echt Suhr?


logo

jetzt kommt bewegung in die diskussion. nach dem propagandistischen festhalten der gemeindeammänner von suhr, gränichen und buchs am bisherigen modell der punktuellen vertraglichen zusammenarbeit, hat buchs die behörde beauftragt, die fusion mit den nachbargemeinden zumindest ernsthaft zu prüfen. auch aarauer können sich ein sogar aktiveres werben um die nachbarn schon vorstellen. jetzt fürchten alt-gemeinderäte in suhr, dass die diskussion nicht mehr aufzuhalten ist: echt suhr ist ihre antwort; eine kampftruppe für den alleingang, für die unabhängigkeit, die basisdemokratische gemeindeversammlungsdemokratie, die kleinräumigkeit und übersichtlichkeit, aber auch für das bewahren des status quo, für die bekannte mehrgeleisige doppelspurigkeit in vielen öffentlichen aufgaben, die 2% gemeindeversammlungslegitimation, die krämerhafte misstrauische abgrenzung gegen nachbarn. ja vielleicht kommt nun die diskussion in gang, obwohl die wenigen gemeindeversammlungsbesucher im november 2008 das nicht prüfen wollten. ist es zufall, dass es v.a. alt behördemitglieder sind, die sich eine andere art der erfüllung der öffentlichen dienstleistungen als heute  kaum vorstellen können? ja ich freue mich über „echt suhr“, weil dieser neue verein zeigt, dass die diskussion, wie die lokalen öffentlichen aufgaben zweckmässig organisiert werden sollen, sich nicht aufhalten lässt, und sie der breiten diskussion in der öffentlichkeit bedarf. das braucht positionen, meinungen und eine echte auseinandersetzung der vor- und nachteile aller modelle für die zukunft von suhr _ eben echt suhr. es ist aber die aufgabe der behörden, alle meinungen in suhr einzubeziehen, die diskussion offen zu führen analysen bereitzustellen, fachleute anzuhören und sich der demokratischen auseinandersetzung zu stellen. hier bin ich nicht so sicher, wie echt die demokratische gesprächsbereitschaft ist und wie stark sich auch behördemitglieder schon in den schützengräben eingegraben haben.

Werbeanzeigen

5 Antworten to “echt Suhr?”

  1. meier Says:

    Wohlwollend, zurückhaltend, der Kommentar von lienhard zu „echt suhr“. Mir genügt das aber nicht: Jetzt will ich endlich Fakten, eine Auslegeordnung: Was bedeutet Alleingang, was eine Fusion im Bereich Schule (Oberstufenstandorte, Tagesstrukturen)?, Was im Bereich Technische Werke? Was im Bereich der Verkehrspolitik, bei den Freizeit- und Sportanlagen (Badi, KEBA, Fussballplätze…), was bei den übrigen Verwaltungsbereichen. Wo gewinne ich mehr demokratische Einlussmöglichkeiten, wo verliere ich solche? Das muss auf den Tisch, nicht Heimatgefühle und Abwehrreflexe, wie ich sie bei „echt suhr“ aus allen Äusserungen raushöre. Wenn der aktuelle Gemeinderat das nicht fertig bringt, müssen andere Personen diese Verantwortung übernehmen. Es ist auch nicht angezeigt, wenn ein Gemeindeammann hier so früh und so klar sich als Gegner jeder Fusion outet, bevor die Sache überhaupt einmal gründlich geprüft und diskutiert worden ist.

  2. Hanspeter Says:

    Und nicht zu vergessen, die nächste Steuererhöhung kommt bestimmt. Die Finanzkrise wird sich in höheren Arbeitslosenzahlen, längerfristig mehr Sozialhilfeverpflichtungen und tieferen Steuererträgen niederschlagen; noch tieferen als heute. Suhr hat schon heute einen Steuerertrag klar unter dem kantonalen Durchschnitt. Das wird sich nich verbessern, sondern kann sich im Gegenteil noch weiter zuspitzen. Dann wird der Steuerfuss, der vorerst nur 5% angehoben worden ist, weiter erhöht werden müssen. Auf 115%, 120% oder 125%? Sind wir dann auch noch bereit ohne eine Fusion ernsthaft zu prüfen in trutzigem Alleingang zu verharren? Ich nicht und ich will auch nicht, dass alle noch bestehenden guten Dienstleistungen der öffentlichen Hand abgebaut werden. Dann kann eine Fusion mit Nachbarn vielleicht wirklich eine Lösung sein.

