Wenn nichts mehr so ist, wie es war


bag_screen_covi_blauregeleinhalten_oho_1080x1920_rgb_dJa, was hat denn die Corona Pandemie ausgelöst und mit der Fusion um den Zukunftsraum Aarau zu tun, werden Sie fragen. Ja, so berechtigt die Frage, so klar die Antwort: Je  zuverlässiger das Gemeinwesen, je besser organisiert und gesicherte die öffentlichen Dienste sind, desto sicherer kommen wir in schwierigen Zeiten mit neuen Herausforderungen über die Runden. Heute heissen diese Herausforderungen „Corona“; wie sie morgen heissen, wissen wir nicht. Sicher ist aber, dass wir immer wieder mit ausserordentlichen Herausforderungen konfrontiert sein werden. Dafür ist doch der Bund, das BAG mit den Virologen zuständig… werden Sie einwenden, oder dann der Kanton mit dem Gesundheitswesen.

Irrtum! Alle öffentlichen Gemeinwesen haben eine entscheidende Verantwortung, wenn es um die Bewältigung ausserordentlicher Herausforderungen geht. Wir wissen ja nicht, wie die nächste Herausforderung daher kommt, auch die Corona Pandemie haben wir alle bis in den Februar 2020 nicht für möglich gehalten. Ja, dann zeigt sich eben, wie wir organisiert sind: Haben unsere Behörden die Kapazität und Kompetenz, hier zu reagieren, sind unsere Verwaltungen so organisiert und ausgestattet, dass sie Homeoffice bewältigen können. Sind unsere Dienste noch erreichbar; ja plötzlich ist der persönliche Gang auf die „Gemeinde“ nicht nur durch eine Fusion etwas anders, sondern gar nicht mehr möglich, ist die Verwaltung geschlossen. Wie gut funktioniert die Erreichbarkeit? Wie funktioniern die Alters- und Pflegeheime, wer kann noch wen besuchen. Sind die KITAS geöffnet, wer betreut unsere Kinder, können wir unsere Schulen geöffnet halten, haben wir Räume für getrennte Klassen?
JA, auch die Gemeinden sind extrem gefordert. Was heute sich bewährt garantiert nicht, dass es auch künftigen Herausforderungen standhält.

Auch künftig kommt es halt in erster Linie drauf an, wie gesichert die finanzielle Lage der Gemeinde ist: Kann sie Steurausfälle verkraften, oder müssen Dienstleistungen angepasst, abgebaut werden. Oder sind die Finanzen so, dass wir sogar einzelne private Firmen, die am stärksten getroffen sind, vorübergehend stützen können. Und das führt unweigerlich wiederum dazu, dass uns Einwohnern von Suhr die Fusion mit den Nachbargemeinden enorme Vorteile bringt.

Wir wissen heute, dass wir aus den Berechnungen des Jahres 2018 neu mit einem Steuerfuss von 97% rechnen könnten (statt 108% aktuell in Suhr). Das trotz Überprüfung durch den Kanton und ein unabhängiges Treuhandbüro zu bezweifeln, ist wenig überzeugend. Nur Präsident Trump sagt zu allem, was ihm nicht gefällt, es stimme nicht… Eine Überprüfung mit den Rechnungen 2019 hat die Berechnung nun bestätigt (Steuerfuss 97% bestätigt). Dies obwohl Suhr allein 2019 über 1 Mio Aktiensteuern verliert und sein Budget nicht erreicht. Die Nachbargemeinden überbieten ihre Budgets und machen die Rechnung gesamt weiterhin gültig. Das sind eben schon jetzt die positiven Folgen der Fusion, man kann sich gegenseitig ausgleichen. Wenn Suhr allein schon vor Corona  30% seines Aktiensteuerertrages verliert, wie sieht es dann im Corona Jahr 2020 aus? In Suhr für sich allein denkt man über eine Steuerfusserhöhung auf 2021 nach. Aarau gewährt notleidende Kulturschaffenden eine Unterstützung und den Gastrobetrieben etwas bessere Konditionen für die Nutzung des öffentlichen Raumes.

Die Differenz im Steuerfuss ist ja auch nicht absolut entscheidend, sie kann sich tatsächlich bis zu einer Fusion 2026 noch etwas verändern: Entscheidend sind die strukturellen Unterschiede, die Differenz. Aarau hat mehr Betriebe, die Steuern generieren, Aarau hat einen weit höheren Steuerertrag pro Einwohner, Aarau hat eine tiefere Sozialhilfequote; das wird bleiben oder sich mit den Jahren verstärken: Die besten Aktien-Steuerzahler in Suhr der Pfister wurde nach Österreich verkauft, wer dort etwas sucht erfährt noch und noch, dass man das nicht mehr führe. Die alteingesessene Transportfirma Dreier verschiebt ihren Sitz nach Oberentfelden (bleibt damit im Perimeter Zukunftsraum, nicht aber in Suhr), die Autogarage im Spittel Areal zieht sich aus der ganzen Schweiz zurück. Strukurelle Unterschiede in der finanziellen Grundlage lassen sich nicht schönreden und auch kaum verändern.

Ja, wer in die Zukunft schaut, kommt nicht um die Feststellung herum, dass längerfristig eine fusionierte grössere Gemeinde, mit einem finanzstarken Aarau als Zentrum deutlich bessere Chancen hat, die heutigen gute Dienstleistungen auf kommunaler Ebene sicherzustellen und den Herausforderungen Stand zu halten.

Und unsere Nachbarn bleiben, unsere Geschäfte bleiben, unsere Strassennamen und unsere Postleitzahl und unser Naherholungsgebiet sind nicht von der Zusammenlegung der öffentlichen Verwaltung betroffen, Suhr bleibt Suhr – einfach mit andern zusammen besser für die Zukunft gerüstet.

Deshalb ein JA am 27. September 2020 zum Zukunftsraum.

 

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