Lieber Urs Zimmermann


Ein offener Brief zum Jahresende oder eine Antwort auf Urs Zimmermann’s Gedanken zur Dorfpolitik im SuhrPlus Januar 2011

Ja, das erste Jahr ist vorbei, an dem deine FDP in Suhr nicht allein oder zusammen mit Getreuen aus der Ortsbürgerschaft, die Geschicke der Suhrer Dorfpolitik praktisch im Alleingang bestimmen konnte. Und Suhr existiert noch immer!

Natürlich sind die Probleme, die man (auch deine Partei) über Jahre nicht hat lösen können, vielleicht auch nicht einfach zu lösen waren, nicht weg. Und es sind auch in diesem ersten Jahr nicht alle Probleme von Zukunft Suhr gelöst worden. Das wäre wohl zuviel der Erwartungen. Viele Probleme sind aber auch entstanden, weil Exponenten deiner Partei über Jahre das Heil nur im Sparen gesucht haben. Andere Probleme wie der tiefe Pro-Kopf-Steuerertrag sind strukurell bedingt. Sparen oder haushälterischer Umgang mit den Geldern der Einwohner in Ehren – aber für die Entwicklung der Gemeinde, für die Lösung aller Probleme, genügt das einfach nicht.

Das Mischwasserbecken wurde von euch aus Wut über die schlechte Berechnung des Ingenieurs versenkt, ohne Diskussion. Was erwartet ihr denn jetzt? Ihr wisst ja genau wie wir, dass die kantonalen Gesetze dieses Becken vorschreiben. Genau wie die Gesetze auch kaum einen grossen Spielraum lassen bei Baugesuchen für Mobiltelefonantennen. Wo sind nun eure konkrete Vorschläge? Die Entsorgung geht auch euch etwas an, was sind eure Vorschläge? Zukunft Suhr sucht mit seinen Vertreterinnen und Vertretern Lösungen, ihr müsst uns nicht „mit Kritik verschonen“, bitte bringt doch eure Ideen ein, aber konkret und stellt euch der Diskussion.

Aus deinen Zeilen drückt mir trotz den Beteuerungen zu  Gesprächen noch immer der Frust über die verlorenen Wahlen 2009 durch, das ist eine schlechte Basis. Zukunft Suhr ist kein einheitliches Gebilde, sondern ein Zusammenschluss aller Kräfte in Suhr, die Suhr als schnell gewachsene Agglomerationsgemeinde akzeptieren, und bereit sind, die dafür notwendigen politischen Schritte umzusetzen, konstruktiv im Dialog mit allen. Aber die Entwicklung Suhrs und die Lösung der anstehenden Sachproblemen kostet Geld.  Wir haben das Gespräch mit der FDP nie verweigert und unsere Exponenten in den Behörden arbeiten auch mit euren Vertretern gut zusammen, aber mit konkreten Lösungsansätzen und nicht mit Spar- und Steuersenkungspolitik. Die Finanzlage Suhrs ist leider tatsächlich nicht rosig, wohl sind wir noch nicht wesentlich verschuldet, aber die Einnahmen vermögen die weitgehend gebundenen Ausgaben nur knapp zu decken und erlauben keine Investitionen mehr. Wenn wir trotzdem investieren müssen, (und wir müssen, um die Anliegen der Bevölkerung zu decken), wird uns dies in eine Verschuldung führen. Wenn du das als Gejammer nicht ernst nehmen kannst, dann lasse doch bitte die Finanzlage einmal von einem unabhängigen Fachmann (es darf auch eine Fachfrau sein) beurteilen und Lösungsansätze vorschlagen.

Im Jahr 2011 ist geplant, die weitere Zukunft Suhrs einmal ausserhalb eines konkreten Sachgeschäftes in verschiedenen Gremien zu diskutieren und die Lösungen zusammenzutragen. Es wird kaum zu vermeiden sein, dass auch die Frage einer Fusion mit Aarau und auch Buchs wieder zu diskutieren sein wird, nicht als Allerheilmittel, aber sachlich und offen. Viele in Suhr haben davor Angst, lehnen es kategorisch ab, andere (und ich habe mit vielen auch aus euren Reihen gesprochen) sehen das aber durchaus und mit Recht pragmatisch, sind offen für die Diskussion. Diese für Suhr wichtige Frage ist auch kein Parteithema, sondern es wird für alle politischen Lager Vor- und Nachteile bringen. Entscheidend ist die Bilanz: die Einwohner in Suhr erwarten von uns hier ein sachliches Gespräch. Ich führe dieses gerne auch mit dir. In diesem Sinne wünsche ich dir alles Gute zum Jahreswechsel und ein konstruktives 2011.

Jürg Lienhard

PS: Ich weiss noch nicht, wo ich mit Freunden anstossen werde. Das Aarauer KUK liegt näher als die Bärenmatte, und liebe Freunde habe ich an beiden Orten …  aber das ist keine Fusionsanalyse, sondern für einen Bewohner des Aarauerfeld eine feste Tatsache.

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