Gegenvorschlag unterstützen; Steuern harmonisieren

Nein, das echo meint nicht Franz Hohlers Gegenvorschlag, obwohl dieser Gegenvorschlag unser Verhältnis zu den Menschen aus andern Ländern, die bei uns wohnen und arbeiten, weit besser und konstruktiver beschreibt. Das Reduzieren auf kriminelle Ausländer ist im Ansatz falsch und übergeht, dass die überwiegende Mehrzahl von Ausländerinnen  und Ausländer hier bei uns gut integriert sind und unverzichtbare Arbeit leisten. Kriminelle Ausländer, die wirklich unsere Gesellschaft bedrohen, werden auch heute schon ausgewiesen und gegen Kriminaltouristen und Asylbewerber, die mangels Papieren nicht zurückgeschafft werden können, hilft auch eine Gesetzesverschärfung wenig.  Aber trotzdem: die SVP-Initiative kann nur verhindert werden, wenn wir dem Gegenvorschlag zustimmen, dazu werden Gegenvorschläge gemacht. Politik ist auch die Kunst des Machbaren. In Abstimmungen hilft uns eine fundamentalistischen Haltung nicht weiter. Unser Herz ist gleichwohl beim Gegenvorschlag von Franz Hohler.

Und unser Herz und unser Verstand ist mit der SP-Initiative für eine Steuerharmonisierung. Es ist nicht richtig, dass Steuerparadise in unserem Land die Millionäre aus den Städten locken, und diese dann täglich in die Zentren pendeln, wo sie ihr Geld verdienen, verwalten, um Abends wieder nach Wollerau/Freienbach/Hergiswil/Risch etc zu pendeln und sich darüber zu freuen, wieviele Steuern sie wieder gespart haben. So geht es nicht. Dass die Initiative Wirkung zeigt, könne Sie täglich an den immer grösser werdenden Gegenpropaganda sehen. Da ist einigen ihr Steurprivileg viel wert und Ihnen? Glauben Sie nicht denen, die nur ihre Vorteile retten wollen. Einfache Steuerzahler hatten noch nie einen Nachteil, wenn Wohlhabenden etwas mehr an die Allgemeinheit abliefern mussten.

Gehen Sie zur Urne, für eidgenössische Wahlen zählt auch Ihre Stimme.

Werbeanzeigen

Suhr feiert mit aller Welt

Ja wirklich, die Suhrer Schule ist wohl mehr Multikulti als die WM in Südafrika: aus aller Welt, wie das Motto des diesjährigen Jugendfestes lautete. Und für einmal zeigte man sich stolz darüber, nicht nur der Schulpräsident Heiner Kilchsperger an der Eröffnungsfeier, sondern auch die vielen Festbesucher am Umzug und in den Beizlis, auch die weltoffen kroatisch, italienisch und auch etwas schweizerisch eben alle zusammen. Dass auch das Wetter uns das bisher schönste und (einzige) Sommerwochende bescherte zeigt, dass uns auch Petrus wohlgesinnt war und Suhr mit etwas Toleranz und Offenheit auf dem richtigen Weg ist. Dass die ungerechten Nichteinbürgerungen an der Gemeindeversammlung vor 10 Tagen ohne Diskussionen korrekt und anständig bereinigt und die Einbürgerungen gegen den Widerstand der letzten konsequenten Neinsager vollzogen worden sind, macht Hoffnung, dass Derartiges ausgedient hat. Weltoffenheit nicht nur am Jugendfest, sondern in der täglichen Arbeit in der Schule und in den Behörde, das macht Mut und tut gut. Weiter so.

Und wer sich ärgerte, dass die WSB mit Penetranz den Umzug verzögerte und sich in aller Gefährlichkeit, wenn auch im Schritttempo, den Weg durch die Festbesucher am Umzug bahnte, dem kann versichert werden, dass es das letzte Mal war. Ende Jahr verschwindet die WSB aus dem Ortsbild, das kostet viel Geld ist aber seit Jahren überfällig. Auch hier sind wir auf dem guten Weg. Verkehrspolitik ist langwierig, unspektakulär und mühsam. Wenn sie sich aber konsequent an den Bedürfnissen der ortsansässigen Bevölkerung ausrichtet und Verkehrssicherheit und Lebensqualität ins Zentrum rückt, dann ist auch hier etwas zu bewegen.

