Schwalbenkönige: oder (k)ein Nachruf auf den FCA und das Brügglifäld

Nein es war nicht als Nachruf auf den FCA in der höchsten Liga des Landes und das nun zu ersetzende Brügglifäld gedacht als sich die Schwalbenkönige in der sommerlichen Gartenbeiz des Sportplatz in Suhr (exJufer) neben dem Stadion Brügglifeld einfanden und zeigten, dass Fussball nicht nur mit Vandalismus, Hooliganismus und andern negativen Zeiterscheinungen in Verbindung gebracht werden muss, sondern neben Freude, Technik und Spielintelligenz auch mit Wortwitz, Begeisterung und Festfreude. Stimmgewaltig, frech und kühn sangen und dichteten die vier Schwalbenkönige vor einer kleinen Schar Getreuer und tauften die neue CD „Kick Off“ mit Pernod. Gogo Frei, Tschändu Muhmenthaler, Wolfgang Bortlik und Pedro Lenz, die zwei ersten aus der Region und dem Brügglifeld nicht wegzudenken, Bortlik, der exMünchner und ExilAarauer aus Basel und Pedro Lenz der Berner ergänzten sich perfekt. Sogar die AZ berichtete prominent darüber (Schwalbenkönige).

Und weil die CD „Kick Off“ während der WM 2010 getauft wurde, bekamen auch Sepp Blatter und die ganze geldgierige Spitzenfussballwelt das Ihrige ab. Fussball weckt Emotionen, wenn diese wie hier geistreich und unterhaltend und auch hie und da kritisch den Finger auf den Punkt lenkten, dann steht dem gemütlichen Fussball-Abend nichts mehr im Wege…..

Oder doch? Die lausige schweizerische Fussballkost gegen ein schwaches Honduras, wo die Überheblichkeit vieler Internationaler aus der Schweiz zum Greifen schien. Aber ohne Tore ist kein Match zu gewinnen, und nur gut stehen und nicht spielen reicht halt höchstens Mal zu einer Überrraschung gegen einen Favoriten, nicht aber zur Achtelfinalqualifikation.  „Meh bewegig..“ genügt zwar auch nicht, aber vielleicht etwas mehr Selbstbewusstsein und etas weniger Starallüren. Und so nahm der Abend ein jähes Ende, etwas Frust mischt sich mit den Sprüchen, wie man es besser gemacht hätte. Sprüche und ein Hauch von Besserwisserei, wie sie zu jedem Match gehören: Ja wir hätten ja auch gewusst, wie der FC Aarau in der Super League geblieben wäre, wie man schneller zu einem neuen Stadion gekommen wäre. Wenn. wenn, wenn oder wenn das Wörtchen wenn nicht wäre, womit wir wieder bei einer Nummer auf der CD „Kick Off“ wären…

Das Brügglifeld neben dem Restaurant Sportplatz wird uns aber noch einige Zeit erhalten bleiben, nachdem die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger Aaraus nun auch der dritte Versuch, das neue Stadion zu verhindern, vereitelt haben. Nun kann es an die Ausführung gehen: Das wird aber noch dauern. Pedro Lenz mit seiner Brügglifäud-Nummer aus dem Jahr 2004 soll uns weiterhin daran erinnern, dass das Brügglifeld als Relikt eines Provinzstadions mit dem Ambiente eines Grümpelturniers in der höchsten Spielklasse des Landes bis im Sommer 2010   zumindest hie und da Spitzenfussball beherbergte und zeigte. Und in der neuen CD legten die Schwalbenkönige noch einen drauf mit dem Brügglifäld-Song. Den Abschied vom Brüggli wird es aber noch nicht setzen können, hier wird zur gegebenen Zeit noch ein richtiges Fest angezeigt sein, vielleicht auch mit den Schwalbenkönigen und mit vielen Freunden FC Aarau! Noch ist nicht aller Tage Abend und der FC Aarau ist gut auf dem Weg in der Vorbereitung in die Challenge League. Auch hier gilt, nur keine Überheblichkeiten, auch diese Liga muss zuerst gespielt sein und niemand wartet auf die Absteiger. Selbstgefälligkeiten mag es hier sowenig leiden wie in Südafrika, und dass von dort die Schweizer nach der Vorrunde heimreisen, haben ja viele noch vorhergesehen, aber die Franzosen und Italiener und heute auch die Engländer…

