Solidarität mit Familien oder Kinderbetreuung als Sozialhilfe?

Einmal mehr hatte sich die Suhrer Gemeindeversammlung mit der familienexternen Kinderbetreuung zu befassen. Diese ist heute von vielen als unabdingbar notwendig nicht mehr bestritten. Die Mutter am Herd ist Vergangenheit. Der Kanton gibt denn auch – bescheidene Vorgaben für eine entsprechende Grundversorgung. Das das Angebot in Suhr mittlerweilen gut ausgebaut ist und funktioniert, wie GR Daniel Rüetschi überzeugend darlegte, war daher wenig überraschend.

Aber nun geht’s um die Finanzierung und damit um die Wurst. Das Angebot für eine extern Betreuung ist nur so gut, wie es auch wirklich nutzbar ist, wie es in der Budetsituation der Familie Sinn macht. Und da steht das Suhrer Modell auf dem Prüfstand. Dabei ist das Suhrer Modell mit Subjektfinanzierung heikel, wie die Gemeindeversammlung zeigte. Wenn die Budgetsituation der Gemeinde enger wird, werden die Beiträge an die Familie unverholen gekürzt, damit die Kosten für die Gemeinde nicht über 3% steigen sollen. Alle müssen einen grösseren Sockelbeitrag zahlen, die Unterstützungsbeiträge werden für alle gekürzt und ab Einkommen von 110’000 Franken im Jahr bezahlt man alles selber. Das überzeugt nicht:

Warum:

Ein öffentliches Angebot an externer Kinderbetreuung gehört zum Grundangebot einer modernen Gemeinschaft. Kinder sind nicht allein Privatsache; es besteht ein grosses gesellschaftliches Interesse an einer funktionierenden Familienpolitik. Wie die Wirtschaft auf gute Rahmenbedingungen angewiesen ist, sind auch Familien auf gute Rahmenbedingungen in ihrem Bereich angewiesen. Dazu gehört auch das Angebot und eine gewisse Förderung dieses Angebots für alle.

Wenn die Krippe mehr kostet als Mamma verdient

Nicht nur besteht ein öffentliches Interesse daran, dass Familien Kinder haben und unsere Gesellschaft nicht allein auf die Zuwanderung angewiesen ist; wir haben aus demselben Grund ein öffentlichen Interesse daran, dass unsere gutausgebildeten Mütter im Berufsleben bleiben können, auch wenn sie Familie haben. Dies unabhängig vom Einkommen!

Gutverdienende sollen alles selber zahlen; ja aber Gutverdienende zahlen auch die Hauptlast der Steuern. Warum sollen sie nicht auch etwas zurückerhalten, wenn sie in einer entsprechenden Familiensituation stehen. Wenn sie nur Steuern zahlen aber in auch für sie wichtigen Angeboten des Staates nichts erhalten resp. alles selber zahlen, sinkt auch deren Bereitschaft für die Tragung der Steuerlast. Im Schulwesen ist dies seit Jahrhunderten selbstverständlich, wir sind stolz auf die hohe Qualität der öffentlichen Schule und dieses Bildungswesen ist einer der Pfeiler unseres Wohlstandes. Niemand kommt auf die Idee, ab Einkommen von Fr. 110’000 könne man die Schule selber zahlen…

Das echo verlangt keine völlige Unentgeltlichkeit der externen Kinderbetreuung; eine Mitbeteiligung der Eltern im Umfang wie sie Kosten zu Hause einsparen ist absolut Pflicht, eine weitere Mitbeteiligung an den Kosten je nach Einkommen ist auch vertretbar. Aber eine rudimentäre Subjektfinanzierung im heutigen Umfang geht Richtung Almosen und erweiterte Sozialhilfe und wird dem Bedürfnis nicht gerecht, die in Suhr angenommene Veränderung des Tarifs geht in die falsche Richtung. Die kritisch positive Unterstützung der Vorlage durch Zukunft Suhr kann das echo nicht mittragen. Fachleute empfehlen eine Mischung von Objektfinanzierung/Subventionierung der Angebote an sich und einem einkommensabhängigen Tarif, bei dem aber nicht alle Mittelschichtverdienende leer ausgehen Forschungsbericht zur Finanzierung von Krippenplätzen .

