Masterplan „Zentrum Suhr“


Dass im Zentrum Suhr die Verhältnisse alles andere als befriedigend sind, ist offensichtlich und jedem klar, der einmal an einem Samstag Vormittag dort einkaufen möchte. Ein interessanter Ladenmix genügt nicht, wenn die Landeigentümer und Gewerbebetriebe alle für sich allein planen. Diese sind gefordert, wenn Einkaufen in Suhr eine Zukunft haben soll. Dann muss man auch einmal etwas wagen, sich nicht allem verschliessen. Zentral ist wohl die Verkehrssituation: Schnellschüsse wie („Rüetschi betont mit aller Deutlichkeit, dass keine Parkplätze in den Untergrund verbannt werden sollen“ SuhrPlus 01/2010), sind wohl kaum geeignet, gute Lösungen zu diskutieren und umzusetzen. Sollen denn die Leute in den Untergrund? Kaufen denn die Autos ein oder Menschen? An der Alten Gasse hat man eine Begegnungszone z.T. mit dem Argument beerdigt, wichtiger wäre eine Begegnungszone an der Mittleren Dorfstrasse. Das mag sogar richtig gewesen sein, aber ernsthafte Lösungsvorschläge sind bis heute nicht in Sicht.

Noch ist die Verkehrssituation katastrophal und animiert kaum jemand, dort das Zentrum von Suhr zu vermuten. Wo ist denn das Verkehrskonzept, das die Chancen der Tramstrassenneugestaltung und die Bedürfnisse der Schule und der Einkaufsgeschäfte kombiniert und unter einen Hut bringt? Mit einer isolierten Lösung für die Strassenquerung der Tramstrasse ist das jedenfalls nicht zu bekommen. Ein  Masterplan ist dafür vielleicht ein Anfang, aber es ist schnell auch das Engagement der Grundeigentümer gefordert, sonst ist eine Planung der öffentlichen Hand hinausgeworfenes Geld. Der angefügte Kartenausschnitt aus Google Maps zeigt, dass das Gebiete durchaus Potential hätte, Suhr etwas zentrales Leben ohne störendes und gefährliches Verkehrschaos zu bieten. Schulen, Verwaltung, Gastronomie, Banken, Post und Einkauf für den täglichen Bedarf mit Grossverteiler und Fachgeschäften auf engem Raum in der Dorfmitte. Daraus müsste wohl etwas gemacht werden können. Noch fehlen Konzepte für eine gute Parkierungsmöglichkeit, ein Verkehrskonzept, das Autos nicht ausschliesst, ihnen aber die störende Dominaz und das Unfallpotential nimmt, den ÖV und den Langsamverkehr fördert (Veloparkplätze, Bushaltestellen, Fussgängerprivilegierung, Hauslieferdienste). Auch etwas Natur und ein Kinderspielplatz  könnte den Zentrumscharakter erhöhen, auch wenn die klimatischen Verhältnisse bei uns nicht zum Piazza-Effekt verleiten. Wenn private Geschäfte dort eine Zukunft haben sollen, muss man den Schritt zu einem öffentlichen Raum, eben einem Dorfzentrum, wagen. Also mit dem Masterplan sind wir schon auf dem richtigen Weg, aber noch ist wenig Engagement seitens der Grundeigentümer zu spüren.

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