Entwicklungsleitbild


Ja, da darf man ja gespant sein, wie das Entwicklungsleitbild  nach der Grossgruppenveranstaltung vom 27. August 2011 aussieht: Ob man bei gut 5500 Stimmberechtigten und 75 Teilnehmern von Grossgruppenveranstaltung sprechen kann, liesse sich ja diskutieren. Aber immerhin opferten diese 75 einen grossen Teil des freien Samstages, um über die Zukunft von Suhr nachzudenken und zu debattieren.

Etwas Zumba zwischen den Diskussionstischen konnten allerdings das Dilemma, sich auf völlig widersprüchliche Aussagen für ein „finde ich richtig“ oder „finde ich falsch“ entscheiden zu müssen, nur bescheiden erleichtern. Und ob sich aus den Resultaten nun ein visionäres Leitbild bauen lässt, erscheint auch etwas fraglich. Die Arbeitsgruppe und der Gemeinderat, die die Veranstaltung gut organisiert und moderiert haben, sind dabei nicht zu beneiden. Gross scheinen die Erwartungen verschiedener Interessengruppen, ihre Ideen zum Leitbild zu erheben, zu sein. Und zumindest in gewissen Bereichen (Was erlaubt die mittel- und langfristige Finanzperspektive; genügt die Behördenstruktur für eine mittelerweile beinahe 10’000 Einwohner umfassenden Gemeinde),  wäre als Grundlage für ein Leitbild vielleicht doch auch eine Analyse eines Experten interessant. Nicht dass die Idee, die Bevölkerung mit Leitbildtischen abzuholen, wo sie sich ohnehin aufhält und der Einbezug möglichst vieler, schlecht wäre; aber vielleicht genügt das JEKAMI doch nicht ganz.

Die Diskussionen waren anständig, korrekt und bemüht, nicht grosse Konflikte zu schaffen. Zuvielen macht der Graben, der sich in Suhr in den letzten Jahren zwischen den massgebenden politischen Kräften aufgetan hat, Mühe. Aber gleichwohl kommt Suhr, und nicht nur Suhr, nicht um die Gretchenfrage herum; wie seht ihr es mit einer Fusion mit einer oder mehreren Nachbargemeinden. Diese Frage steht nun einmal im Raum, nicht weil damit alle Probleme gelöst werden können, sondern weil die grossen Veränderungen im Aufgabenbereich der Gemeinden, die wachsende Mobilität der Bevölkerung  und das Zusammenwachsen der Gemeinden, diese Frage aufdrängen. Was regional angepackt werden sollte, war selten bestritten, nur wie regional etwas umsetzen, wenn doch jede Gemeinde nur auf ihr Portmonnaie und ihren Vorteil schaut. Und wenn nicht jetzt so wird sich Suhr doch in Kürze mit der Fusions-Frage dringend und ernsthaft auseinandersetzen müssen, pro und contra auflisten und dann entscheiden müssen, wie es weiter gehen soll. Jeder und jede wird sich die Frage stellen müssen, was denn Heimat für ihn/für sie bedeutet, ob die sozialen Kontakte die einem als daheimfühlen lassen,  wirklich durch Gemeindegrenzen festgelegt sind. Wenn das Leitbild zumindest eine Brücke entwerfen konnte, auf der längerfristige Perspektiven unvorhereingenommen debattiert werden könnten, wenn mit den Gesprächen etwas Feinbilder abgebaut werden  konnten, dann hat sich dieser Samstag schon mehr als gelohnt. Nach vorne schauen, ja wirklich, das wollen wir, weil es uns hier gefällt.

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