahlfächern, bei der Beschäftigung der Lehrpersonen, bei der Musikschule. Ja, genau das ist es.

Diese Synergien hat man ja auch bei den meisten Aufgaben der öffentlichen Hand schon genutzt, sie sind unbestritten, beliebt und akzeptiert. Und nun fragt sich das echo doch halt wieder, was noch bleibt nach dem Zusammenschluss der Forstämter, der Zivilstandskreise, der Betreibungsämter, der Zivilschutzorganisationen und der Regionalpolizei. Nach der Zusammenarbeit der Nachbargemeinden auch bei der KEBA, der Badi, der Alters- und Pflegeheime und nun der Schulorganisationen ist die Eigenständigkeit nur noch eine Worthülse.

Ist es nur noch, dass wir je einen Gemeindepräsidenten pro Gemeinde haben, dass also mehrere sich mit diesem Titel schmücken können? Das ist doch heute auch mehr Bürde als Würde. Gefunden und bezahlt werden müssen die geeigneten Personen ja auch noch.

ZusammenUnd noch etwas: Wer kontrolliert nun was, wer bestimmt wo und was? Haben Sie hier noch den Überblick? Für den Gränicher Bez-Schüler ist nun die Schulleiterin in Suhr zuständig. Die wird auf Vorschlag der Schulpflege Suhr vom Gemeinderat Suhr gewählt. Und was haben denn die Gränicher Eltern noch zu sagen? Sollen diese auch in dieser Schulpflege vertreten sein? und wenn ja, wie stark. Dann sind aber für die Suhrer Schülerinnen und Schüler der Unterstufe auch Gränicher Eltern in der Schulpflege? Warum und was sagen die denn zu Problemen des Feldschulhauses? Für Buchs spiele ich diese Gedanken schon gar nicht durch, weil es nur noch grotesker wird. Unter dem Strich wird klar: Mit Zusammenarbeitsverträgen, Gemeindeverbänden und allen andern Zusammenarbeitsmodellen kann man vieles lösen, aber die demokratische Abstützung in der Gemeinde ist futsch. Das, was immer zuvorderst angeführt wird bei allen Gedanken um Fusionen, die Selbstverantwortung der Stimmbürgerinnnen und Stimmbürger,  ist nur noch Theorie. Der Druck nach effizienteren Formen der Zusammenarbeit hat ein Grossteil der Kompetenzen der Gemeinden von der Gemeindeversammlung weg zu Gremien von regionalen Gemeinderatsdelegationen verschoben. Und niemand kann hier ernsthaft direkt mitreden. Oder wie sagt es die nicht gerade verdächtige avenir suisse: „Das Festklammern an einem zu engen, juristischen Autonomieverständnis höhlt die Gemeindeautonomie langfristig aus und gefährdet damit die Bürgernähe der staatlichen Leistungserbringung. Diese kann durch eine Demokratisierung der Zusammenarbeit oder durch Fusionen gewahrt werden, nicht jedoch durch ein Festhalten an historischen Strukturen.“

Kommst du auch ins Skilager?

Nein, das echo hat nicht zuviel Sonne erwischt diesen Sommer, das wäre ja auch erst in den letzten Tagen möglich gewesen. Für Skilagerdiskussionen scheint es ja tatsächlich nicht die richtige Zeit; ………oder doch: Die Anmeldungen dazu und die Ablehnungen der interessierten Kinder sind in diesen Tagen gelaufen und im Februar 2012 wird nur noch vollzogen , was in diesen Sommertagen eingefädelt worden ist. Dann werden wir hören, es sei nun zu spät für diese Diskussion, es sei ja im Sommer gelaufen mit den Anmeldungen und den Zuteilungen.

Das von den Mittelstufenlehrpersonen geleitete Mittelstufenskilager soll bevorzugt für die 6. Klasse reserviert sein, 5. und 4. KlässlerInnen würden, soweit noch Plätze frei sind, ausgelost. Wer Glück hat, geht mehrmals ins Skilager, wer Pech hat bleibt draussen. Es hat halt nicht genügend Plätze für alle; warum denn? Ist das Lagerhaus zu klein? Warum mietet man nicht ein grösseres? Fehlt es an den Lagerleiter?

