Die Irrtümer von „echt Suhr“; 9. Teil; Die TBS geht bei einer Fusion verloren


tbs_montage06Ja hier bei den TBS wird es nun wirklich interessant: Tatsächlich sind die eigenständigen technischen Betriebe Suhrs ein Juwel, dessen Schicksal im Rahmen einer Fusion sehr gut ausgehandelt werden müsste. Die TBS sind auch happige Aktivposten Suhrs, die in Buchs fehlen und die Aarau mit der Privatisierung schon teilweise aus der Hand gegeben hat. Offenbar besteht heute grosse Einigkeit darin, dass die TBS in den Händen der Gemeinde gehalten werden soll. Geplant ist einzig eine neue Rechtsform.

Welche Einflüsse haben wir dann aber noch auf die weitere Entwicklung? Wenn die TBS einmal eine privatrechtliche Firma sind, haben wir selbst bei vollem Aktienbesitz nur noch die – vom Gemeinderat ausgeübten –  Aktionärsrechte. Das heisst keinen direkten Einfluss mehr auf die Geschäftsausübung der TBS. Hier gehen sofort alle von der IG „echt Suhr“ gelobten direkten Einflussmöglichkeiten verloren. Wollen wir das wirklich? Wer setzt dann die Preise für Wasser und Strom fest? Der SVP-Kandidat Hüssy macht sich für diese Lösung stark, vielleicht auch, weil sie sich stark an die Aarauer Lösung seines Arbeitgebers IBA anlehnt. Und wurde schon diskutiert, welche Auswirkungen eine Privatisierung der TBS auf eine spätere Zusammenarbeit oder ein Zusammenschluss mit der IBA ergeben könnte? Vielleicht wären Buchs und Aarau noch so froh, die ungeliebte Cablecom durch ein eigenes Fernsehkabelnetz ersetzen zu können. Was könnten wir hier mit den TBS in die Waagschale werfen?

Also: Eine Privatisierung der TBS entzieht uns zwar sofort alle direkten Einflussmöglichkeiten auf deren Geschäfte, könnte aber unsere Flexibilität, wie Gemeinderatskandidat Hüssy richtig schreibt, erhöhen, nicht nur technisch sondern auch in der Diskussion um andere Arten der Kooperation zum Beispiel mit der IBA, die bereits auf einem grossen Teil des Gemeindegebietes Suhr das Gas liefert. Wichtig wäre dabei, wenn in einer neuen Rechtsform zumindest die unterschiedlich risikobehafteten Bereiche aufgeteilt würden (Internet und Kabelnetz sind z.B. weit stärker einem unabsehbaren technischen Wandel unterstellt als eine Wasserversorgung)

Dass hier das sinnvolle Projekt aus Kreisen der Ortsbürger, mit einer Bio-Gasanlage auch hier in einen zukunftsträchtigen Markt aufzuspringen, ebenfalls Synergien zur IBA ergäben, sei hier nur am Rande vermerkt.

Cartoon_Weitsicht

Es ist alles komplex geworden, aber mit etwas Weitsicht wären heute noch Zeit genug die Weichen richtig zu stellen. Auch hier gilt „Nach vorne schauen“. Ein zu schnelles Bejubeln der tollen TBS allein genügt sicher nicht.

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Veröffentlicht in Energie, Fusion, Gemeindewahlen 2009, Gemeindezusammenarbeit. Schlagwörter: , , . Kommentare deaktiviert für Die Irrtümer von „echt Suhr“; 9. Teil; Die TBS geht bei einer Fusion verloren
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