la région n’existe pas oder Entwicklung in die Zukunft?

Ein beachtliche Zahl von rund 150 Behördevertreter und Interessierten versammelten sich zwei Halbtage im Aarauer KUK (wie der altehrwürdige Saalbau heute heisst) und debattierten über Lösungen für eine gemeinsame, nicht nur planerische Zukunftsstrategie in der Region Aarau.

Von allen wurden Aufgaben genannt, beschrieben und umrissen, die vermutlich besser im regionalen Rahmen gelöst werden könnten, für deren Lösung Gemeindegrenzen Hemmnisse und Erschwerungen bieten. Nicht nur Raumplanung und Verkehrsströme, auch kulturelle Aktivitäten, Sportanlagen und Wirtschaftsförderung wurden regelmässig genannt in denen mit den Thesen des Planers die effektiven Grenzen der Entscheidungsorgane nicht übereinstimmen mit den wirklichen Bedürfnissen. Trotz dem praktisch generellen Willen zur Zusammenarbeit, scheitern häufig Projekte über die kommunalen Grenzen an den Eigeninteressen der Gemeinden. Eigennutz und Partikularinteressen bremsen die regionale Entwicklung, verhindern eine Ausnutzung der hervorragenden Standortsituation der Region Aarau. Dies zum Schaden aller: Wenn es nicht gelingt, die guten Voraussetzungen bezüglich Verkehrserschliessung und zentraler Lage in der Schweiz, verbunden mit der guten Wohnqualität, dem bezahlbaren Wohnraum in bester Lage zu Naherholungsgebieten besser im nationalen Standortwettbewerb zu positionieren, wird die Ansiedlung qualitativ hochstehender Arbeitsplätze, wird eine nachhaltige Entwicklung der Region überhaupt zur Illusion.

Neben den vielen besser regional zu lösenden Aufgaben stellte sich plötzlich die ketzerische Frage, was denn überhaupt noch idealer im lokalen Rahmen der Gemeinde zu lösen wäre!

Schwierig war dann aber das Eingeständnis der Konsequenzen aus dieser Analyse: Es gibt kein Gremium, das demokratisch legitimiert die Aufgaben in einem regionalen Rahmen angehen und lösen könnte, wenn dies nicht eine neue grössere, fusionierte Grossgemeinde ist. Dass diese Aarau heissen wird, ist klar, das Suchen nach einer neuen Bezeichnung wirkte dabei geradezu skurril. Dieses neue Aarau wäre aber nicht mehr mit dem heutigen Klein-Aarau zu vergleichen, mehr Regionsbürger als Alt-Aarauer würden neu die demokratisch die Zukunft der ganzen Region, der neuen Zentrumsstadt mitbestimmen, als Chance der ganzen Region. Auch für die heutige Kleinstadt ein neuer Ansatz.

Ob die „offizielle“ Auswertung der Konferenz dieses Ergebnis bestätigt, ist noch offen, das angekündigte Prozedere über eine Vernehmlassung bei den Exekutivbehörden kann diese zumindest teilweise ungeliebte Erkenntnis wieder relativieren und verwässern. Schlecht abgestützte Regionalräte und zahnlose Entwicklungsfonds gefährden das Selbstverständis der Gemeinden halt weniger und noch einfacher wäre es, die Analyse etwas in Verwaltungsschubladen vergessen zu lassen….

Der Prozess aber ist lanciert, die Probleme und Lösungsansätze liegen auf dem Tisch, viele, auch Amtsträger haben diese Gedanken mitgetragen. Jetzt brauchen wir nur den Mut, diese Erkenntnisse auch wirklich umzusetzen. Dies ist ein Prozess, der nicht von heute auf morgen abgeschlossen werden kann. Fusionen haben nicht nur Vorteile, Risiken sind sorgfältig herauszuschälen, Nachteile zu minimieren. Dabei präsentiert sich die Lage von Gemeinde zu Gemeinde etwas verschieden.  Nichtstun geht aber nicht mehr. Dass die Moderatoren sich „Frischer Wind“ nannten, ist hoffentlich ein gutes Omen. Wer macht den nächsten Schritt?

Voilà

Neuer Rekord für den Aarauer Hauslieferdienst im Jahr 2009. Voilà bringt Ihre Einkäufe aus Aarau bequem zu Ihnen nach Hause. Auch dies eine Dienstleistung, die nicht nur ältere Personen, sondern auch Mütter mit Kinderwagen, Leute ohne Auto sehr zu schätzen wissen. Über 19’000 Aufträge pro Jahr zeigen eindrücklich das Bedürfnis. Und was hat das denn mit Suhr zu tun? Nichts, weil Voilà nur bis an die Stadtgrenze liefert, bis zur Südallee Nordseite, nicht mehr an die Südallee Südseite! Kleinkariert werden Sie sagen, ja, das meint auch das echo und so unverständlich doch nicht: Suhr ist eben nicht Aarau: In Aarau haben sich Gewerbe und Politik für Voilà stark gemacht, hat man etwas riskiert, investiert, hat Strukturen aufgebaut und kann jetzt einen erfolgreichen Hauslieferdienst aufweisen, der vielen eine Erleichterung bei den wöchentlichen Einkäufen bietet, nicht zuletzt älteren Personen länger ermöglicht, in den eigenen Wänden selbständig zu leben. Das Suhrer Gewerbe hätte es in der Hand, hier entweder selber etwas aufzubauen oder aber ernsthaft mit Voilà zu verhandeln, ob, wie und unter welchen Bedingungen eine Ausdehnung nach Suhr möglich wäre. Die Veloachse Bachstrasse würde jedenfalls den Kurieren schnelle und weitgehend gefahrlose Wege nach Suhr bieten. Dass Voilà neu unter der Leitung und Verantwortung der Stollenwerkstatt betrieben wird, könnte eine Chance sein. Suhr müsste aber auch etwas zu bieten haben, sonst wird der neue Stadtteil Rohr wohl schneller von einer Ausdehnung profitieren können als Suhr.

