Vision Aarau

Ja langsam und zurückhaltend, aber in der Richtung klar hat sich die Stadt Aarau geoutet: Sie bietet allen Gemeinden des Bezirks Gespräche an über einen Zusammenschluss in eine neue Gemeinde an: Vision Aarau (2011_08_22_VisionAarau_Dokumentation_gelayoutet): ein neues Aarau, das dann seine Bedeutung und Ausstrahlung als Hauptstadt des viertgrössten Kantons etwas glaubwürdiger ausspielen könnte.  Die als Fernziel angepeilten 100’000 Einwohner, etwas eine Grösse wie Winterthur (das vor 80 Jahren den Schritt mit dem Zusammenschluss der Nachbargemeinden wagte und das seither kaum bereute), würden nicht nur der Stadt sondern der ganzen Region eine völlig neue Entwicklungschance eröffnen.

Das ganze soll nicht von heute auf morgen kommen, aber beginnen muss man mit den konkreten Überlegungen jetzt. Man muss sich auseinandersetzen damit, Vor- und Nachteile analysieren, Vorteile begünstigen, Nachteile zu minimieren suchen. Es gibt nicht nur Gutes: Aber wer nicht heute die Strukturen dieser Region konsolidiert, die politischen Prozesse der realen Bevölkerungs- und Siedlungsentwicklung anpasst, der verpasst eine Chance, die Entwicklung in gute Bahnen zu lenken.

Die Agglomerationsgemeinden sind heute noch keine Sanierungsfälle, aber es wird immer schwieriger, die Bedürfnisse der Einwohnerschaft zu einem vernünftigen Steuerfuss zu befriedigen und sich nicht einfach zu verschulden. Die Region steht im Wettlauf um Standorte in Konkurrenz mit andern Städtchen des Kantons und andern Regionen der Schweiz; zukunftsträchtige Firmen gehen dorthin, wo die Strukturen stimmen,  wo Verkehrswege, Infrastruktur und Wohnqualität optimal aufeinander abgestimmt sind. Hier sind längerfristige Lösungen und Strategien gefragt, ängstliches Festhalten an den dörflichen Verhältnissen ist gefährlich. Bewahren in einer neuen Struktur müssen wir nur das, was uns in unseren überschaubaren Kleinräumigkeit als Heimat ans Herz gewachsen ist, das ist dann aber oft nicht (nur) im alten Dorf, sondern in der Region, in der Stadt, an der Aare, am Maienzug oder Bachfischet, wo im Fürioo de Bach brönnt, d’Sohrer händ en anzündt, d’Aarauer händ en glöschet, d’Chütiger, d’Chütiger rite uf de Frösche, die ganze Region zur Heimat wird. In diesem Sinne müssen wir zusammensitzen und die Vision weiterdenken, weiterentwickeln; möglichst alle und jetzt!

Die heutigen Gemeindegrenzen waren nicht immer.  Die Geschichte zeigt, wie kurz die Zeit der heutigen Dörfer ist, das beweist die kürzliche 200 Jahr Feier in Buchs, 200 Jahre und vorher?

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Kommen nun die Atomabfälle nach Suhr?

Nein, das ist kein Witz, kein Schildbürgerstreich: Die NAGRA hat herausgefunden, dass für das Endlager am Jura-Südfuss das Betriebsgebäude im Suhrer Wynenfeld liegen könnte! Neben der Badi, neben dem renaturierten Suhrelauf, direkt neben  Zusammenfluss von Wyne und Suhre und im wertvollsten Industrieland und über dem Suhretaler Grundwasserstrom, soll die riesige Anlage für den Betrieb des Atommülllagers zu stehen kommen. Da soll der Eingang sein für die unterirdischen Stollen und die Atommüllfässer, erschlossen mit einem Tunnel unter der ganzen Gemeinde Suhr und unter der Suhre durch…?

Ja, wer kommt denn auf sowas? Ist nun halt doch das einzige Kriterium dasjenige, dass Müll und Anlagen dorthin kommen, wo der Widerstand am kleinsten ist? Und was ist denn mit den schönen Papieren der NAGRA, wonach Lagen neben Oberflächengewässer gemieden werden, wonach der Zugang nicht unter grösseren Siedlungen durch führen soll, wonach Grundwasserzonen geschütz seien etc (NAGRA_Standortanforderungen). Alles nur Schall und Rauch, nun werden Standorte unmittelbar neben Dorfzentren, wenige hundert Meter neben Einkaufszentren (MMM und Möbel Pfister) mit täglichem grossen Personenverkehr vorgeschlagen und in den im Richtplan als Grundwasserschutzgebiet (blau schraffiert)ausgeschiedenen Gebieten vorgeschlagen…

Jetzt meine Damen und Herren Gemeinderäte, liebe Politiker jetzt muss man antreten. Wenn das echo seit 2008 schon mehrmals mahnte und davor warnte, die NAGRA zu unterschätzen (suchen Sie die ältern Artikel darüber nebenan unter NAGRA Endlager), hat das offenbar (ausser wenige wachsame AktivistInnen der SP in der Region) noch niemand ernst genommen. Zu sicher schien man zu sein, dass niemand auf die Idee kommen würde, hier Atommüll zu versorgen und dann im generell stark besiedelten Gebiet die Anlage noch mitten drin ins Auge zu fassen. Wenn die NAGRA so wirre Vorschläge macht, zeigt dies, dass ihr das Wasser am Hals steht, dass sie um jeden Preis das Lager bauen muss. Zuerst dort wo man es schluckt. Bei uns?

Die SP des Bezirks Aarau hat sofort reagiert (MM Tiefenlager_Standorte_OA_2012 0120), uns Sie?