Gemeindeautonomie? Nun schliessen sich auch die Schulen zusammen


km4_gemeindeautonomie_usDer Druck wird grösser und grösser: Das neue Schulmodell 6/3, d.h. 6 Jahre Unter- und Mittelstufe und 3 Jahre Oberstufe verlangt nach grösseren Einheiten bei der Oberstufe. Gränichen und Buchs müssen ihre Bezirksschule aufgeben oder sich mit Nachbargemeinden zusammenschliessen. Buchs ist ja in einen speziellen Lage: Seine Kreisschule mit dem Stadtteil Aarau-Rohr ist eigentlich ein Unding. Aarauer Schüler aus diesem Stadtteil gehen in Buchs zur Schule?! Wie lange noch? Teufenthal müsste das auch mit seiner Oberstufe, aber macht auf Widerstand des Gallischen Dorfes, weil es versäumt hat, rechtzeitig die Weichen zu stellen, damit zumindest gewisse Schulen im Dorf bleiben. Und nun merkt man plözlich, dass grössere Einheiten in der Schule Synergien geben, bei den Schulräumen, bei den Wahlfächern, bei der Beschäftigung der Lehrpersonen, bei der Musikschule. Ja, genau das ist es.

Diese Synergien hat man ja auch bei den meisten Aufgaben der öffentlichen Hand schon genutzt, sie sind unbestritten, beliebt und akzeptiert. Und nun fragt sich das echo doch halt wieder, was noch bleibt nach dem Zusammenschluss der Forstämter, der Zivilstandskreise, der Betreibungsämter, der Zivilschutzorganisationen und der Regionalpolizei. Nach der Zusammenarbeit der Nachbargemeinden auch bei der KEBA, der Badi, der Alters- und Pflegeheime und nun der Schulorganisationen ist die Eigenständigkeit nur noch eine Worthülse.

Ist es nur noch, dass wir je einen Gemeindepräsidenten pro Gemeinde haben, dass also mehrere sich mit diesem Titel schmücken können? Das ist doch heute auch mehr Bürde als Würde. Gefunden und bezahlt werden müssen die geeigneten Personen ja auch noch.

ZusammenUnd noch etwas: Wer kontrolliert nun was, wer bestimmt wo und was? Haben Sie hier noch den Überblick? Für den Gränicher Bez-Schüler ist nun die Schulleiterin in Suhr zuständig. Die wird auf Vorschlag der Schulpflege Suhr vom Gemeinderat Suhr gewählt. Und was haben denn die Gränicher Eltern noch zu sagen? Sollen diese auch in dieser Schulpflege vertreten sein? und wenn ja, wie stark. Dann sind aber für die Suhrer Schülerinnen und Schüler der Unterstufe auch Gränicher Eltern in der Schulpflege? Warum und was sagen die denn zu Problemen des Feldschulhauses? Für Buchs spiele ich diese Gedanken schon gar nicht durch, weil es nur noch grotesker wird. Unter dem Strich wird klar: Mit Zusammenarbeitsverträgen, Gemeindeverbänden und allen andern Zusammenarbeitsmodellen kann man vieles lösen, aber die demokratische Abstützung in der Gemeinde ist futsch. Das, was immer zuvorderst angeführt wird bei allen Gedanken um Fusionen, die Selbstverantwortung der Stimmbürgerinnnen und Stimmbürger,  ist nur noch Theorie. Der Druck nach effizienteren Formen der Zusammenarbeit hat ein Grossteil der Kompetenzen der Gemeinden von der Gemeindeversammlung weg zu Gremien von regionalen Gemeinderatsdelegationen verschoben. Und niemand kann hier ernsthaft direkt mitreden. Oder wie sagt es die nicht gerade verdächtige avenir suisse: „Das Festklammern an einem zu engen, juristischen Autonomieverständnis höhlt die Gemeindeautonomie langfristig aus und gefährdet damit die Bürgernähe der staatlichen Leistungserbringung. Diese kann durch eine Demokratisierung der Zusammenarbeit oder durch Fusionen gewahrt werden, nicht jedoch durch ein Festhalten an historischen Strukturen.“

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