Gemeindehaus Suhr ist behindertengängig

Das Gemeindehaus Suhr ist behindertengerecht umgestaltet worden. Das verdient eine positive Meldung des echo. Die Allgemeine Bauverordnung des Kantons schreibt dies allerdings schon lange vor (23 ABauV). Nicht dass deswegen weniger positiv wäre, dass in Suhr auch die Gemeinde die Bauvorschriften einhält, das ist gut so. Jeder Schritt, der Personen mit Behinderungen erleichtert, am normalen Gesellschaftsleben teilzunehmen ist positiv und kann nicht genug gewürdigt werden.Noch ist es nur wenige Jahre her, als es nur mit grösstem Aufwand möglich war, das Bezirksschulhaus in Suhr auch einer Schülerin im Rollstuhl zugänglich zu machen. Dies obwohl das Bezirksschulhaus nur kurz zuvor umgebaut worden war, notabene ohne die Behindertengängigkeit sicherzustellen. Es hätte eben sonst mehr gekostet… oder gespartes Geld wird teuer.

Auch damals waren nicht nur die Anliegen der Behinderten bekannt, auch die kantonalen Bestimmungen waren schon damals eindeutig. Integration kostet zuerst Geld und nützt den Betroffenen sofort, langfristig aber uns allen. Auch integrativer Schulunterricht kostet Geld, weil es mehr Personal braucht. Aber unsere Gesellschaft muss sich dies leisten, weil das Ausgrenzen längerfristig immer teurer sein wird. Es macht Freude, dass der Gemeinderat heute diesem Anliegen Beachtung schenkt. Vielleicht hat die -nicht unumstrittene- Plakataktion der IV im Herbst 2009 etwas bewirkt. Sicher etwas bewirkt hat die Projektstelle Netzwerk 50+ und hat allen Gemeindeversammlungsbesucher im November 2009 recht gegeben, die diese Stelle gegen den Streichungsantrag der FDP Suhr geschütz haben (das echo berichtete darüber) . Noch ist in diesem Bereich viel zu tun: Der Bericht_Gleichstellung_2004_2009[1] des Eid. Departement des Innern vom November 2009 macht dies deutlich. Beim Gemeindehaus Suhr wurde wieder eine Lücke geschlossen. Machen wir weiter so, Integration älterer Mitbürgerinnen und Mitbürger, behinderter Personen und auch Ausländerinnen und Ausländer gehen Hand in Hand! und wer hier spart, spart nichts.

„eddimärggs“_der heimliche Bahnhof Suhrs

Nein, Sie sehen schon richtig, das ist nicht der Bahnhof Suhr. Dieser wird zur Zeit umgebaut, attraktiver gemacht mit der WSB-Verlegung koordiniert im Masterplan, dort sollen attraktive, vom öffentlichen Verkehr gut erschlossenen Arbeitsplätze entstehen in der neuen Kernzone im Zentrum von Suhr. So zumindest der politische Wille, noch stehen allerdings Investoren Gewehr bei Fuss.

Hier sehen Sie den Eingang Süd zum Bahnhof Aarau, mit EDDIMÄRGGS eine grosszügige neue Velostation mit bis 800 Veloabstellplätze (anstelle 300 heute), teilweise unterirdisch mit direktem Zugang zur Personenunterführung. 10’000 bis 15’000 Pendlerinnen und Pendler, davon nicht wenige aus Suhr nutzen diesen Bahnhofzugang täglich, früh am Morgen und wieder am Abend, und kämpften um die bisher zu knapp bemessenen Veloabstellplätze . Ja für viele Suhrerinnen und Suhrer ist dies der Bahnhof. Nicht weil sie etwas gegen den Suhrer Bahnhof hätten, sondern weil der aarauer Bahnhofzugang Süd in Verlängerung der suhrer und aarauer Bachstrasse zum täglichen Arbeitsweg gehört. Dass jetzt ein in Suhr wohnhaftes Architektenpaar (Architekturbüro Zimmermann) mit dem Vorschlag seines Büros den Wettbewerb gewann; das Veloelement auch aus eigener Erfahrung gekonnt in den Vordergrund rückte, ist da nur folgerichtig (und nur die älteren von Ihnen verstehen denn auch noch die Namenswahl, nach der Rennradlegende aus Belgien, unsere Eltern hätten das Projekt vielleicht Kübler genannt). Ja schon im Sommer 2011 soll hier gebaut werden, wenn das Projekt (eddimärggs) nach der Wettbewerbsjury auch die politischen Hürden nimmt.

