Der Zukunftsraum kann und muss sich beweisen

Siedlungsraum Region AarauNa also; das echo ist erleichtert, dass eine Mehrheit der an der Abstimmung teilnehmenden Stimmberechtigten in Suhr Fakten will über die Frage der Fusion mit Aarau und nicht ohne Argumente bereit ist, dieses Thema zu versenken. Das ist gut so, das ist zweifellos richtig und vernünftig. Es ist auch bei einer Stimmbeteiligung von immerhin 48% weit besser abgestützt als der Entscheid der Gemeindeversammlung mit 7% Teilnehmer. Dass aber viele Suhrerinnen und Suhrer zögern, ist gleichwohl beachtenswert: 48% NEIN sind nicht zu ignorieren; das echo hat die fehlenden Argumente und die etwas plakative Herzli-Kampagne von Pro Suhr etwas belächelt. Aber 48% sind mehr als die Ortsbürger, als Nostalgiker. Damit hat man sich auseinanderzusetzen!  Man will das Bestehende nicht aufgeben, ohne zu wissen, wie es dann kommen würde. Das ist richtig und anzuerkennen. Der Zukunftsraum Aarau wird sich noch erklären und beweisen müssen. Das echo hat das Vorgehen des Gemeinderates Suhr, den ganzen Prozess in intensivem Einbezug der Bevölkerung zu führen, immer begrüsst. Er erweist sich heute als völlig richtig.

Aber dann müssen auch von den Gegnern Argumente auf den Tisch! Wir müssen Antworten auf die Frage finden, wie die öffentliche Hand die Bedürfnisse der gesamten Bevölkerung am idealsten abdecken kann. Dazu brauchen wir Definition der Bedürfnisse ohne gewisse Bevölkerungsgruppen auszuschliessen und dann eine Optimierung der Kosten – Nutzenverhältnisse und eine Überprüfung der Mitwirkungsmöglichkeiten oder der demokratischen Legitimierung der Entscheide der öffentlichen Hand.

Vielleicht müssen wir uns aber auch einmal über Heimat unterhalten: Was macht die Heimat, Verbundenheit mit Menschen aus, was erscheint gefährdet und wie können wir das erhalten, das uns wichtig ist.

Dann muss man auch aufhören, alle zu verteufeln, die in eine Fusion als prüfenswerte Möglichkeit, vielleicht auch als eine langfristig bessere Lösung für Suhr sehen. Und auch umgekehrt müssen Fusionsturbos ernst nehmen, dass es vielen Personen Mühe macht, sich Veränderungen in der Gemeindelandschaft (positiv) vorstellen zu können. Das Thema ist zu wichtig für Parteiengezänk. Die Diskussion muss geführt und versachlicht werden; Herzli allein genügen nicht, sie sind aber auch nicht ehrenrührig, wenn sie das Gefühl ausdrücken, dass man sich in grösseren Einheiten weniger geborgen fühlt. Der Präsident der SVP Suhr hat erste Argumente genannt (Die Kosten würden steigen…, die Gemeindeversammlung geht verloren), das sind zumindest Ansätze zu einer Argumentation, die in den nächsten Monaten zu vertiefen sein werden.

Dieser Prozess mit einem sachlichen Austausch der Argumente aber auch mit einer Vertrauensbildung wird dann auch mehr und mehr überregional zu führen sein. Wir werden einmal mit den Aarauern und Entfelder zusammensitzen müssen, um zu sehen, ob wir wirklich so verschiedene Erwartungen haben, ob wir wirklich so verschieden sind. Wir werden einmal die Erfahrungen von Rohr im neuen Aarau von verschiedenen Exponenten anhören müssen, nicht nur von allen das herausgepickt, das den eigenen Standpunkt stützt.

Die heutige Gemeindelandschaft war nicht immer so wie heute, sie wird auch nicht immer so sein. Wann der Zeitpunkt für Veränderungen richtig ist und wie man eingreifen soll, ist jetzt zu diskutieren. Das echo nimmt die Herausforderung gerne an und wird den Leitbildprozess, wenn er dann nach dem Urnenentscheid auch von Unterentfelden anläuft, gerne begleiten.

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