Buchser Schüler am Aarauer Maienzug

Nein, das ist kein Witz und bisher erst in einer unscheinbaren Notiz medial kommuniziert worden. Das widerspenstige Buchs, das dieses Jahr stolz seine 200 Jahre Eigenständigkeit von Suhr feiert, schickt seine Schülerinnen und Schüler an den Maienzug nach Aarau. Die Jugend, die Zukunft des stolzen Dorfes, das sich bisher einem gallischen Dorf gleich gegen alle Fusionsideen erfolgreich zur Wehr gesetzt hat, knickt ein.

Was ist denn da geschehen? Hat Aarau die Buchser genötigt, weil die Kleinstadt mangels Kinder keinen echten Umzug mehr zustande gebracht hätte? Setzt Aarau den politischen Auftrag, mit den Nachbargemeinden das Gespräch über eine Fusion aufzunehmen so um, indem die Kinder zuerst auf die Aarauer Kultur-Highlights gluschtig gemacht werden. Oder ist tatsächlich die Erkenntnis gereift, dass die Kreisschule Buchs-Rohr nach der Fusion Aarau-Rohr etwas quer in der Landschaft steht und die Schule Buchs, wenn Rohrs Schülerinnen und Schüler nach Aarau zur Schule gingen, allein mit massiven Schwierigkeiten zu rechnen hätte. Wenn es letzteres ist, das zu dieser kühnen Idee führte, dann schöpft auch das echo wieder Hoffnung. Dass in den nächsten Jahren doch vielleicht Vernunft und zukunftsgerichtete Gedanken wieder eine Chance erhalten, was auch in Suhr mit Interesse zur Kenntnis genommen werden wird.

Suhr hingegen hält sich tapfer, sucht sich die Schülerinnen und Schüler in Hunzenschwil und Gränichen zusammen, um den kantonalen Vorgaben an die Grösse der einzelnen Oberstufen genügen zu können. Ja nicht weiter denken, ja nicht weiter planen. Das Jugendfest bleibt im Dorf, am Maienzug der Aarauer bleiben zwar auch Suhrs Schulhäuser geschlossen, aber das hat ja nichts zu tun mit Zusammenarbeit.

Wann endlich kann man ohne Scheuklappen in der Region Aarau prüfen, an welchen Standorten welche Schulstufe für die Kinder optimal geführt werden soll, unabhängig von den Gemeindegrenzen. Warum kann man nicht einmal eine öffentliche Tagesschule in der Region anbieten, die allen Schülerinnen in der Region offensteht, wenn die familiäre Situation mit einer Tagesschule besser ergänzt werden kann. Dafür sind die einzelnen Gemeinden je zu klein, hier könnten sich in einer grösseren Verwaltungseinheit völlig neue Chancen eröffnen.

PS: Und wussten Sie, dass der Bachfischet in Suhr beginnt und einzelne Suhrer Schulklassen seit Jahren regelmässig am Aarauer Umzug des Bachfischet teilnehmen ohne grössere Schäden davonzutragen…

Aufsteigbar ist auch der FCA

Ja das echo hat noch Morgenröte ausgemacht, als der FC Aarau mit dem Juniorentrainer Ranko Jakovljevic plötzlich wieder siegte. Es war aber zu spät, eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und was zu Beginn dieser Saison verknorzt worden ist, liess sich nicht mehr gutmachen. Die „Unabsteigbaren“ steigen ab. Das ist zwar keine Katastrophe, aber ein Problem, der grosse Kanton Aargau ist nun in der so wichtigen Nebensache dem Fussball nicht mehr in der höchsten Liga vertreten. Das hat auch Auswirkungen auf das Selbstbewusstsei in diesem Kanton, das Ansehen und Image. Nicht dass der Kanton vor Selbstbewusstsein gestrotzt hätte wegen dem immer am Ende der Tabelle herumdümpelden Fussballclub, aber man war doch noch dabei, stellte hie und da einem Grossen ein Bein und nötigte doch hie und da den Andern etwas Respekt ab, was mit gut eingesetzten bescheidenen finanziellen Mitteln möglich war.