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Der FC Aarau darf nicht absteigen

Dem echo ist zwar das Brügglifeld etwas ans Herz gewachsen, gehört es doch nicht nur zum FC Aarau, sondern auch etwas zu Suhr. Viele Suhrerinnen und Suhrer im Aarauerfeld verbindet eine – wenn auch bei Ausschreitungen und Verkehrschaos nicht immer ungetrübe-  Liebe zum Brüggli und dem FC Aarau. Die Verlegung des Stadions vom Brügglifeld ins Torfeld war immer eine Vernuftsache, weil jeder wusste, dass ein Ausbau des Brügglifelds auf die Verhältnisse eines Superleague Clubs an diesem Standort nicht ernsthaft möglich war. Zu sehr ist das Brüggli in die Wohnquartiere von Suhr und Aarau verhängt, zu schlecht die Verkehrserschliessung. Auch die neuesten Referendums-Versuche der „ewigen Gegner“ werden nicht verhindern, dass das neue Stadion im Torfeld kommt.

Nur der FC Aarau kann sich selber schlagen, wenn nun nicht die erforderlichen Punkte ins Trockene gebracht werden, wird der Verein nach 29 Jahren aus der höchsten Fussballliga verschwinden und nicht wenige, die mit Fussball eh nichts anfangen können, werden sich die Frage stellen, ob sich nun das Investieren noch lohnt.

Ja meint das echo investieren würde sich lohnen, hätte sich noch mehr auch anfangs Saison gelohnt, und nicht nur das echo verstand die Politik der Verantwortlichen des FC Aarau nicht (FC Aarau Forum; Danke fürs Foto). Jetzt erst recht, auch wenn es schwierig wird, ohne einen Sieg im Spiel gegen Bellinzona am Sonntag. Dann wird es beinahe unmöglich, den Liga-Erhalt noch zu schaffen. Also Hopp Aarau, noch ist nicht verloren.

NACHTRAG: Ja, der FC Aarau lebt. 6:3 gegen Bellinzona weckt wirklich Hoffnung, auch dass sich über die halbe Mannschaft in die Torschützenliste eingetragen hat, macht Mut. Weiter so!

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Masterplan „Zentrum Suhr“

Dass im Zentrum Suhr die Verhältnisse alles andere als befriedigend sind, ist offensichtlich und jedem klar, der einmal an einem Samstag Vormittag dort einkaufen möchte. Ein interessanter Ladenmix genügt nicht, wenn die Landeigentümer und Gewerbebetriebe alle für sich allein planen. Diese sind gefordert, wenn Einkaufen in Suhr eine Zukunft haben soll. Dann muss man auch einmal etwas wagen, sich nicht allem verschliessen. Zentral ist wohl die Verkehrssituation: Schnellschüsse wie („Rüetschi betont mit aller Deutlichkeit, dass keine Parkplätze in den Untergrund verbannt werden sollen“ SuhrPlus 01/2010), sind wohl kaum geeignet, gute Lösungen zu diskutieren und umzusetzen. Sollen denn die Leute in den Untergrund? Kaufen denn die Autos ein oder Menschen? An der Alten Gasse hat man eine Begegnungszone z.T. mit dem Argument beerdigt, wichtiger wäre eine Begegnungszone an der Mittleren Dorfstrasse. Das mag sogar richtig gewesen sein, aber ernsthafte Lösungsvorschläge sind bis heute nicht in Sicht.

Noch ist die Verkehrssituation katastrophal und animiert kaum jemand, dort das Zentrum von Suhr zu vermuten. Wo ist denn das Verkehrskonzept, das die Chancen der Tramstrassenneugestaltung und die Bedürfnisse der Schule und der Einkaufsgeschäfte kombiniert und unter einen Hut bringt? Mit einer isolierten Lösung für die Strassenquerung der Tramstrasse ist das jedenfalls nicht zu bekommen. Ein  Masterplan ist dafür vielleicht ein Anfang, aber es ist schnell auch das Engagement der Grundeigentümer gefordert, sonst ist eine Planung der öffentlichen Hand hinausgeworfenes Geld. Der angefügte Kartenausschnitt aus Google Maps zeigt, dass das Gebiete durchaus Potential hätte, Suhr etwas zentrales Leben ohne störendes und gefährliches Verkehrschaos zu bieten. Schulen, Verwaltung, Gastronomie, Banken, Post und Einkauf für den täglichen Bedarf mit Grossverteiler und Fachgeschäften auf engem Raum in der Dorfmitte. Daraus müsste wohl etwas gemacht werden können. Noch fehlen Konzepte für eine gute Parkierungsmöglichkeit, ein Verkehrskonzept, das Autos nicht ausschliesst, ihnen aber die störende Dominaz und das Unfallpotential nimmt, den ÖV und den Langsamverkehr fördert (Veloparkplätze, Bushaltestellen, Fussgängerprivilegierung, Hauslieferdienste). Auch etwas Natur und ein Kinderspielplatz  könnte den Zentrumscharakter erhöhen, auch wenn die klimatischen Verhältnisse bei uns nicht zum Piazza-Effekt verleiten. Wenn private Geschäfte dort eine Zukunft haben sollen, muss man den Schritt zu einem öffentlichen Raum, eben einem Dorfzentrum, wagen. Also mit dem Masterplan sind wir schon auf dem richtigen Weg, aber noch ist wenig Engagement seitens der Grundeigentümer zu spüren.

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