Standortmarketing in Suhr

Der Gemeinderat Suhr beabsichtigt eine Kommission für ein Standortmarketing einzusetzen. Unter anderem der Bahnhof Suhr mit seinem Potential für eine zentral, verkehrsgünstig an Bahnhöfen von SBB und WSB und Bus gelegen mit hervorragenden baurechtlichen Chancen in der Kernzone soll “unter die Leute” gebracht werden. Das ist gut, gut gemeint, aber veilleicht nicht so einfach. Suhr steht mit dem Wunsch, gute Arbeitsplätze (gemeint sind wohl Firmen mit gutem Wertschöpfungspotential, möglichst vielfältigen Personalbedarf in unterschiedlichen aber eher guten Qualifikationen und ohne grosse Lagerbedürfnisse mit wenig Immissionen) nicht allein da, alle Nachbargemeinden, auch andere Regionen im Kanton und andere Kantone, andere Zentren wollen das selbe. Alle wollen gute Arbeitsplätze haben und dann möglichst die qualifizierten, gutbezahlten Mitarbeiter dieser Betriebe auch als Steuerzahler gewinnen. Da dürfte es schwierig werden, selbst wenn das Angebot Suhrs gut ist.

Die Entwicklungskonferenz des Planungsverbandes hat derartige Fragen und Probleme Ende Februar breit abgestützt diskutiert und allen war dort klar, dass diese Aufgabe nur regional zu lösen ist. Wenn wir es bloss darauf anlegen, einen Betrieb aus einer Nachbargemeinde nach Suhr zu holen, ist das zwar schön, aber wohl kein wirklicher Erfolg. Ein Betrieb aus einem andern Kanton, einer andern Region oder gar aus dem Ausland, wird aber kaum auf ein Angebot aus Suhr warten. Suhr who? wird er fragen, wenn er überhaupt vom “Standortmarketing” Suhrs je erfahren wird. Suhr hat nicht nur das Bahnhofareal anzubieten, Suhr hat als Gemeinde in der verkehrsgünstig gelegenen Region Aarau auch sonst einiges anzubieten. Bloss wird es ein wirklich externer fremder Betrieb nicht als Angebot Suhrs wahrnehmen, weil für Auswärtige die einzelnen Gemeinden in der Region nicht mehr als selbständige Gemeinden erkennbar sind und auch als eigenständige Gemeinde für anzusiedelnde Firmen keine Bedeutung haben. Für diese Firmen sind die allgemeinen Dienstleistungen des Gemeinwesens wichtiger, gute Infrastruktur, kompetente Ansprechpartner in Behörden und Verwaltung, gute Abgaben- (Strom, Baubewilligungen, Erschliessungsabgabenetc.) und Steuerverhältnisse stehen vor der kommunalen Eigenständigkeit, welche für Firmen generell keine Bedeutung hat. Viel wichtiger ist es für eine Firma mit auch überregionalem Angebot, dass sich ihr Standort auch kommunizieren lässt, dass man den Ort ihres Firmensitzes auch zumindest im nationalen Rahmen kennt, einordnen kann.

Das können wir beklagen, uns dagegen wehren, es negieren. Es wird uns nichts nützen, es ist so. Genau hier lägen Chancen und neue Möglichkeiten in der so wenig geliebten Fusionsdiskussion. Die Zonierung um den Bahnhof und die Verkehrserschliessung verbessern, war richtig und nötig. Daraus aber etwas zu machen, werden wir als Agglomerationsgemeinde Suhr allein nicht können, hier sind weitere Schritte dringend anzugehen.

Voilà

Neuer Rekord für den Aarauer Hauslieferdienst im Jahr 2009. Voilà bringt Ihre Einkäufe aus Aarau bequem zu Ihnen nach Hause. Auch dies eine Dienstleistung, die nicht nur ältere Personen, sondern auch Mütter mit Kinderwagen, Leute ohne Auto sehr zu schätzen wissen. Über 19′000 Aufträge pro Jahr zeigen eindrücklich das Bedürfnis. Und was hat das denn mit Suhr zu tun? Nichts, weil Voilà nur bis an die Stadtgrenze liefert, bis zur Südallee Nordseite, nicht mehr an die Südallee Südseite! Kleinkariert werden Sie sagen, ja, das meint auch das echo und so unverständlich doch nicht: Suhr ist eben nicht Aarau: In Aarau haben sich Gewerbe und Politik für Voilà stark gemacht, hat man etwas riskiert, investiert, hat Strukturen aufgebaut und kann jetzt einen erfolgreichen Hauslieferdienst aufweisen, der vielen eine Erleichterung bei den wöchentlichen Einkäufen bietet, nicht zuletzt älteren Personen länger ermöglicht, in den eigenen Wänden selbständig zu leben. Das Suhrer Gewerbe hätte es in der Hand, hier entweder selber etwas aufzubauen oder aber ernsthaft mit Voilà zu verhandeln, ob, wie und unter welchen Bedingungen eine Ausdehnung nach Suhr möglich wäre. Die Veloachse Bachstrasse würde jedenfalls den Kurieren schnelle und weitgehend gefahrlose Wege nach Suhr bieten. Dass Voilà neu unter der Leitung und Verantwortung der Stollenwerkstatt betrieben wird, könnte eine Chance sein. Suhr müsste aber auch etwas zu bieten haben, sonst wird der neue Stadtteil Rohr wohl schneller von einer Ausdehnung profitieren können als Suhr.