NB: Wenn wir uns beklagen, dass gutverdienende Steuerzahler nicht nach Suhr ziehen, müssen wir uns bewusst sein, dass wir diesen auch diesbezüglich wenig bieten. Für gutverdienende junge Eltern ist der Steuerfuss weniger wichtig für die Wohnortwahl als die Kosten der Kinderkrippe (und auch die Verfügbarkeit von guten Wohnmöglichkeiten). Allein das Angebot von Krippenplätzen genügt wohl heute nicht mehr, wenn der Kanton es allen Gemeinden vorschreibt. Suhr wird sich gut überlegen müssen, wie es sich auch hier in der Konkurrenz mit andern Gemeinden positionieren soll.

 

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Schöne Weihnachten mit Suhrer Impressionen

suhrerchopf

Jiri Vurma; Suhrer Impressionen

Jiri Vurma war 2015/16 Dorfschreiber oder vielmehr Dorffotograf, die AZ berichtete bei der Amtsübergabe darüber (AZ_Amtsübergabe Dorfschreiber 2016). Seine Bilder sind erhältlich im Bildband „Suhrer Impressionen“ auf der Gemeindekanzlei. Sie lohnen sich auch nach Weihnachten! Die Bilder von Vurma halten minutiös fest, was das echo vom Suhrerchopf aus schon lange sieht: Suhr verändert sich rasend schnell. Nicht nur positiv, aber auch nicht negativ, nur immer schneller! Diesen Veränderungen müssen wir begegnen, sie annehmen und gestalten. Zu bewahren, was sich zu bewahren lohnt; neu aufzubauen, was nicht mehr genügt. Dem muss sich Kraft und Energie widmen.

 

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Jiri Vurma; Suhrer Impressionen

Das echo ruft zu diesem kritischen Bewahren auf, weil auch die Sicht vom Suhrer Wahrzeichen die Zeitzeichen nicht mehr leugnen kann. Nein, nicht einmal Museen bleiben stehen, auch diese passen ihren Fundus, ihre Erinnerungen an den Lauf der Zeit an. Sie versuchen in Erinnerung zu halten, was Heimat und Geborgenheit früher vermittelte und konfrontieren uns mit den Anforderungen der Gegenwart.

 

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Jiri Vurma; Suhrer Impressionen

Wenn auch aus den Bildern Vurma’s Schönes, Fremdes, Beängstigendes und Kurioses zu einem dichten Teppich von Vertrautheit verschmelzen, dann versteht man, weshalb einer wie er, der aus der Fremde kam und Heimat gefunden hat, den Heimatbegriff weiter fasst.

In diesem Sinne wünscht Ihnen das echo schöne Weihnachten.

… und niemand stört sich an Asylbewerber im Aarauerfeld in Suhr

fluechtlingslager-zaatari-originalDie Flüchtlingsströme aus Syrien wachsen an: Millionen von Menschen suchen Sicherheit in Nachbarländern, einige Tausend in Europa, auch in der Schweiz. Und niemand will sie haben, niemand ist bereit auch nur vorübergehend Flüchtlinge in seiner Nachbarschaft zu dulden. Die Widerstände selbst von Gemeindebehörden nehmen schlimmste ausländerfeindliche Formen an. Man schämt sich nicht mehr, hier in Sicherheit und Wohlstand zu leben und Flüchtlinge (und nun geht es auch um offensichtliche Kriegsflüchtlinge!) zurückzuweisen. Nein man braucht nicht Gutmensch sein zu wollen, es genügt ein wenig Anstand, Korrektheit und Menschlichkeit, um Menschen ein Notplatz anzubieten, wenn sie alles verloren haben.

Und Suhr tat es, ja natürlich auf Anfrage des Gesundheitsdepartementes, auf Hinweis, dass alle Gemeinden hiezu verpflichtet seien, aber immerhin ohne wenn und aber. Das genügt ja schon, um hüben und drüben gelobt zu werden. Einmal eine Gemeinde, die nicht mit allen Tricks mit peinlichen Bürgeraktionen wie in Bettwil, in Aarburg, in Gränichen oder Bremgarten sich die Flüchtlinge fernzuhalten versucht. Ja und nun wird Suhr sogar zum Vorzeigemodell in Sachen Umgang mit der immer schwieriger werdenden Suche nach menschenwürdigen Unterkünften für Asylbewerber. Nicht nur im verantwortlichen Gesundheitsdepartement des Kantons ist man erleichtert, auch einmal von einer geglückten Unterbringung und von positiven Resultaten berichten zu können, nun wird durch einen Artikel in der NZZ am Sonntag (NZZ am Sonntag_Asylbewerber in Suhr) das gute Beispiel auch schweizweit bekannt gemacht.

das prov. Zuhause in SuhrDas echo freut sich und ist auch mit ein wenig Stolz, dass die Behörden und Anwohner in Suhr dieses Beispiel möglich gemacht haben und das echo weiss auch, dass der Artikel stimmt. Die Asylbewerber bringen keinerlei Probleme, sondern spazieren hie und da freundlich durch das Quartier, grüssen die Anwohner und stellen sich vor. Weder bringen sie irgendwelche Gefahr noch Kriminalität ins Quartier. Wer die Bilder aus den Flüchtlingsgebieten dieser Welt in den Medien zur Kenntnis nimmt und nicht völlig selbstbezogen abgestumpft ist, kann als Suhrer besser in den Spiegel sehen. Vielleicht gibt auch hier Nachahmer?

