Danke Beat Rüetschi, und danke auch Hans Huber

Lieber Beat

Ich weiss nicht mehr, wann wir uns erstmals begegnet rund um die Suhrer Ortspolitik, es war wohl irgendwann in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts. Bei einer Bauordnungs- und Zonenplanrevision hast du damals strikte die Anliegen des Gewerbes und der Bauwirtschaft vertreten. Wir waren uns selten (ganz) einig. Aber schon damals hast du korrekt im Ton und mit Respekt vor andern Meinungen politisiert. Andere Meinungen – soweit begründet und der Sache dienend – angehört und in die Arbeiten und Entscheide einbezogen. Du wurdest dann, als derart politische Interessierter und im Dorf gut verankert steil auf den Weg des Politikers lanciert: Im 1997 wurdest du dann in den Gemeinderat gewählt und gleich Gemeindeammann -wie das Amt damals noch hiess. Seither warst du in der Suhrer Politik nicht mehr wegzudenken. Dein Steckenpferd – freie Strassen für Autos – hast du schon damals vertreten, damals aber noch euphorisch, vielleicht etwas zu euphorisch, bestrebt, dem Gewerbe und natürlich auch den Pendlern von und rund um Suhr freie Durchfahrt zu schaffen und natürlich die Immissionen für die Bevölkerung im Dorf zu minimieren. Für ÖV und Naturanliegen hattest du damals nicht soviel Musikgehör, wir „Linke und Grüne“ waren dir als „potentiell wirtschaftsfeindlich“ suspekt. Im Amt hat sich aber dann dein Blickwinkel stetig und pragmatisch verbreitert.  Dabei hat mitgeholfen, dass heute niemand mehr den Schutz von Natur und Landschaft als primär wirtschaftsfeindlich betrachtet. Du jedenfalls erkanntest, dass Natur und Landschaft in und um Suhr eigenständigere Werte sind, dass es auch den Ausbau des ÖV braucht, wenn wir im schnell wachsenden Autoverkehr nicht ersticken wollten. Das Amt, aber wohl auch die Lebenserfahrung, haben dich pragmatischer gemacht. Ob der Wechsel des Namens vom Gemeindeammann zum Gemeindepräsidenten dafür ein symbolisches Zeichen war? Es war jedenfalls gut so, gut auch, dass du ganz konkret erkanntest, dass die noch 2005 bis 2009 so geschmähten Leute von „Zukunft Suhr“ sehr vernünftig, sehr pragmatisch und mit viel Engagement und Sachverstand sich gut für die Anliegen der Suhrerinnen und Suhrer einsetzten. Viele Parteilose, neu in Suhr, setzten sich, ohne Ortsbürger zu sein und schon immer in Suhr gewohnt zu haben, für Suhr ein. Du hast das gesehen und dies mit deinem ganzen Einfluss zum Wohle von Suhr unterstützt, ohne Berührungsängste und vorurteilslos. Das bestätigt deine guten Wahlresultate nachträglich eindrücklich, dafür gebührt dir Dank.

Neben deinem Rücktritt gerät das Zurücktreten von Hans Huber – zu Unrecht – etwas in den Hintergrund; vielleicht weil es nur einen Teilrücktritt ist (Hans Huber stellt seine Erfahrung noch mit einem Kleinstpensum weiter zur Verfügung). Aber vielmehr, weil Hans Huber seine Rolle als Gemeindeschreiber in einer Art von Zurückhaltung ausgeübt hat, die andernorts selten ist. Gemeindeschreiber sind die am stärksten unterschätzten Chefbeamten der Gemeinden und es gab Zeiten, in denen diese faktisch die Gemeinden regierten, weil die nur wenige Jahre im Amt stehenden Politiker nie an die Erfahrung und die Übersicht der „Kanzler“ heranreichen konnten. Hans Huber hat das nie ausgenutzt. Hat seine Wissen immer den gewählten Politikern zur Verfügung gestellt und sich zurückgehalten. Dass sein Einfluss dennoch beachtlich war, wussten und erkannten bloss Eingeweihte. Dass Hans Huber nun sein Wissen nicht einfach mit in die Pension mitnimmt, ist ein Vorteil, und garantiert Kontinuität zum Wohle der Gemeinde. Danke auch an Hans Huber.

 

 

 

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