Wem macht eigentlich eine Fusion Angst? Und warum?

Also, die Fakten sind längst klar: Die umfangreiche Zusammenfassung der Fusionsanalyse ist in alle Haushalte verteilt. Es ist offensichtlich, dass die ins Auge gefasste Fusion überwiegende Vorteile hat:

Wir sprechen nur von einer Änderung in der Organisation der Gemeindeverwaltung; unsere Umgebung, unsere Nachbarschaft, unsere Vereine und Geschäfte bleiben unverändert! Unsere Heimat macht schon heute nicht an den Gemeindegrenzen halt. Die Veränderung in der Gemeindeorganisation werden Viele im Alltag kaum merken, die Vorteile aber dann schon:

  • die Aufgaben der öffentlichen Hand können in einem grösseren Rahmen besser gelöst werden, weil eine grössere Organisation mehr Fachlichkeit, bessere Stellvertretungen und durch grösseres Volumen mehr Erfahrung generieren kann.
  • regionale Aufgaben können besser angepackt werden.
  • durch die Grösse werden Synergien und damit Kosteneinsparungen möglich.
  • grössere Belastungen durch regionale Infrastrukturaufgaben (Strassen, regionale Sport- und Kulturanlagen) oder teure kommunale Aufgaben (Sozialwesen, Schulangebot, Kinderbetreuung, Altersangebote) können auf mehr Steurerzahler verteilt werden.
  • eine neue grössere Hauptstadt erhält mehr Gewicht im Kanton und eine grössere Ausstrahlung in der Schweiz.Risiken hat man gut beachtet und auf Augenhöhe ausgeglichene Lösungen erarbeitet:
  • Wahlkreise sichern allen beteiligten Gebieten einen ausgeglichenen Einfluss in der neuen Stadt
  • Stadtteilvertretungen mit eigenständigen finanziellen Kompetenzen sichern regionale und Quartierinteressen optimal ab.
  • Die Verwaltung bleibt dezentral und in allen Gebieten gut erreichbar.
  • die Ortsbürgegemeinden werden zusammengelegt und dadurch stärker.
  • beliebte Freizeit und Kulturanlässe bleiben lokal erhalten und werden durch neue gemeinsame Feierlichkeiten ergänzt werden.
  • die Vereine bleiben unberührt
  • die vertraglichen Verbindlichkeiten mit aussenstehenden Nachbargemeinden bleiben erhalten.

Weshalb bleibt dann der Widerstand doch noch so hartnäckig? Natürlich ist nicht alles Gold, was glänzt: Auch die neue Stadt hat einige Herausforderungen, auch dann wird es Fehler und Schwierigkeiten geben. Auch dann ist Vieles nur so gut, wie die Personen, die es umsetzen. Aber das wissen wir alle, das kann nicht der Grund sein für die noch verbreitete Skepsis. Vielleicht ist es die konservative Zurückhaltung, dem Bekannten mehr zu vertrauen als dem Neuen. Und wie in allen Fusionsprojekten sind es bekannte Gruppen, die Mühe bekunden, auch weil sie sich stärker betroffen fühlen:

Mitarbeitende in den Verwaltungen sehen den Ungewissheiten der Veränderung mit gemischten Gefühlen entgegen, leisten teilweise sogar Widerstand. Aber gute bisherige Mitarbeitende werden auch gute Mitarbeitende der neuen Hauptstadt, wohl mit mehr Perspktiven im Personalbereich, mit besseren Altersleistungen, mit mehr Chancen. Die gute Verwaltung in Suhr hat keinen Anlass, konstruktive neue Konkurrenz zu fürchten. Angst vor jeglicher Veränderung wäre ein schlechter Ratgeber.

Einige ehemalige und amtierende Behördenmitglieder fürchten sich davor „abgeschafft“ zu werden, neigen zum „Posten halten“ oder glauben, ihre Leistungen seien dann nach einer Fusion nicht mehr gewürdigt. Das ist unbegründet und wenig weitsichtig. Auch die neue Stadt ist auf engagierte Personen angewiesen, die die Verhältnisse kennen, die das Vertrauen haben. Unsere bisherigen Amtsträger haben ihren Job gut gemacht. Es ist der Verdienst der bisherigen Amtsträger, dass man die Gemeinde heute im guten Zustand hat, auf Augenhöhe ein neues gemeinsames Projekt angehen und damit einer guten langfristigen Entwicklung den Weg ebnen konnte. Zudem werden wohl einige der heutigen Behördemitglieder (nicht nur in Suhr) per 2026 mit dem Fusionsstart am Ende ihrer Amtszeit stehen. Die andern benötigen wir dringend für einen erfolgreichen Aufbau der neuen Stadt.

Ortsbürgerinnen und Ortsbürger wollen unter sich bleiben. Noch knapp 300 mit einem Bürgernamen wohnen noch in Suhr. Die heutige Arbeitsplatzflexibilität einerseits und die ausgezeichnete Standortqualität in der Region bringt schnelle Wechsel der Arbeits- und Wohnorte. Auch wenn Ortsbürger sich der positiven Bewahrung der lokalen Umgebung und des kulturellen Angebots verpflichtet fühlen, ist dies gemeinsam mit den andern Ortsbürgern in den Nachbargemeinden besser gewährleistet als allein mit den verbleibenden Ortsbürgern in Suhr allein.

Seniorinnen und Senioren sind immer etwas konservativer, halten am bewährten Bisherigen fest. Aber diese Fusion ist ein Projekt für die nächste Generation. Wollen wir das unseren Kindern verunmöglichen? Werden 2026, nach dem ersten Viertel des 21. Jahrhunderts nicht neue Generationen die Geschicke der Region bestimmen müssen?

Nein, es gibt wahrlich kaum mehr Gründe gegen die Fusion im Raum Aarau. Unterstützen Sie deshalb das Suhrer Komitee ProZukunftsraum (www.suhr-aarau.ch), melden Sie Ihr Interesse für weitere Informationen direkt an über prozukunftsraum@bluewin.ch.