Süss und Suhr; das Jugendfest 2012

Freude herrscht in Suhr zum bevorstehenden Jugendfest: Die Kinder, die ihre Tänzchen und Aufführungen proben und planen, ihre Kostüme basteln, sind langsam ungeduldig voll freudiger Erwartung auf das Wochenende. Die Eltern mässig begeistert, dass in Anbetracht der Schülerzal in Suhr kaum mehr gewährleistet ist, dass sie mit Gotte und Götti, Grossmüttern und Tanten auch die Darbietungen ihrer Kinder wirklich sehen werden, weil so süss die Kinder auch tanzen, Suhrs Festplätze gleichwohl nicht mehr ausreichen, um allen Einlass und Platz zu bieten. Suhr stösst an Grenzen!

Es ist zwar erfreulich, dass sich alle Mühe geben, dass erfinderisch mit Grossleinwand und externen Übertragungen den Eltern doch einen Einblick in das Schaffen ihrer Kinder gewährt werden soll, aber dass Suhr nicht mehr die kleine Dorfgemeinde von früher ist, wird immer unübersehbarer. Freuen wir uns doch aber dieses Wochenende an der strahlenden grossen Kinderschar, sind wir stolz darauf, diesen allen gute Ausbildungsplätze und Schulstrukturen bieten zu können, die wir bald wieder auszubauen haben werden.

Sind wir doch auch stolz auf das Erreichte an diesem sonnigen Wochenende, aber vergessen wir nach den Sommerferien nicht, dass wir auch die Verpflichtung haben, die dörflichen Strukturen dem schnellen Wachstum der Gemeinde anzupassen. Nicht alle Wachstumsfolgen lassen sich mit Beamer und Grossleinwand so elegant lösen. Die Gemeindeversammlung hat auch beschlossen, die Bau- und Nutzungsordnung anzupassen, weiter zu verdichten: Das Dorf platzt aus allen Nähten, es wird zur Stadt! Auch in unseren Köpfen wird dieser Wandel weitere Anpassungen erfordern, das Wachstum der vergangenen Jahrzehnten haben wir mit den alten Strukturen gemeistert, wo nötig etwas geflickt und ausgebessert (mit Beamer und Grossleinwand…), für weitere Wachstumsschübe werden wir mehr an den Strukturen anpassen müssen: weitere 2000 Einwohner mehr, wie geplant oder absehbar werden mit Gemeindeversammlung und Milizbehörden nicht mehr zu bewältigen sein, wenn wir die heutigen guten Dienstleistungen aufrechterhalten wollen.

Masseneinwanderung wo?

Natürlich ist es eine historische Tatsache, dass immer wenn man irgendwo Probleme hat oder glaubt zu haben, man Sündenböcke sucht dafür. Menschen neigen offenbar dazu, bei sorgen irgendwelcher Art Fremde verantwortlich zu machen für ihr Schiksal. Die SVP beackert das Thema denn auch seit Jahren geradezu fanatisch, andere Themen, mit denen so leicht Stimmen gefangen werden könnten, sind heute nicht in Sicht, wo in der Schweiz niemand ernsthaft an einen sofortigen EU-Beitritt denkt, solange die EU mit dem Euro vor sich her schlingert. Dann schlägt man halt weiterhin in die Ausländer-Kerbe.

Von Masseneinwanderung kann aber in der Schweiz nicht die Rede sein, auch wenn der lange gute Konjunkturverlauf in den letzten Jahren die Schweiz natürlich zu einem Einwanderungsland machte. Oder würden Sie in ein Land auswandern, dessen Wirtschaft am Boden liegt?