  3. X Says:

    Offenbar wollen alle fusionieren. Ich nicht: Die Zusammenarbeit mit andern Gemeinden hat sich bewährt und genügt vollkommen. Mit einer Fusion verlieren wir unsere Gemeindeversammlung und werden von Aarau regiert. Zusammenarbeit ja, aber nicht überall, es hat sich ja gezeigt, dass zB die Feuerwehr nicht von Aarau aus rechtzeitig in alle Gebiete von Suhr kommt. Auch sollen unsere Schüler nicht alle in Aarau zu Schule gehen müssen. Nur weil es billiger kommen soll, darf das Dorf- und Vereinsleben nicht zerstört werden.

  4. Michu Says:

    Meist wird über Fusionen nur der wegen einer schlechten Finanzlage diskutiert.Klar ist,dass Suhr im Moment hohe Investitionskosten zu tragen haben(WSB,…).Aber auch diese Finanzprobleme werden irgendwann mal vorbei sein.Etliche Neuzuzüger wissen vermutlich nicht,dass Suhr schon mal eine noch grössere Verschuldung hatte und auch Diese wurde bewältigt.Ist es sinnvoll nur wegen einer momentanen Krise zu fusionieren?Ich selber stehe zu einem NEIN!
    Es ist sehr gut zu überdenken,was es heisst,wenn wir zu Aarau gehören.Ein Beispiel sind die Strassennamen.Aarau und Suhr haben ca. 15 gleichnamige Strassennamen und ähnliche.Wer jetzt denkt,dass man dies so lassen kann,der irrt sich gewaltig.Siehe auch Bericht im TeleM1 uber den Strassennamen in Rohr.Wer muss den Namen ändern?Natürlich wir und nicht die Herren von Aarau.Spätestens dann beginnt das Geschrei der Fusions-Befürworter.Das ist nur ein einziges Beispiel,es gibt noch viele mehr.Ich bin auf zukünftige Diskussionen auf Gemeindeebene gespannt.

  5. lienhard Says:

    Gut, dass die Diskussion jetzt in Gang kommt: Um die Strassennamen sorge ich mich aber wirklich nicht und auch für die Feuerwehr würde sich mit Sicherheit eine gute Lösung finden lassen (1 gemeinsame Alarmorganisation mit verschiedenen Einsatstandorten, wo zwar die Ersteinsatzfahrzeuge und Geräte vorhanden sind, nicht aber alle High Tech Geräte, dafür gemeinsamer Einkauf auch der teuersten Geräte, welche dann allen zur Verfügung stehen; Ziel bessere Ausrüstung zu kleinerem Preis). Dahin müssten die Fusionsziele gehen: Fusion ist kein Selbstzweck. Sie macht nur Sinn, wenn wir dadurch im grösseren Zusammenschluss qualitativ bessere Leistungen zu gleichen Preisen (Steuern) erhalten. Nur wenn wir durch ein neues Aarau zu einer attraktiveren Region werden können, mit besseren Schnellzugshalten, für neue Betriebe als attraktive Region wahrgenommen werden, die gute Standortvorteile (Schulen, Dienstleistungen, Landpreise, gutausgebildete Arbeiskräfte) bieten. Wenn dadurch wieder gute Steuerzahler in die Region kommen. Hier verspreche ich mir bessere Chancen mit einem neuen Aarau (mit Rohr, Buchs und Suhr) als neue Agglomeration mit rund 35’000 Einwohnern. Dann gibt es keine „Herren von Aarau“ mehr, weil die Damen und Herren der alten Vorortgemeinden zahlreicher sind als die Aarauer. Zudem sind auch die Aarauer nicht alle Alteingesessene, sowohl in Aarau wie in den Vorortsgemeinden leben viele Neuzuzüger, denen die alten Dorfgrenzen weitgehend unbekannt und auch egal sind.
    Problempunkte, die noch nicht diskutiert sind, die aber für mich entscheidend sein werden sind die Technischen Betriebe (müssen wir die aufgeben, in die IBA integrieren, was bedeutet das für das Internet, das Digitalfernsehen etc.) oder die Schulstandorte, bleiben Buchs und Suhr Oberstufenstandorte, wenn ja wie? Hier kommen wir erst dann zu Entscheidungsgrundlagen, wenn wir die Diskussion wagen und nicht entscheiden, bevor die Fakten auf dem Tisch liegen.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: