Bröckelnde „Stützen der Gesellschaft“ in Suhr

Nein, von der Suhrer Politik spricht niemand. Es geht um das neue Stück der Theatergruppe GaukeLaien im Theater Marie in  Suhr; um Henrik Ibsens dramatisches Kriminalstück um Moral in der Politik:

Konsul Bernick ist der erste Mann am Platz. Er ist ein Ehrenmann und seine Familie hoch geachtet. Als erfolgreicher Werftbesitzer lenkt Bernick die Geschicke der Stadt und ihrer Bewohner nach Belieben. Alle Menschen um ihn herum erscheinen ihm wie Schachfiguren, die er umherschiebt. Für seine Zwecke und natürlich zum Wohl der Gesellschaft, wie er gerne betont.

Doch Bernicks Leben und Karriere sind auf einem Fundament aus Lügen aufgebaut: Seinen Erfolg verdankt er einem üblen Gerücht, welchem er vor 20 Jahren nicht entgegentrat und zu seinen Gunsten ausnutzte. Als sein früherer Freund Johann und seine ehemalige Verlobte Lona, Gespenstern der Vergangenheit gleich, aus Amerika zurückkehren, droht die sorgsam errichtete Fassade einzustürzen.

Um in dieser heiklen Situation sein Unternehmen, seinen Ruf, und scheinbar auch die Gesellschaft zu retten, erscheint ihm jedes Mittel recht. Als der Mordversuch an seinem grössten Widersacher misslingt und stattdessen beinahe sein einziger Sohn umkommt, hält selbst Bernick dem enormen Druck nicht mehr stand.

Es geht um Kultur – nicht um Politik, vielleicht um Politik in der Kultur oder Kultur in der Politik; und wie sagte es schon Mani Matter: „Jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen haben sich diese selber zuzuschreiben“.

Die Theatergruppe GaukeLaien wagt sich seit 25 Jahren an anspruchsvolle Themen und hat sich im nationalen Laientheater einen festen Platz erspielt. Vom 7. bis 13. April spielt sie in Suhr auf der Probebühne des Theaters Marie.

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