Es ist Skilager und keiner geht hin, titelte 20min im Februar dieses Jahres

Zu teuer sollen die Skilager sein, zu aufwändig für Lehrpersonen, zu schwierig die Eltern. Und die Skiorte beklagen, dass man in den Schulen nicht mehr skifahren lerne. Der schweizerische Skisport fällt mehr und mehr hinter Österreich zurück.

Auch Suhr bietet nicht für alle interessierten Kinder Skilager an: Es genügt bei weitem nicht, wenn „alle Schülerinnen und Schüler in ihrer obligatorischen Schulzeit zweimal ins Skilager können“ (so die Antwort der Schulpflege an die Abgelehnten). Wenn sie dann nicht mit den Eltern auch ihre Wintersportkenntnisse vertiefen können, werden sie sicher als Erwachsene nie mehr auf Skis oder Snowboards stehen. Ins Skilager melden sich die Kinder mit ihren Gspänli an; das hehre Ziel der Durchmischung aller Schulstufen tönt wohl bildungstheoretisch gut, geht aber an den Bedürfnissen der Kinder vorbei. Wenn man nicht Gewähr hat, dass man dann tatsächlich mit den Freundinnen berücksichtigt wird, meldet man sich oft gar nicht mehr an. Was dann wieder zum falschen Schluss verleitet, das Bedürfnis sei nicht so gross.

Schade bringt die Schule Suhr dieses Angebot nicht. Dafür tragen nicht die Leute von Zukunft Suhr die Hauptverantwortung (dies nur an Urs Zimmermann, damit er als ehemaliger Schulpflegepräsident dann nicht wieder allzu einfach Sündenböcke glaubt finden zu können), weil diese Politik in der Schulpflege offenbar seit längerer Zeit mitgestützt wird. Aber die Schulpflege hätte es in der Hand, hier andere Vorgaben zu machen.

Vielleicht wäre es aber durchaus an der Zeit, diese Sache einmal zu hinterfragen: Wollen wir Skilager oder nicht, wenn ja dann für alle Interessierten. Bei 66 Anmeldungen für das Mittelstufenlager ist doch das Interesse gross. Warum tut sich dann nicht etwas? Werden diejenigen Lehrpersonen, die Bereitschaft zeigen, in einem Lager mitzumachen, gefördert, gestützt und anerkannt? Lager verlangen denn auch echt viel Engagement und bringen den Lehrpersonen auch die Trennung von Familie und Freizeit für diese Woche. Also, die Themen- und Projektwochen der Schule Suhr sind eine gute Sache. Sie leben aber wie so vieles im Schulbetrieb auch vom Engagement der Lehrpersonen und Behörden. Und wie häufig ist selten etwas so gut, dass es nicht verbessert werden kann. Also verbessern wir die Schule Suhr, bieten wir im (über-)nächsten Winter Skilagerplätze für alle.

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Ende der Revolution oder was ist aus den alternativen Kulturhäusern geworden

Ja, was das echo von der regionalen Sportentwicklung schreibt, könnte alles auch von der Kultur in der Region geschrieben werden: Wenn heute das Jubiläumsprogramm des KIFF ins Haus flatterte mit der höflichen Bitte, den Mitgliederbeitrag zu zahlen, wird einem wieder bewusst, welche kulturellen Angebote die Region mittlerweile bietet. Aber wer besucht denn das KIFF? Nur Aarauerinnen und Aarauer, oder vielleicht doch auch viele Jugendliche und Junggebliebene aus der ganzen Region oder auch von fern.

Und wie steht es mit dem OXER? Was das sei, fragen Sie, nein ausserhalb Aaraus und des Kuratoriums spricht (noch) niemand davon. Obwohl hier der Kanton und die Region Aarau eine Mittlere Bühne erhalten soll, mitten in Aarau in der alten Reithalle. Auch hier eine regionale kulturelle Aufgabe, die den Standort Aarau auch kulturell wieder massiv aufwertet. Kennen Sie den Bericht 10_73_Zwischenbericht_OXER? Der Einwohnerrat wollte ihn zwar nicht „zustimmend“ zur Kenntnis nehmen, interessant ist er alleweil und teuer auch! Wer bezahlt?

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Überschwemmen die Laternenparkierer nun Suhr?