Masterplan “Zentrum Suhr”

Dass im Zentrum Suhr die Verhältnisse alles andere als befriedigend sind, ist offensichtlich und jedem klar, der einmal an einem Samstag Vormittag dort einkaufen möchte. Ein interessanter Ladenmix genügt nicht, wenn die Landeigentümer und Gewerbebetriebe alle für sich allein planen. Diese sind gefordert, wenn Einkaufen in Suhr eine Zukunft haben soll. Dann muss man auch einmal etwas wagen, sich nicht allem verschliessen. Zentral ist wohl die Verkehrssituation: Schnellschüsse wie (“Rüetschi betont mit aller Deutlichkeit, dass keine Parkplätze in den Untergrund verbannt werden sollen” SuhrPlus 01/2010), sind wohl kaum geeignet, gute Lösungen zu diskutieren und umzusetzen. Sollen denn die Leute in den Untergrund? Kaufen denn die Autos ein oder Menschen? An der Alten Gasse hat man eine Begegnungszone z.T. mit dem Argument beerdigt, wichtiger wäre eine Begegnungszone an der Mittleren Dorfstrasse. Das mag sogar richtig gewesen sein, aber ernsthafte Lösungsvorschläge sind bis heute nicht in Sicht.

Noch ist die Verkehrssituation katastrophal und animiert kaum jemand, dort das Zentrum von Suhr zu vermuten. Wo ist denn das Verkehrskonzept, das die Chancen der Tramstrassenneugestaltung und die Bedürfnisse der Schule und der Einkaufsgeschäfte kombiniert und unter einen Hut bringt? Mit einer isolierten Lösung für die Strassenquerung der Tramstrasse ist das jedenfalls nicht zu bekommen. Ein  Masterplan ist dafür vielleicht ein Anfang, aber es ist schnell auch das Engagement der Grundeigentümer gefordert, sonst ist eine Planung der öffentlichen Hand hinausgeworfenes Geld. Der angefügte Kartenausschnitt aus Google Maps zeigt, dass das Gebiete durchaus Potential hätte, Suhr etwas zentrales Leben ohne störendes und gefährliches Verkehrschaos zu bieten. Schulen, Verwaltung, Gastronomie, Banken, Post und Einkauf für den täglichen Bedarf mit Grossverteiler und Fachgeschäften auf engem Raum in der Dorfmitte. Daraus müsste wohl etwas gemacht werden können. Noch fehlen Konzepte für eine gute Parkierungsmöglichkeit, ein Verkehrskonzept, das Autos nicht ausschliesst, ihnen aber die störende Dominaz und das Unfallpotential nimmt, den ÖV und den Langsamverkehr fördert (Veloparkplätze, Bushaltestellen, Fussgängerprivilegierung, Hauslieferdienste). Auch etwas Natur und ein Kinderspielplatz  könnte den Zentrumscharakter erhöhen, auch wenn die klimatischen Verhältnisse bei uns nicht zum Piazza-Effekt verleiten. Wenn private Geschäfte dort eine Zukunft haben sollen, muss man den Schritt zu einem öffentlichen Raum, eben einem Dorfzentrum, wagen. Also mit dem Masterplan sind wir schon auf dem richtigen Weg, aber noch ist wenig Engagement seitens der Grundeigentümer zu spüren.

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“eddimärggs”_der heimliche Bahnhof Suhrs

Nein, Sie sehen schon richtig, das ist nicht der Bahnhof Suhr. Dieser wird zur Zeit umgebaut, attraktiver gemacht mit der WSB-Verlegung koordiniert im Masterplan, dort sollen attraktive, vom öffentlichen Verkehr gut erschlossenen Arbeitsplätze entstehen in der neuen Kernzone im Zentrum von Suhr. So zumindest der politische Wille, noch stehen allerdings Investoren Gewehr bei Fuss.

Hier sehen Sie den Eingang Süd zum Bahnhof Aarau, mit EDDIMÄRGGS eine grosszügige neue Velostation mit bis 800 Veloabstellplätze (anstelle 300 heute), teilweise unterirdisch mit direktem Zugang zur Personenunterführung. 10′000 bis 15′000 Pendlerinnen und Pendler, davon nicht wenige aus Suhr nutzen diesen Bahnhofzugang täglich, früh am Morgen und wieder am Abend, und kämpften um die bisher zu knapp bemessenen Veloabstellplätze . Ja für viele Suhrerinnen und Suhrer ist dies der Bahnhof. Nicht weil sie etwas gegen den Suhrer Bahnhof hätten, sondern weil der aarauer Bahnhofzugang Süd in Verlängerung der suhrer und aarauer Bachstrasse zum täglichen Arbeitsweg gehört. Dass jetzt ein in Suhr wohnhaftes Architektenpaar (Architekturbüro Zimmermann) mit dem Vorschlag seines Büros den Wettbewerb gewann; das Veloelement auch aus eigener Erfahrung gekonnt in den Vordergrund rückte, ist da nur folgerichtig (und nur die älteren von Ihnen verstehen denn auch noch die Namenswahl, nach der Rennradlegende aus Belgien, unsere Eltern hätten das Projekt vielleicht Kübler genannt). Ja schon im Sommer 2011 soll hier gebaut werden, wenn das Projekt (eddimärggs) nach der Wettbewerbsjury auch die politischen Hürden nimmt.