Und die Ausländer zeigen denn auch Leistung, das echo schrieb schon 2009 im Zusammenhang mit der Nichteinbürgerung junger Secondos in Suhr von den hervorragenden Leistungen der damaligen U17 an der Weltmeisterschaft (https://echosuhrerchopf.wordpress.com/2009/11/16/ein-zeichen-gesetzt/). Dass auch das A-Team unter der Regie des deutschen Hitzfeld nur noch einer oder zwei junge Fussballer hat, dessen Eltern schon Schweizerische Wurzeln hatten, wird jedem nach dem gestrigen EM-Qualifikationsspiel klar; Shaqiri ist da nur der momentan erfolgreichste. Und die Ausländer in der Schweiz leisten auch sonst ihren Teil, sei es auf dem Bau, in der Landwirtschaft und in vielen KMUs, immer mehr aber auch in den Schulstuben als Lehrpersonen, in den Spitälern von der Putzfrau bis zum Chefarzt und an den Hochschulen. Dass diese Leute auch Steuern zahlen und unsere Renten mitberappen, wird schnell vergessen, wenn man für verstopfte Züge und fehlende Wohnungen die Ausländer verantwortlich zu machen sucht. Die SVP weiss wohl selber, dass sie auf dem Holzweg ist, aber wenn halt Wahlen anstehen….

Ohne Personen aus dem Ausland geht in der Schweiz gar nichts mehr; tragen wir ihnen Sorge, heissen wir sie willkommen. Denn wenn sie nicht mehr einwandern, ist das ein untrügliches Indiz dafür, dass es uns in der Schweiz nicht mehr gutgeht. Und noch etwas, es sind ja gerade die Landwirte, die die polnischen und portugiesischen Landarbeiter rekrutieren, die KMUs die den Ausländerinnen und Ausländer Lehrstellen anbieten und sie beschäftigen, und damit oft mehr für deren Integration tun als andere, die nur davon sprechen     …aber wer wählt denn eigentlich SVP? und warum?

Schulbautensanierung und -anpassung ist dringend nötig

Am letzten Info-Forum wurde in einer Kurzinfo vorgewarnt, was auf uns zukommen wird: Nicht nur die Umstellung von 5 Jahre Primarschule und 4 Jahre Oberstufe auf die schweizweit üblichen 6 Jahre Primar und 3 Jahre Oberstufe wird erfordern, dass der Schulraum heute nicht mehr überall am richtige Ort steht. Auch die Einführung von Tagesstrukturen macht eine Anpassung an den Raumbedürfnissen nötig. Da ist es vielleicht sinnvoll, dass Suhr sich in den letzten Jahren sehr zurückgehalten hat mit dem Unterhalt vieler Schul- und Kindergartengebäude. Alle Gebäude, deren Verwendung nicht völlig klar war, wurden im Unterhalt zurückgestellt…. aber nun kommt es. Zurückstellen bedeutete nicht, dass nicht längst Bedarf bestand. Heute, wo die Voraussetzungen nach der Ablehnung des Bildungskleeblattes und den Entscheiden des Regierungsrates für 6:3 und für Tagesstrukturen wieder klar sind, macht es Sinn, die Schulgebäude wieder an die Bedürfnisse anzupassen. Dass in der Zwischenzeit sich die energetischen Vorschriften massiv verändert haben, bedarf keine weitere Begründung. Wenn wir in absehbarer Zeit ohne die risikoreiche Atomenergie auskommen wollen, werden wir nicht darum herum kommen, auch die energetische Sanierung der Gemeindeliegenschaften, auch der Schulgebäude voranzutreiben. Lobenswert, dass der Gemeinderat dies nicht zufällig, ad hoc, von Fall zu Fall, sondern mit einem überlegten Energiekonzept vorantreibt.

Details und Hintergründe erfahren Sie an den Informationsveranstaltungen vom 24. März 2011 im Schulhaus Feld (Aula 19.30 Uhr) oder am 29. März 2011 im Schulhaus Ost (Mehrzweckraum 9.30Uhr) . Es wird teuer; es ist notwendig, dass wir uns damit beschäftigen, dass wir uns über die Ziele und Projekte ein Bild machen. An der Gemeindeversammlung wird das Projekt zwar auch vorgestellt werden, dort bleibt aber in der Regel nicht die Zeit, sich vertieft mit den Bedürfnissen und den Verhältnissen zu beschäftigen. Nutzen Sie die Info-Möglichkeit von Gemeinderat und Schulpflege: Einladung_Informationsveranstaltungen_Liegenschaftskonzept_Schule