Nachdem Suhr vor 10 Jahren ein Parkierungsreglement (parkierung_suhr) einführte und damit versuchte, die Laternenparkierer v.a. aus dem Bereich Brügglifeld/Kantonsspital etwas einzudämmen oder zumindest dafür etwas Geld zu erhalten, ging ein erster Aufschrei durch die Reihen der passionierten Laternenparkierer. Aber seither hat man sich arrangiert, man versucht mit allen Tricks der Gebührenpflicht auszuweichen oder man bezahlt halt. Die Ansätze erschienen moderat,  300 Franken für die Jahreskarte, immer noch besser als ein Stehplatz im öffentlichen Verkehr, werden viele denken.

Nun am 1. September 2010 zieht Aarau nach, und wie! Was ist neu? Wer nun ein Jahr lang in Aarau an den Laternen parkieren will,  zahlt stolze 1650 Franken. Was für Anwohner noch erschwinglich ist mit 300 Franken (wie in Suhr) ist für Fremde, die hier nur als Berufspendler parken abschreckend hoch. Sie werden in Suhr parkieren. Ja, so einfach ist es die fehlende Koordinierung, die fehlende Zusammenarbeit und die diffuse Gemeindegrenze im Aarauerfeld zu umgehen. Die Anwohner auf der Suhrer Seite des Aarauerfelds werden wieder unter dem Verkehr, den Parkplatzsuchern und den parkenden Autos leiden und die Stadt Aarau wird nicht soviel einnehmen aus der Parkiererei wie vielleicht budgetiert. Haben da politische Behörden je miteinannder gesprochen?

Nein, ich komme nicht wieder mit einer  Fusion, dieses Problem lässt sich nun einfacher mit einer Reglementsänderung in Suhr lösen, wenn es denn vorbereitet worden ist.  Aber wie ist das denn mit der EU und dem „autonomen Nachvollzug der Gesetze“ durch die Schweiz? Suhr wird so schnell als möglich die Bedingungen und den Tarif auf die gleiche Ebene bringen müssen wie Aarau, damit es kein Ausweichen nach Suhr gibt. Suhr muss, offenbar ohne beim Aarauer Reglement mitgewirkt zu haben, schnell nachziehen, für viel Eigenständigkeit bleibt kein Raum, wenn man die Nachteile verhindern will. Hat die Suhrer Bauverwaltung ein Projekt in der Schublade? Ist es auf der Traktandenliste für die Wintergemeindeversammlung?

Schwalbenkönige: oder (k)ein Nachruf auf den FCA und das Brügglifäld

Nein es war nicht als Nachruf auf den FCA in der höchsten Liga des Landes und das nun zu ersetzende Brügglifäld gedacht als sich die Schwalbenkönige in der sommerlichen Gartenbeiz des Sportplatz in Suhr (exJufer) neben dem Stadion Brügglifeld einfanden und zeigten, dass Fussball nicht nur mit Vandalismus, Hooliganismus und andern negativen Zeiterscheinungen in Verbindung gebracht werden muss, sondern neben Freude, Technik und Spielintelligenz auch mit Wortwitz, Begeisterung und Festfreude. Stimmgewaltig, frech und kühn sangen und dichteten die vier Schwalbenkönige vor einer kleinen Schar Getreuer und tauften die neue CD „Kick Off“ mit Pernod. Gogo Frei, Tschändu Muhmenthaler, Wolfgang Bortlik und Pedro Lenz, die zwei ersten aus der Region und dem Brügglifeld nicht wegzudenken, Bortlik, der exMünchner und ExilAarauer aus Basel und Pedro Lenz der Berner ergänzten sich perfekt. Sogar die AZ berichtete prominent darüber (Schwalbenkönige).

Und weil die CD „Kick Off“ während der WM 2010 getauft wurde, bekamen auch Sepp Blatter und die ganze geldgierige Spitzenfussballwelt das Ihrige ab. Fussball weckt Emotionen, wenn diese wie hier geistreich und unterhaltend und auch hie und da kritisch den Finger auf den Punkt lenkten, dann steht dem gemütlichen Fussball-Abend nichts mehr im Wege…..