Schwalbenkönige

Pedro Lenz

Suhr feiert mit aller Welt

Ja wirklich, die Suhrer Schule ist wohl mehr Multikulti als die WM in Südafrika: aus aller Welt, wie das Motto des diesjährigen Jugendfestes lautete. Und für einmal zeigte man sich stolz darüber, nicht nur der Schulpräsident Heiner Kilchsperger an der Eröffnungsfeier, sondern auch die vielen Festbesucher am Umzug und in den Beizlis, auch die weltoffen kroatisch, italienisch und auch etwas schweizerisch eben alle zusammen. Dass auch das Wetter uns das bisher schönste und (einzige) Sommerwochende bescherte zeigt, dass uns auch Petrus wohlgesinnt war und Suhr mit etwas Toleranz und Offenheit auf dem richtigen Weg ist. Dass die ungerechten Nichteinbürgerungen an der Gemeindeversammlung vor 10 Tagen ohne Diskussionen korrekt und anständig bereinigt und die Einbürgerungen gegen den Widerstand der letzten konsequenten Neinsager vollzogen worden sind, macht Hoffnung, dass Derartiges ausgedient hat. Weltoffenheit nicht nur am Jugendfest, sondern in der täglichen Arbeit in der Schule und in den Behörde, das macht Mut und tut gut. Weiter so.

Und wer sich ärgerte, dass die WSB mit Penetranz den Umzug verzögerte und sich in aller Gefährlichkeit, wenn auch im Schritttempo, den Weg durch die Festbesucher am Umzug bahnte, dem kann versichert werden, dass es das letzte Mal war. Ende Jahr verschwindet die WSB aus dem Ortsbild, das kostet viel Geld ist aber seit Jahren überfällig. Auch hier sind wir auf dem guten Weg. Verkehrspolitik ist langwierig, unspektakulär und mühsam. Wenn sie sich aber konsequent an den Bedürfnissen der ortsansässigen Bevölkerung ausrichtet und Verkehrssicherheit und Lebensqualität ins Zentrum rückt, dann ist auch hier etwas zu bewegen.

Buchser Schüler am Aarauer Maienzug

Nein, das ist kein Witz und bisher erst in einer unscheinbaren Notiz medial kommuniziert worden. Das widerspenstige Buchs, das dieses Jahr stolz seine 200 Jahre Eigenständigkeit von Suhr feiert, schickt seine Schülerinnen und Schüler an den Maienzug nach Aarau. Die Jugend, die Zukunft des stolzen Dorfes, das sich bisher einem gallischen Dorf gleich gegen alle Fusionsideen erfolgreich zur Wehr gesetzt hat, knickt ein.

Was ist denn da geschehen? Hat Aarau die Buchser genötigt, weil die Kleinstadt mangels Kinder keinen echten Umzug mehr zustande gebracht hätte? Setzt Aarau den politischen Auftrag, mit den Nachbargemeinden das Gespräch über eine Fusion aufzunehmen so um, indem die Kinder zuerst auf die Aarauer Kultur-Highlights gluschtig gemacht werden. Oder ist tatsächlich die Erkenntnis gereift, dass die Kreisschule Buchs-Rohr nach der Fusion Aarau-Rohr etwas quer in der Landschaft steht und die Schule Buchs, wenn Rohrs Schülerinnen und Schüler nach Aarau zur Schule gingen, allein mit massiven Schwierigkeiten zu rechnen hätte. Wenn es letzteres ist, das zu dieser kühnen Idee führte, dann schöpft auch das echo wieder Hoffnung. Dass in den nächsten Jahren doch vielleicht Vernunft und zukunftsgerichtete Gedanken wieder eine Chance erhalten, was auch in Suhr mit Interesse zur Kenntnis genommen werden wird.

Suhr hingegen hält sich tapfer, sucht sich die Schülerinnen und Schüler in Hunzenschwil und Gränichen zusammen, um den kantonalen Vorgaben an die Grösse der einzelnen Oberstufen genügen zu können. Ja nicht weiter denken, ja nicht weiter planen. Das Jugendfest bleibt im Dorf, am Maienzug der Aarauer bleiben zwar auch Suhrs Schulhäuser geschlossen, aber das hat ja nichts zu tun mit Zusammenarbeit.

Wann endlich kann man ohne Scheuklappen in der Region Aarau prüfen, an welchen Standorten welche Schulstufe für die Kinder optimal geführt werden soll, unabhängig von den Gemeindegrenzen. Warum kann man nicht einmal eine öffentliche Tagesschule in der Region anbieten, die allen Schülerinnen in der Region offensteht, wenn die familiäre Situation mit einer Tagesschule besser ergänzt werden kann. Dafür sind die einzelnen Gemeinden je zu klein, hier könnten sich in einer grösseren Verwaltungseinheit völlig neue Chancen eröffnen.

PS: Und wussten Sie, dass der Bachfischet in Suhr beginnt und einzelne Suhrer Schulklassen seit Jahren regelmässig am Aarauer Umzug des Bachfischet teilnehmen ohne grössere Schäden davonzutragen…