Oder wie das echo im Zusammenhang mit der Fusionsfrage schon bemerkte; für Suhrerinnen und Suhrer im Alltag wichtige Projekte und Entscheide werden ausserhalb der Gemeinde gefällt…

An die Gemeindeversammlung: Nein zum Traktandum 3 – Werkhoferweiterung an diesem Ort

Nochmals liebe Suhrerinnen und Suhrer: Traktandum 3 der Gemeindeversammlung vom nächsten Donnerstag; Erweiterung Werkhof mit Verlegung des Altstoffsammelplatzes muss abgelehnt werden. Warum: Für 2,755 Mio Franken sollen wir eine bescheidene Verbesserung der Platzverhältnisse im Werkhof erhalten und einenAltstoffsammelplatz an zentralster Lage im Dorf. Alte Flaschen, stinkende Büchsen, Altkleider, rostige Velos und Bauschutt dort im Dorfzentrum des stolzen Suhr. Die oft nur selten benötigten Geräte und Maschinen des Bauamtes sollen alle an Ort sein, im Dorfzentrum beim teuersten Land in Suhr. Früher nannte man sowas Schildbürgerstreich. Den Rest des Beitrags lesen »

2,755 Mio für Entsorgung und Werkhofausbau am falschen Ort sind zu teuer

Das echo hat sich schon einmal geäussert zur aktuellen Gemeindversammlungsvorlage: Erweiterung Werkhof/Entsorgungsplatz. Und die konkrete Vorlage macht die Sachlage noch deutlicher: Es geht nicht nur darum, dass die Platzverhältnisse bei der Entsorgungsstelle eng sind und Handlungsbedarf besteht, um vernüftig arbeiten zu können. Es geht vor allem darum wie und wo man das Problem löst. Die billigste Lösung ist selten die beste und wenn sogar die “billigste” Lösung 2,755 Mio kostet und dann niemanden befriedigt, ist diese Lösung zu teuer! Das findet offenbar nun auch die Finanzkommission, die Rückweisung des Kreditbegehrens beantragt Berichte_Fiko_Traktandum 3. Den Rest des Beitrags lesen »

Warum muss die Hintere Bahnhofstrasse verlängert werden?

Bahnhofareal_4Der Gemeinderat schlägt eine Verlängerung der Hinteren Bahnhofstrasse in die Bernstrasse Ost (weiss punktierte Linie im Plan links) für 1,12 Mio Franken vor. Warum soll denn für dieses brachliegende Land mit schlecht genutzten Lagergebäuden soviel Geld investiert werden? werden sich viele Suhrerinnen und Suhrer fragen. Den Rest des Beitrags lesen »

Entsorgungsstelle statt Tagesstrukturen und noch mehr Verkehr auf der Tramstrasse

img_1850aBald gehört dieses Bild der Vergangenheit an. Schon lange spricht man davon, die durch die Tramstrasse zweigeteilte Gemeinde nachher zusammenführen zu wollen. Massnahmen und Verkehrsknoten werden diskutiert. Das Ziel, und hier scheinen sich doch alle einig zu sein, ist die gute Überquerungsmöglichkeit auch für Schülerinnen, Velofahrer und Rentnerinnen.

Dann ist aber kaum mehr verständlich, dass man mitten im Dorfzentrum die Einfahrt auf einen EntsorgungsplTramstrasse2009_2atz plant und damit die Probleme an dieser neuralgischen Stelle weiter erhöht! Den Rest des Beitrags lesen »

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Die Irrtümer von “echt Suhr”; 3. Teil, Raumplanung und Verkehr

region-aarau2Ja, die heutige Zonenplanung und Bauordnung ist auf Suhr beschränkt, weil es in den aktuellen Strukturen nicht anders möglich war. Vieles wurde gelöst, einiges gut anderes weniger. Die WSB-Verlegung ist weitgehend vom Kanton geplant und hat mit der Ortsplanung bisher wenig zu tun gehabt. Erst bei den heute anstehenden Anschlussprojekten sind die lokalen Anliegen gut einzubringen.   Den Rest des Beitrags lesen »

Workshop Zukunft Tramstrasse

die fragestellung des gemeinderates in der vernehmlassung zur strassenquerung mitteldorfstrasse/tramstrasse musste fragen zur gesamten tramstrassengestaltung aufwerfen. zukunft suhr nimmt den ball auf! Den Rest des Beitrags lesen »