Oder wie das echo im Zusammenhang mit der Fusionsfrage schon bemerkte; für Suhrerinnen und Suhrer im Alltag wichtige Projekte und Entscheide werden ausserhalb der Gemeinde gefällt…

Die Technischen Betriebe Suhr (TBS) gehören der Bevölkerung Suhrs

Ja, das meint das echo ehrlich und daran soll sich auch nichts ändern. Natürlich weiss das echo, dass intern in der TBS die Diskussion über eine Aenderung der Rechtsform weit fortgeschritten ist. Das muss aber in der Bevölkerung breiter besprochen werden. Warum ist  denn eine Aenderung notwendig? Was ist heute nicht gut?

Die TBS besteht aus Wasserwerk, Stromverteilnetz und der Fernsehantenne, welche neu auch Telefonie anbietet. Die Technischen Betriebe sind neben der Schule der grösste und gewichtigste Teil der Gemeindeverwaltung. Sie arbeiten aber im Bereich Telefon, Digitalfernsehen längst in Konkurrenz zu privaten Anbietern und mit dem bereits geltenden schweizerischen Elektrizitätsmarktgesetz stehen sie auch in der Stromverteilung in Konkurrenz zu andern öffentlichen und privaten Anbietern.

Die Zeiten haben sich in diesen Märkten geändert, die Verhältnisse erfordern schnellere Entscheide, Reaktionen im Marktumfeld. Da kann eine Verwaltungsabteilung der Gemeinde, die wichtige Entscheide nur an den Gemeindeversammlungen (2 mal im Jahr) fällen kann, nur noch schlecht mithalten. Wenn hier eine Änderung der Rechtsform hilft, die TBS noch besser zu machen, noch optimaler auszurichten, dann muss dies geprüft werden. In einer privatrechtlichen Struktur wären die TBS weit beweglicher und könnten schneller auf Veränderungen im Markt reagieren. Insbesondere im sich schnell verändernden Markt von Telekommunikation, Digitalfernsehen sind je nach technischer Entwicklung kurze und schnelle Entscheidungswege unumgänglich, wenn wir nicht Geld, Fehlinvestitionen riskieren wollen. Kooperationen, Zusammenarbeitsmodelle verschiedenster Art wären z.B. mit einer Aktiengesellschaft schneller realisierbar.

Auch mit einer geänderten Rechtsform ist es möglich, dass die TBS im Eigentum der Gemeinde bleiben. Aarau hat diesen Wechsel mit vielen andern Gemeinden bereits vollzogen. Als Allein- oder Hauptaktionärin kann die Gemeinde auch bei einer Rechtsformänderung die massgebenden Entscheide fällen, allerdings nur noch mit der Wahl der Verwaltungsräte. Eine direkte Einflussmöglichkeit auch auf die Gebühren durch die Gemeindeversammlung ist aber nicht mehr möglich. Das in der TBS steckende Vermögen bleibt im Besitze der Einwohnerschaft Suhrs, wenn die Aktien nicht verkauft werden.

Noch sind aber viele Fragen offen: Warum muss auch das Wasserwerk verselbständigt werden, ist doch hier kein privater Wettbewerbsdruck vorhanden. Wie soll sich der Verwaltungsrat zusammensetzen? Was geschieht mit den Anstellungsbedingungen des Personals, verdient man dann bei der TBS plötzlich mehr oder weniger als bei der Gemeinde? Wird das mit einem Gesamtarbeitsvertrag abgesichert? Wer entscheidet über einen Aktienverkauf? Wird in Aktonärsbindungsverträgen und in der Gemeindeordnung der Aktienverkauf beschränkt und der Gemeindeversammlung vorbehalten? Nur so wäre garantiert, dass die TBS, das „Tafelsilber“ der Gemeinde, nicht verscherbelt werden, wenn die Finanzlage der Gemeinde heikel ist? Hier sind noch viele Fragen offen: Die TBS und die Gemeinde  tun gut daran, diese Fragen schnell und offen mit der Bevölkerung zu diskutieren, Ängste abzubauen und das Vertrauen zu schaffen, dass nicht ein Ausverkauf beabsichtigt ist, dass entsprechende Sicherungen eingebaut werden. Am 15. Februar, 19.30 Uhr, wird im Info-Forum im Schulhaus Ost weiter informiert. Das echo wird die Sache im Auge behalten. Was meinen Sie?