Aber der Entscheid, einen deutliche Schritt zu einem neuen Stadion zu machen, war wohl zu spät. Wenn heute noch immer und nach dem Abstieg wieder von vielen zusätzlich ein taugliches Fussballstadion in Frage gestellt werden will, zeigt das nur, wie wenig zukunftsgerichtet hier oft politisiert wird. Die Alternative zu einem neuen Stadion ist, das sich abfinden mit dem Abstieg, das Vergessen jedes Wiederaufstieggedankens und die definitive Positionierung des FC Aarau in der zuschauer- und bedeutungslosen Challenge League. Und das hat auch wieder seine Bedeutung für die Standortqualität des viertgrössten Kantons in diesem Land. Nein, nicht weil Spitzenfussball allein so wichtig wäre für eine Volkswirtschaft, aber weil auch Sport, ja auch Spitzensport dazugehört zu unserer Gesellschaft, zum Angebot dieses Kantons, dieser Wohnregion. Und es ist müssig, hier Sport gegen Kultur auszuspielen, zu sinnieren, was wichtiger, was wertvoller sei. Wertvoll ist die Mischung, die Breite des kulturellen, sportlichen, wirtschaftlichen und landschaftsmässigen Umfeldes.

Nein, wir brauchen nicht die sinnlose Gewalt, die sich im Umfeld von erfolgreichen städtischen Grossclubs breitmacht. Wir sind stolz, in der Fairplay-Trophy gut platziert zu sein. Es ist auch nicht unsere Anständigkeit, die uns das Genick brach, sondern die unheilige Allianz zwischen kleinkrämerischen Möchtegern-Sportchefs, die glauben, Profifussball lasse sich als Hobby neben einer Schweinemast betreiben, und schwärmerischen Grünen, die nur darauf warten, ein Stadionprojekt mit ihrem Fundamentalismus zu Fall bringen zu können

Warum das das echo überhaupt interssiert, werden Sie fragen? Weil das altehrwürdige Brügglifeld auf dem Gemeindegebiet Suhrs steht, weil die Zonenplanung Suhrs dieses Gebiet in die Wohnzone W2 umteilte und dieses Gebiet ein absolut hochwertiges und zukunftsträchtiges Baugebiet am Stadtrand zu Aarau wäre, das der Entwicklung der Stadt, der Region ebenso wie das Stadion im Torfeld Süd Impulse verleihen könnte. Nein, Bauland allein genügt nicht für eine attraktive Region, dafür braucht es auch Sport, Kultur und eine Identifikation mit der Wohnregion, dafür brauchen wir die Integrationswirkung auch des Sports zB des FC Aaraus . Darum bedauert das echo, am 13. Juni nicht abstimmen zu können, nicht mit einem klaren Ja den Grundstein zu legen, dass der FC Aarau wieder aufsteigen kann, wie ein Phönix aus der Asche. Torfeld Süd Blog

Gemeindehaus Suhr ist behindertengängig

Das Gemeindehaus Suhr ist behindertengerecht umgestaltet worden. Das verdient eine positive Meldung des echo. Die Allgemeine Bauverordnung des Kantons schreibt dies allerdings schon lange vor (23 ABauV). Nicht dass deswegen weniger positiv wäre, dass in Suhr auch die Gemeinde die Bauvorschriften einhält, das ist gut so. Jeder Schritt, der Personen mit Behinderungen erleichtert, am normalen Gesellschaftsleben teilzunehmen ist positiv und kann nicht genug gewürdigt werden.Noch ist es nur wenige Jahre her, als es nur mit grösstem Aufwand möglich war, das Bezirksschulhaus in Suhr auch einer Schülerin im Rollstuhl zugänglich zu machen. Dies obwohl das Bezirksschulhaus nur kurz zuvor umgebaut worden war, notabene ohne die Behindertengängigkeit sicherzustellen. Es hätte eben sonst mehr gekostet… oder gespartes Geld wird teuer.

