Prosit 2010: Aarau-Rohr; Buchs; Suhr?


Rohr feiert in Aarau, Aarau stösst mit Rohr an. Suhr feiert allein, Buchs zelebriert die kurze 200jährige Eigenständigkeit von Suhr. Die Geschichte ist nicht aufzuhalten. So schreibt Rohr in seiner Chronik:

Vielleicht befand sich auf dem Gemeindegebiet die erste Burgstelle jener Herren von Rohre, die später in Aarau eine bedeutende Rolle spielten. Die Grafen von Lenzburg, später die Kyburger und seit Beginn des 13. Jahrhunderts die Habsburger hatten ihre Eigengüter. Wichtige Rechte lagen auch in den Händen der Johanniter auf Schloss Biberstein. 1415 kam Rohr unter bernische Herrschaft und gehörte zum Gericht Suhr der Landvogtei Lenzburg; seine Einwohner waren Glieder der Gemeinde Suhr-Buchs-Rohr. Als der Kanton Aargau gegründet wurde, bildeten die drei Dörfer Suhr, Buchs und Rohr immer noch eine politische Gemeinde. Die Rohrer regelten aber schon früh ihrer Angelegenheiten selber. Kämpfe gegen die Aarehochwasser führten nach langwierigen Verhandlungen erst 1810 zur Trennung von Buchs und Rohr.“

Die Gemeindelandschaft veränderte sich früher, sie verändert sich heute und wird sich auch morgen verändern. Aber die Leute bleiben die gleichen. Ja, was vermittelt uns denn Heimat? Sind es die Strassennamen, die Amtsstellen, die Gemeindewappen oder vielleicht doch die Landschaft, die Nachbarn, die Kollegen, die Freunde, die mit uns zum neuen Jahr anstossen. Die Rohrer werden weiterhin an der Aare joggen und in Aarau einkaufen, die Aarauer sich am Auensee in Rohr entspannen, in Rohr eine günstige Wohnung, eine Baulandparzelle suchen. Rohrer gehen in Buchs zur Schule, Buchser baden in Suhr oder vielleicht auch hie und da in Aarau, Aarauer drehen die Eislaufpiruetten in Suhr, kaufen in Buchs und Suhr ein. Alle nutzen den Bahnhof Aarau…und viele tun sich so schwer damit, dass diese gewachsene historische Region mehr Einheit ist als Vielheit.

Und so feiern auch alle ihren Neujahrsapéro allein in ihrern Ratshäusern, beschwören die Gemeindegrenzen….oder dann mischen sie sich doch auch mal in den Aarauer Saalbau, das KUK, wo der Neujahrsempfang einmal mehr unter der Organisation einer Aarauer Stadträtin und Suhrer Lehrerin stattfand. Er stand auch dieses Jahr nicht nur den Neu-Aarauern aus Rohr offen. Viele aus der Region merkten, dass man ja auf der gleichen Bühne tanzt. Vielleicht müssen wir auch einmal die Neu-Stadträtin in Aarau und Alt-Frau-Gemeindeamman aus Rohr einladen, sie nach ihren ersten Amtswochen fragen,  warum man unabhängig von der Parteifarbe die besseren Perspektiven sehen kann, wenn man wirklich einmal über den Schatten oder über die Gemeindegrenzen ins neue Jahr tanzt.

In diesem Sinn wünscht Ihnen auch das echo alles Gute zum zum 2010.

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Veröffentlicht in Fusion, Gemeindezusammenarbeit, Geschichte. Schlagwörter: . Leave a Comment »

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