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Das Alter überschreitet die Gemeindegrenzen

Ja auch die Bedürfnisse der Seniorinnen und Senioren sind regional oft besser zu vernetzen und zu lösen als allein auf der lokalen Ebene. Erstaunt? Nein das echo verwundet das nicht: 6 Gemeinden in der Region schliessen sich zur Informationsstelle Alter Aarau zusammen, bieten in der Stadt Aarau eine zentrale Auskunft- und Beratungsstelle zu allen Altersthemen. Das ersetzt zwar nicht die Projektstelle in Suhr, hilft aber zusammen mit dieser auch das kommunale Alterskonzept weiter umzusetzen. Die Bedürfnisse der zahlenmässig immer grösser werdenen Bevölkerungsgruppe werden systematischer und zielgerichteter erfasst und koordiniert. Für wen denn? Für über 50, über 60, über 70 oder 80 Jährige: Wenn Sie nicht wissen, ob Sie das (schon) etwas angeht, fragen Sie doch Ihre Kinder oder Enkel. Und auch in diesem Bereich muss die Frage erlaubt sein, was ideal in der Gemeinde, was sinnvoller in der Region gelöst wird: Soll jede Gemeinde für sich allein Alterswohnungen, Altersheime, Spitex, Mahlzeitendienste, Pflegeplätze planen, bauen und bereitstellen. Müssen überall freie Plätze für Notfälle bereitstehen? Soll ein freier Platz in der gewünschten Institution im Nachbardorf nicht oder nur zu höherem Preis zu haben sein?

Ihren geliebten täglichen Spaziergang werden Sie weiterhin dort machen, wo Sie es sich gewohnt sind, auch das Café wählen Sie allein und selber aus. Und die Voralpenwanderung starten Sie weiterhin im hoffentlich bald umgebauten und wieder benutzerfreundlicheren Bahnhof Aarau. Zielgerichtete Alterskonzepte insbesondere mit Bauwerken werden aber sinnvollerweise in der ganzen Region entwickelt und koordiniert, um dann möglichst nahe bei den Betroffenen umgesetzt zu werden. Für die Umsetztung anderer Altershilfen sind dann sogar die Gemeinden zu gross, hier sind Quartier- und Nachbarschaftshilfen anzustreben.

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Mobbing in der Schule, die Elternmitwirkung Suhr informiert

Eine beachtliche Anzahl Eltern, Lehrpersonen und Behördevertreter besetzte das Länzihuus bis (fast) auf den letzten Platz. Das Thema interessiert, macht betroffen. MOBBING, was ist das überhaupt? Wie soll reagiert werden, wie kann frühzeitig Gegensteuer gegeben werden? Die Elternmitwirkung Suhr hat keinen Aufwand gescheut, ist nicht davor zurückgeschreckt, dieses heikle Thema anzupacken. Spielerisch stellte das Theater act-back (hier mehr davon) die von den Besucherinnen und Besucher skizzierten Szenen dar, zeigte im Spiel, wie es sein kann und wie schwierig es sich aus den oft festgefahrenen Mustern herausfinden lässt.