Auch damals waren nicht nur die Anliegen der Behinderten bekannt, auch die kantonalen Bestimmungen waren schon damals eindeutig. Integration kostet zuerst Geld und nützt den Betroffenen sofort, langfristig aber uns allen. Auch integrativer Schulunterricht kostet Geld, weil es mehr Personal braucht. Aber unsere Gesellschaft muss sich dies leisten, weil das Ausgrenzen längerfristig immer teurer sein wird. Es macht Freude, dass der Gemeinderat heute diesem Anliegen Beachtung schenkt. Vielleicht hat die -nicht unumstrittene- Plakataktion der IV im Herbst 2009 etwas bewirkt. Sicher etwas bewirkt hat die Projektstelle Netzwerk 50+ und hat allen Gemeindeversammlungsbesucher im November 2009 recht gegeben, die diese Stelle gegen den Streichungsantrag der FDP Suhr geschütz haben (das echo berichtete darüber) . Noch ist in diesem Bereich viel zu tun: Der Bericht_Gleichstellung_2004_2009[1] des Eid. Departement des Innern vom November 2009 macht dies deutlich. Beim Gemeindehaus Suhr wurde wieder eine Lücke geschlossen. Machen wir weiter so, Integration älterer Mitbürgerinnen und Mitbürger, behinderter Personen und auch Ausländerinnen und Ausländer gehen Hand in Hand! und wer hier spart, spart nichts.

Mobbing in der Schule, die Elternmitwirkung Suhr informiert

Eine beachtliche Anzahl Eltern, Lehrpersonen und Behördevertreter besetzte das Länzihuus bis (fast) auf den letzten Platz. Das Thema interessiert, macht betroffen. MOBBING, was ist das überhaupt? Wie soll reagiert werden, wie kann frühzeitig Gegensteuer gegeben werden? Die Elternmitwirkung Suhr hat keinen Aufwand gescheut, ist nicht davor zurückgeschreckt, dieses heikle Thema anzupacken. Spielerisch stellte das Theater act-back (hier mehr davon) die von den Besucherinnen und Besucher skizzierten Szenen dar, zeigte im Spiel, wie es sein kann und wie schwierig es sich aus den oft festgefahrenen Mustern herausfinden lässt.

Mobbing in der Schule ist nicht isoliert zu bekämpfen: Dabei bilden falsche Scheu vor der Offenlegung der Konflikte im Sinne vielleicht eines falsch verstandenen Daten- und Persönlichkeitsschutzes eine gefährliche Barrierre, die geheimen Mobbern Chancen eröffnet.  Gerade weil dieses Phänomen so wechselseitig in den Beziehungen Elternhaus-SchülerIn-MitschülerInnen-Lehrperson entsteht, ist es nur in Zusammenarbeit aller dieser Akteure in den Griff zu bekommen. Dies macht das Engagement der Elternmitwirkung so wertvoll. Eltern, die die Probleme bewusster angehen, sind auch offener für Lösungsansätze.  Patentrezepte konnten auch an diesem Abend nicht angeboten werden. Die Schulbehörden und die Lehrpersonen tun aber gut daran, diesen Steilpass des Zusammenarbeitswillen aufzunehmen und Mobbingfälle in den Ansätzen mit allen Beteiligten jeweils schnell offenzulegen, anzusprechen. Die Schulsozialarbeiterinnen zeigten jedenfalls Mut und Engagement und sind bereit, Hilfe anzubieten. Nur so lässt sich Mobbing bekämpfen. Vielleicht ist nicht selten ein offengelegter Mobbingfall schon keiner mehr, weil er bewusst gemacht worden ist, weil er aus dem Versteck rausgeholt und transparent wird.

Veröffentlicht in Bildung, Integration. Schlagwörter: . 1 Comment »

Die Musikschule spielt auf

Es war schon dunkel als das eine Schar aufgeregter Kinder wieder Leben auf den Kirchenhügel zauberte: Eine Lebendigkeit, eine Spielfreude und ein Engagement sprudelte aus den Musikschülerinnen und Musikschüler Suhrs. Wochen von Fleiss und Schweiss auf Geigen, Flöten und Gitarren ballten sich zu einer freudigen Kraft am musizieren. Schön, dass die Musiklehrpersonen den Kindern diese Freude mitgeben können, schön auch, dass die Kirche ihrer Türen allen öffnete und die Kirchenorgel sich Kinderhänden erschloss.

Das Jahresende ist nahe, es gibt wenig Besseres als Kinder, die voller Stolz ihren Eltern, Grosseltern und Geschwister zeigen dürfen, welche Fortschritte sie mit ihrem Instrument erzielt haben. Zufriedene Kindergesichter mit Grittibänz lassen die Ermahnungen, doch auch wieder einmal zu üben vergessen und sind geeignet das Jahr gut ausklingen zu lassen.