Zurück zu den guten alten Parteivorständen?

Es vergeht keine Nummer im Suhr Plus ohne dass uns Urs Zimmermann weiszumachen sucht, dass ausser seinen knappen dutzend Getreuen der FDP niemand in Suhr noch konstruktiv politisiere. Dass früher alles besser gewesen sei, als noch die Parteien mit ihren Präsidenten und Vorstände zusammen gekommen seien, um vorzuspuren, was dann an der Gemeindeversammlung gelten soll.

Dazu von einem, der bei den Parteivorständekonferenzen der 80er und 90er Jahre auch dabei war, folgendes: Dieses Rezept aus dem letzten Jahrhundert taugt wie viele alten Rezepte kaum mehr, um die Probleme heute zu lösen. Suhr war damals einheitlicher, dörflicher. Die FDP eine Macht mit einem Wähleranteil von weit über 20%, die SVP noch bescheiden um die 15%, die SP noch stark aber trotz grossem Wähleranteil von über 25% allein und isoliert. Grüne gab es nicht und die Mitteparteien hiessen CVP, LDU und EVP und spielten alle keine Rolle in der kommunalen Politik. Suhr zählte zwar auch bereits 7000 bis 8000 Einwohner, diese Differenz zu den 10’000 Einwohnern heute machte es aber wohl aus. Die Homogenität der Einwohnerschaft ist verschwunden: Suhr entwickelte alle klassischen Züge einer Agglo-Gemeinde. Neue Einwohner kamen und kommen, und sie ziehen wieder weg, bevor sie ernsthaft wissen, wo überhaut die Gemeindegrenzen liegen. Suhr interessiert als Wohnort oftmals kaum, wenn keine schulpflichtigen Kinder auch die Eltern zwingen, sich mit den örtlichen Begebenheiten etwas auseinanderzusetzen. Viele leben in Suhr als Schlafgemeinde, arbeiten auswärts und kennen den Bahnhof Aarau besser als Suhr, wissen oftmals nur von der Steuerrechnung, dass sie in Suhr wohnen. Weil Arbeiten, Ausgang, Einkaufen alles in Aarau, Zürich, Basel oder wo auch immer stattfindet, sicher aber nicht in Suhr.

Das ist nicht nur erfreulich, aber es ist trotzdem so: Wenn Landsgemeinden in der Schweiz nur noch Folklore sind, wenn Gemeindeversammlungen in grösseren Gemeinden kaum mehr die Probleme lösen können, können sicher nicht Parteivorständekonferenzen ein Lösung sein. Viele, die das heute beklagen, haben mit unklugen Entscheiden in der Raumplanung (Abschaffung der Ausnützungsziffer während rund  15 Jahren mit einem Bauschub), Verhinderung professioneller Strukturen in der Gemeinde (Einwohnerratsabschaffung anfangs 80er Jahre) mehr zu dieser vielleicht etwas allzu schnellen Entwicklung beigetragen als sie wahrhaben wollen. Entscheide, die von einer stabilen FDP/SVP Mehrheit in allen politischen Gremien getragen waren. Das alles blieb ungefährdet bis sich auch die neuen EinwohnerInnen zu organisieren begannen, sich zusammen mit den Parteien, die zwar schon da waren aber nie über eine mahnende Minderheitsposition hinauskamen, auch politsch einzumischen begannen. So entstand und darum gibt es Zukunft Suhr, deshalb auch dieser Name.

Das ist nun aber eine erfreuliche Entwicklung: Wer beginnt, sich im konkreten Lebensumfeld zu engagieren, nicht mehr alles hinnimmt, wie es ist, sondern die Verhältnisse zu gestalten versucht, der integriert sich im positiven Sinne. Die Agglobewohner beginnen sich mit dem Wohnort auseinanderzusetzen, ihn zu gestalten. Das löste Widerstand und Ängste aus, da passieren auch Fehler, werden Wahlkämpfe vielleicht etwas heftig geführt, weil nicht nur politische Programme, sondern vielmehr völlig andere Lebensentwürfe aufeinander prallen. Da werden professionelle Behördestrukturen verlangt, Dienstleistungen der öffentlichen Hand, die andernorts, in den Städten, wo die neuen EinwohnerInnen arbeiten, vielleicht früher wohnten, selbstverständlich sind, gefordert. Man zahlt Steuern (was ja sehr erwünscht ist) und will dafür mehr als langwierige komplizierte und unbeholfene Ansätze: “Ja, es ist schon gut, vielleicht später etwas in dieser Richtung zu tun, zuerst als Arbeitsgruppe, vielleicht in einem Verein, privat organisiert und so, dass es nichts kostet.” Ja, damit geht etwas einher, dass vielfach auch die Selbstverantwortung sinkt, dass man mehr von der öffentlichen Hand fordert, ohne selber etwas zu tun, ausser Steuern zu zahlen. Dass dies die FDP, deren Ur-Kredo gerade diese so gepriesene Selbstverantwortung war und ist, in den Grundfesten erschüttert, ihren Widerstand herausfordert ist klar und nachvollziehbar. Aber vielleicht hat es ja einen Grund, weshalb die FDP seit einigen Jahren Wahlen verliert.

