Die Rückeroberung der Tramstrasse

Haben Sie es bemerkt? Nein, sind Sie heute dem Tram begegnet auf der Tramstrasse? Das gab es ja immer wieder einmal, aber ab heute ist es normal, ist es immer so. Sie werden dem Tram nie mehr begegnen, jedenfalls nicht mehr auf der Suhrer Tramstrasse.

Das Tram ist weg- ab heute auf seinem eigenen Geleise, dort wo früher die SBB fuhr. Jahrzehntelang gehörte die WSB, das Tram, zum Dorfbild von Suhr, unzählige Schreckmomente haben Autofahrer,  fremde und einheimische mit dem plützlich vor ihnen auftauchenden Tram erlebt, schweissnass aufgeatmet, nachdem sie im letzten Momenmt haben ausweichen können. Das Tram war allgegenwärtig, hat viele in den Ehestand begleitet, Tausende täglich zur Arbeit und zurück geführt. Aber noch einigen hallen die Schrei der Verunglückten in den Ohren, etliche trauern um ihrer verunglückten Kinder, fragen sich noch nach Jahren warum gerade sie getroffen wurden.

Und nun ist es weg, das Tram. Die Wehmut weicht schnell der Hoffnung, dass die Unfälle der Vergangenheit angehören, dass die Gefahren sich so nicht wiederholen.

Aber noch sind nicht alle Entscheide gefallen: Wie soll die Tramstrasse künftig aussehen; sie wird nicht mehr „Tramstrasse“  heissen können, aber auch nicht zur Autostrasse werden dürfen. Sie muss Menschenstrasse, Dorfstrasse werden, nein nicht den Namen ändern sondern die Funktion. Sie muss wieder überquerbar sein, für Kinder,  Schülerinnen und Schüler, Seniorinnen und Senioren. Sie muss aufhören, eine Teilung von Suhr-Ost zu Suhr-West zu sein. Sie muss Suhr verbinden und nicht trennen. Dafür werden Gemeindebehörden noch mit dem Kanton einige Diskussionen auszufechten haben. Ohne WSB allein ist noch keine Perspektive, nur ein Anfang für eine sicherere Querung der Suhrer Haupstrasse. Das Risiko „Auto“ bleibt uns erhalten. Setzen wir auch hier die richtigen Grenzen, zum Wohle für die Zukunft von Suhr.

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