Die neue Hauptstadt ohne Suhr?

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Grafik AZ

Nun haben sich die beiden Entfelden und Densbüren klar und deutlich  alle mit JA Mehrheiten zwischen 61 und 69% für die Weiterführung der neuen Hauptstadt entschieden (Oberentfelden mit einer Beteiligung von 2,3%;  Unterentfelden mit einer Beteiligung von 6.5% und Densbüren mit einer Beteiligung von 15,4%). Das setzt Suhr in Zugzwang! Mit einem Abseitsstehen in der Weiterbearbeitung würde Suhr jeden Einfluss auf die Gestaltung einer  neuen Hauptstadt aus der Hand geben. Statt einem kraftvollen Aufbau einer neuen grösseren Hauptstadt würde Suhr mit dem bedauerlichen Buchs Abseits stehen und in einigen Jahren, wenn dann aus finanziellen oder auch strukturellen Gründen eine Fusion auch hier reif wäre, ein Zusammenschluss nur noch zu den von Entfelden und Densbüren ausgehandelten Bedingungen möglich wäre. Zusammenarbeit mit dem kleinkariertes Schielen auf schnelle Vorteil, Rosinenpickereien von Fall zu Fall wird immer schwieriger werden. Wer mit den Nachbargemeinden wirklich auf Augenhöhe neue Lösungen und zukunftsträchtige Verbesserungen anstreben möchte, muss auch den Mut haben, alte Strukturen zu hinterfragen und Neues zu wagen.

Die knappe Mehrheit der Suhrer Gemeindeversammlungsteilnehmer hatte diese Vision nicht. Aber auch wenn diesmal mit 7,2% der Stimmberechtigten mehr Stimmberechtigte an der Gemeindeversammlung teilnahmen, ist die Legitimation der Entscheide in der Gemeindeversammlung schwach. Natürlich dürfen theoretisch alle Stimmberechtigten an die Gemeindeversammlung kommen; mehr als 15% der Stimmberechtigten fasst die Bärenmatte aber nicht! Das System ist nicht auf eine breite Teilnahme ausgelegt und der unbestrittene Vorteil der leichten direkt demokratischen Teilnahme am lokalpolitischen Geschehen ist belastet mit dem Makel des faktischen Ausschlusses breiter Bevölkerungskreise.

Also; das Referendum kommt: 50.5%  NEIN bei 7.2% Gemeindeversammlungsteilnehmer würde bedeuten, dass 3.6% der Stimmberechtigten jede Zukunftsentwicklung unserer Gemeinde vorzeitig beerdigen könnten, weil sie sich gar nicht mit den Vor- oder Nachteilen auseinandersetzen wollen. Das genügt für eine demokratische Legitimierung nicht.

Die Zukunft braucht ein Referendum

referendum-clipart-can-stock-photo_csp20571000 Die Suhrer Gemeindeversammlung hat am 24. November 2016 den Projektkredit zum nächsten Schritt im Zukunftsraum Aarau abgelehnt und damit die Türe zugeschlagen, ohne dass die Grundlagen einer neuen Hauptstadt und einer Beteiligung von Suhr darin hätten geprüft werden können. Bei knapp 400 anwesenden Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern wurde der Kredit mit wenigen Stimmen Unterschied abgelehnt. Im allen zugänglichen Workshop im Januar 2016 haben sich die Interessierten nach guten Diskussionen und vertieften Analysen überwiegend für ein Weitermachen in der Zukunftsdiskussion entschieden, nun in der Gemeindeversammlung wird mit Verlustängsten und Heimatparolen ohne sachliche Auseinandersetzung der Widerstand zelebriert. Ein Leitbild will man nicht „darin steht ja dann sowieso, dass es für Aarau gut sei…“ und mit Aarau zusammen will man eh nicht gehen. „Die nehmen und dann den Wald weg…“, „wir verlieren das Ortsbürgervermögen…“ . Wehret den Anfängen!

Schade meint das echo da: Bei allem Verständnis, dass es den meist älteren treuen Gemeindeversammlungsbesucher etwas schwerer fällt, sich auf Neues einzulassen. Zukunft zu gestalten, an kommende Generationen zu denken, alte Ängste vor Aarau abzustreifen, die Chance jetzt zu nutzen, wo einige Gemeinden und Aarau selber die Zukunft auf eine neue Grundlage stellen möchten.

Wer sich umhört erfährt bei den grössten Skeptikern oft: Früher oder später müsse man ja schon fusionieren, je nach Befindlichkeit ist das „früher oder später“ dann bald oder lieber gar nie… Nein: Jetzt müssen wir das prüfen, jetzt wo wir die Gemeinde noch tip top im Griff haben (wenn auch mit etwas angeschlagenen Finanzen, weil wir den Steuerfuss künstlich zu tief halten, was aber auch Aarau macht). Jetzt liegt ein Projekt vor, jetzt müssen wir dran bleiben. Bis zu einer möglichen Umsetzung werden noch einige Jahre vergehen, so schnell geht es auch wieder nicht. Und wenn alle Fakten auf den Tisch liegen, wird demokratisch in einer Volksabstimmung darüber befunden.

Dafür brauchen wir aber das Referendum, sonst ist alles aus. Zukunft Suhr ergreift deshalb das Referendum und will so allen Stimmberechtigten die Möglichkeit zum Entscheid geben. Das echo wird, sobald die Unterschriftensammlung los geht wieder informieren. Helfen Sie mit.