Oder doch? Die lausige schweizerische Fussballkost gegen ein schwaches Honduras, wo die Überheblichkeit vieler Internationaler aus der Schweiz zum Greifen schien. Aber ohne Tore ist kein Match zu gewinnen, und nur gut stehen und nicht spielen reicht halt höchstens Mal zu einer Überrraschung gegen einen Favoriten, nicht aber zur Achtelfinalqualifikation.  „Meh bewegig..“ genügt zwar auch nicht, aber vielleicht etwas mehr Selbstbewusstsein und etas weniger Starallüren. Und so nahm der Abend ein jähes Ende, etwas Frust mischt sich mit den Sprüchen, wie man es besser gemacht hätte. Sprüche und ein Hauch von Besserwisserei, wie sie zu jedem Match gehören: Ja wir hätten ja auch gewusst, wie der FC Aarau in der Super League geblieben wäre, wie man schneller zu einem neuen Stadion gekommen wäre. Wenn. wenn, wenn oder wenn das Wörtchen wenn nicht wäre, womit wir wieder bei einer Nummer auf der CD „Kick Off“ wären…

Das Brügglifeld neben dem Restaurant Sportplatz wird uns aber noch einige Zeit erhalten bleiben, nachdem die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger Aaraus nun auch der dritte Versuch, das neue Stadion zu verhindern, vereitelt haben. Nun kann es an die Ausführung gehen: Das wird aber noch dauern. Pedro Lenz mit seiner Brügglifäud-Nummer aus dem Jahr 2004 soll uns weiterhin daran erinnern, dass das Brügglifeld als Relikt eines Provinzstadions mit dem Ambiente eines Grümpelturniers in der höchsten Spielklasse des Landes bis im Sommer 2010   zumindest hie und da Spitzenfussball beherbergte und zeigte. Und in der neuen CD legten die Schwalbenkönige noch einen drauf mit dem Brügglifäld-Song. Den Abschied vom Brüggli wird es aber noch nicht setzen können, hier wird zur gegebenen Zeit noch ein richtiges Fest angezeigt sein, vielleicht auch mit den Schwalbenkönigen und mit vielen Freunden FC Aarau! Noch ist nicht aller Tage Abend und der FC Aarau ist gut auf dem Weg in der Vorbereitung in die Challenge League. Auch hier gilt, nur keine Überheblichkeiten, auch diese Liga muss zuerst gespielt sein und niemand wartet auf die Absteiger. Selbstgefälligkeiten mag es hier sowenig leiden wie in Südafrika, und dass von dort die Schweizer nach der Vorrunde heimreisen, haben ja viele noch vorhergesehen, aber die Franzosen und Italiener und heute auch die Engländer…

Schwalbenkönige

Pedro Lenz

Suhr feiert mit aller Welt

Ja wirklich, die Suhrer Schule ist wohl mehr Multikulti als die WM in Südafrika: aus aller Welt, wie das Motto des diesjährigen Jugendfestes lautete. Und für einmal zeigte man sich stolz darüber, nicht nur der Schulpräsident Heiner Kilchsperger an der Eröffnungsfeier, sondern auch die vielen Festbesucher am Umzug und in den Beizlis, auch die weltoffen kroatisch, italienisch und auch etwas schweizerisch eben alle zusammen. Dass auch das Wetter uns das bisher schönste und (einzige) Sommerwochende bescherte zeigt, dass uns auch Petrus wohlgesinnt war und Suhr mit etwas Toleranz und Offenheit auf dem richtigen Weg ist. Dass die ungerechten Nichteinbürgerungen an der Gemeindeversammlung vor 10 Tagen ohne Diskussionen korrekt und anständig bereinigt und die Einbürgerungen gegen den Widerstand der letzten konsequenten Neinsager vollzogen worden sind, macht Hoffnung, dass Derartiges ausgedient hat. Weltoffenheit nicht nur am Jugendfest, sondern in der täglichen Arbeit in der Schule und in den Behörde, das macht Mut und tut gut. Weiter so.

Und wer sich ärgerte, dass die WSB mit Penetranz den Umzug verzögerte und sich in aller Gefährlichkeit, wenn auch im Schritttempo, den Weg durch die Festbesucher am Umzug bahnte, dem kann versichert werden, dass es das letzte Mal war. Ende Jahr verschwindet die WSB aus dem Ortsbild, das kostet viel Geld ist aber seit Jahren überfällig. Auch hier sind wir auf dem guten Weg. Verkehrspolitik ist langwierig, unspektakulär und mühsam. Wenn sie sich aber konsequent an den Bedürfnissen der ortsansässigen Bevölkerung ausrichtet und Verkehrssicherheit und Lebensqualität ins Zentrum rückt, dann ist auch hier etwas zu bewegen.