Mobbing in der Schule ist nicht isoliert zu bekämpfen: Dabei bilden falsche Scheu vor der Offenlegung der Konflikte im Sinne vielleicht eines falsch verstandenen Daten- und Persönlichkeitsschutzes eine gefährliche Barrierre, die geheimen Mobbern Chancen eröffnet.  Gerade weil dieses Phänomen so wechselseitig in den Beziehungen Elternhaus-SchülerIn-MitschülerInnen-Lehrperson entsteht, ist es nur in Zusammenarbeit aller dieser Akteure in den Griff zu bekommen. Dies macht das Engagement der Elternmitwirkung so wertvoll. Eltern, die die Probleme bewusster angehen, sind auch offener für Lösungsansätze.  Patentrezepte konnten auch an diesem Abend nicht angeboten werden. Die Schulbehörden und die Lehrpersonen tun aber gut daran, diesen Steilpass des Zusammenarbeitswillen aufzunehmen und Mobbingfälle in den Ansätzen mit allen Beteiligten jeweils schnell offenzulegen, anzusprechen. Die Schulsozialarbeiterinnen zeigten jedenfalls Mut und Engagement und sind bereit, Hilfe anzubieten. Nur so lässt sich Mobbing bekämpfen. Vielleicht ist nicht selten ein offengelegter Mobbingfall schon keiner mehr, weil er bewusst gemacht worden ist, weil er aus dem Versteck rausgeholt und transparent wird.

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Prosit 2010: Aarau-Rohr; Buchs; Suhr?

Rohr feiert in Aarau, Aarau stösst mit Rohr an. Suhr feiert allein, Buchs zelebriert die kurze 200jährige Eigenständigkeit von Suhr. Die Geschichte ist nicht aufzuhalten. So schreibt Rohr in seiner Chronik:

Vielleicht befand sich auf dem Gemeindegebiet die erste Burgstelle jener Herren von Rohre, die später in Aarau eine bedeutende Rolle spielten. Die Grafen von Lenzburg, später die Kyburger und seit Beginn des 13. Jahrhunderts die Habsburger hatten ihre Eigengüter. Wichtige Rechte lagen auch in den Händen der Johanniter auf Schloss Biberstein. 1415 kam Rohr unter bernische Herrschaft und gehörte zum Gericht Suhr der Landvogtei Lenzburg; seine Einwohner waren Glieder der Gemeinde Suhr-Buchs-Rohr. Als der Kanton Aargau gegründet wurde, bildeten die drei Dörfer Suhr, Buchs und Rohr immer noch eine politische Gemeinde. Die Rohrer regelten aber schon früh ihrer Angelegenheiten selber. Kämpfe gegen die Aarehochwasser führten nach langwierigen Verhandlungen erst 1810 zur Trennung von Buchs und Rohr.“

Die Gemeindelandschaft veränderte sich früher, sie verändert sich heute und wird sich auch morgen verändern. Aber die Leute bleiben die gleichen. Ja, was vermittelt uns denn Heimat? Sind es die Strassennamen, die Amtsstellen, die Gemeindewappen oder vielleicht doch die Landschaft, die Nachbarn, die Kollegen, die Freunde, die mit uns zum neuen Jahr anstossen. Die Rohrer werden weiterhin an der Aare joggen und in Aarau einkaufen, die Aarauer sich am Auensee in Rohr entspannen, in Rohr eine günstige Wohnung, eine Baulandparzelle suchen. Rohrer gehen in Buchs zur Schule, Buchser baden in Suhr oder vielleicht auch hie und da in Aarau, Aarauer drehen die Eislaufpiruetten in Suhr, kaufen in Buchs und Suhr ein. Alle nutzen den Bahnhof Aarau…und viele tun sich so schwer damit, dass diese gewachsene historische Region mehr Einheit ist als Vielheit.

Und so feiern auch alle ihren Neujahrsapéro allein in ihrern Ratshäusern, beschwören die Gemeindegrenzen….oder dann mischen sie sich doch auch mal in den Aarauer Saalbau, das KUK, wo der Neujahrsempfang einmal mehr unter der Organisation einer Aarauer Stadträtin und Suhrer Lehrerin stattfand. Er stand auch dieses Jahr nicht nur den Neu-Aarauern aus Rohr offen. Viele aus der Region merkten, dass man ja auf der gleichen Bühne tanzt. Vielleicht müssen wir auch einmal die Neu-Stadträtin in Aarau und Alt-Frau-Gemeindeamman aus Rohr einladen, sie nach ihren ersten Amtswochen fragen,  warum man unabhängig von der Parteifarbe die besseren Perspektiven sehen kann, wenn man wirklich einmal über den Schatten oder über die Gemeindegrenzen ins neue Jahr tanzt.

In diesem Sinn wünscht Ihnen auch das echo alles Gute zum zum 2010.

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