Und wieder einmal Tagestrukturen…

Eine Arbeitsgruppe
befasst sich mit der Einführung von Tagesstrukturen in Suhr, werden
auch Sie in der AZ gelesen haben: Gemeinderätin Carmen Suter
präsidiert die Gruppe, die einmal mehr „den Bedarf“ abklären, „das
bestehende Angebot“ prüfen und ein Konzept entwickeln soll…
Das haben wir doch schon gehabt! Seit Jahren wissen wir, dass es
einen Bedarf gibt, dass dieser sich aber diffus selber organisiert
hat, so schlecht und recht durchwurstelt. Es gibt alleinerziehende
Beruftstätige, es gibt Doppelverdienerfamilien, sei es weil das
Familieneinkommen sonst nicht ausreicht, sei es, weil beide
Elternteile ihre Berufstätigkeit, ihre Berufsqualifikation nicht
verlieren möchten, weil die Zeit der Kindererziehung nur eine Zeit
im Leben eines Menschen ist und die heutige Arbeitswelt nur noch
ausnahmsweise Kinderpausen von Jahrzehnten duldet. Wer hier noch
Bedarfsabklärungen machen will/muss, hat das Entscheidende nicht
begriffen. Mit Tagesstrukturen ist es wie mit dem öffentlichen
Verkehr, beides ist offensichtlich nötig. Ist es nicht vorhanden,
sucht man sich Notlösungen, schlechte, man fährt mit dem Auto, man
nimmt die Stelle nicht an, zu der man gut qualifiziert gewesen
wäre, man bleibt arbeitslos, weil man nicht zum Arbeitsplatz kommt,
man zieht weg zum Arbeitsplatz und verliert das soziale Umfeld.
Wenn man dann die Leute fragt, sagen alle, dass ÖV schon gut wär,
man habe sich aber nun arrangiert. Genau so ist es mit den
Tagesstrukturen, wer sie braucht, braucht sie, er kann nicht
warten, weil die Kinder (und der Job) hier sind. Das
echo kann nur
einmal mehr sagen: Schafft sie endlich, für alle gut
erreichbar, finanziell erschwinglich und absolut zuverlässig.
Zuverlässig bezüglich den Personen, die unsere Kinder betreuen und
zuverlässig, dass es Tages-strukturen
sind, das heisst definitive von der Gemeinde getragene
Institutionen. Tagesstrukturen müssen so zuverlässig sein wie der
ÖV, wie die Schule, wie das Wasser- und Elektrizitätswerk. Nur dann
werden die berufstätigen Eltern beruhigt ihrer berufliche Zukunft
planen, Stellen antreten für die sie tagsüber ihre Kinder gut
betreut wissen können. Dann werden sich auch Familien ihren
Wohnort aussuchen nach der Qualität der Tagesstrukturen. Nicht der
Steuerfuss ist für Familien entscheidend für die Wahl des
Wohnsitzes, sondern ein gutes Wohnangebot und -umfeld und Schul-
und Tagesstrukturen. Wenn wir hier schneller, besser sind als
Nachbargemeinden haben wir die Nase vorn. Noch sind wir im
Rückstand: wohl bestehen einige Angebote, aber zufällig, privat
organisiert mit dem Risiko, dass alles wieder zusammenbricht,
sobald die Leistungsträger weggehen oder genug haben. Kontinuität
und Bestandessicherheit kann nur die Gemeinde garantieren. Wir
müssen nicht alles neu erfinden wollen! Es gibt längst Gemeinden im
und ausserhalb des Kantons und flächendeckend in Nachbarländern,
die das umgestzt haben. In diesem Blog wurden schon
verschiedentlich Adressen, Links genannt (Suhr
wird Tagesstrukturen anbieten müssen
) (Warum der Mittagstisch bisher nicht
klappte
). Hier ist eine neue öffentliche Aufgabe
gewachsen, der wir uns stellen müssen. Tun wir es und versäumen wir
nicht weitere Monate und Jahre mit Konzepten, nur weil sich
einzelne Personen in unseren Behörden lange nicht um diese Sache
kümmerten, weil sie noch von überholten, nicht nur heilen
Familenwelten aus den Fünfzigerjahren träumen. Es wird dann schon
noch Probleme geben: Weil nämlich die, für die diese Strukturen am
dringensten sind, diese aus finanziellen Gründen nicht nutzen, weil
sie sie nicht für nötig halten und schlechte private,
billigere „Lösungen“ dem Angebot der Gemeinde vorziehen, weil
freiwillig zwar gut ist, aber dann manchmal nicht alle erreicht,
die es brauchten. Weil private Initiativen zwar schön und gut sind,
aber wie Privatschulen und Privatspitäler auch eine Konkurrenz zum
Angebot der öffentlichen Hand sein werden; mit dem Ergebnis, dass
beides nur schwer finanziell tragbar ist.