Also, es liegt nicht an der fehlenden Parteivorständekonferenz, diese hat sich überlebt in einer Zeit, in der die Parteimitglieder noch grössere Raritäten sind als Kirchgänger. Das auf dem Blog einer Partei feststellen zu müssen, mag etwas kurios ankommen. Aber immerhin hat die SP immer betont, dass sie für alle und nicht für wenige sich einsetzt, dazu sind die Parteivorstände wenig geeignet. Sich derartigen Erkenntnissen zu verschliessen, ist aber hilflos und wenig zukunftsträchtig. Neue Ideen, mutige Entscheide sind gefragt. In diesem Sinne soll der Dialog stattfinden, wie auch immer man den Foren sagt, die zum Gespräch führen: Zukunftswerkstatt war auch mal ein Begriff dafür, vielleicht passt der wieder. Dazu sind alle in Suhr eingeladen, denen es wirklich um die Gestaltung der Gegenwart und Zukunft geht und nicht nur um das Bewahren von längst Vergangenem, für letzeres gibt es Museen. Womit sie auch wissen, warum ich nicht Mitglied des Museumvereins in Suhr bin.

Vision Aarau

Ja langsam und zurückhaltend, aber in der Richtung klar hat sich die Stadt Aarau geoutet: Sie bietet allen Gemeinden des Bezirks Gespräche an über einen Zusammenschluss in eine neue Gemeinde an: Vision Aarau (2011_08_22_VisionAarau_Dokumentation_gelayoutet): ein neues Aarau, das dann seine Bedeutung und Ausstrahlung als Hauptstadt des viertgrössten Kantons etwas glaubwürdiger ausspielen könnte.  Die als Fernziel angepeilten 100’000 Einwohner, etwas eine Grösse wie Winterthur (das vor 80 Jahren den Schritt mit dem Zusammenschluss der Nachbargemeinden wagte und das seither kaum bereute), würden nicht nur der Stadt sondern der ganzen Region eine völlig neue Entwicklungschance eröffnen.

Das ganze soll nicht von heute auf morgen kommen, aber beginnen muss man mit den konkreten Überlegungen jetzt. Man muss sich auseinandersetzen damit, Vor- und Nachteile analysieren, Vorteile begünstigen, Nachteile zu minimieren suchen. Es gibt nicht nur Gutes: Aber wer nicht heute die Strukturen dieser Region konsolidiert, die politischen Prozesse der realen Bevölkerungs- und Siedlungsentwicklung anpasst, der verpasst eine Chance, die Entwicklung in gute Bahnen zu lenken.

Die Agglomerationsgemeinden sind heute noch keine Sanierungsfälle, aber es wird immer schwieriger, die Bedürfnisse der Einwohnerschaft zu einem vernünftigen Steuerfuss zu befriedigen und sich nicht einfach zu verschulden. Die Region steht im Wettlauf um Standorte in Konkurrenz mit andern Städtchen des Kantons und andern Regionen der Schweiz; zukunftsträchtige Firmen gehen dorthin, wo die Strukturen stimmen,  wo Verkehrswege, Infrastruktur und Wohnqualität optimal aufeinander abgestimmt sind. Hier sind längerfristige Lösungen und Strategien gefragt, ängstliches Festhalten an den dörflichen Verhältnissen ist gefährlich. Bewahren in einer neuen Struktur müssen wir nur das, was uns in unseren überschaubaren Kleinräumigkeit als Heimat ans Herz gewachsen ist, das ist dann aber oft nicht (nur) im alten Dorf, sondern in der Region, in der Stadt, an der Aare, am Maienzug oder Bachfischet, wo im Fürioo de Bach brönnt, d’Sohrer händ en anzündt, d’Aarauer händ en glöschet, d’Chütiger, d’Chütiger rite uf de Frösche, die ganze Region zur Heimat wird. In diesem Sinne müssen wir zusammensitzen und die Vision weiterdenken, weiterentwickeln; möglichst alle und jetzt!

Die heutigen Gemeindegrenzen waren nicht immer.  Die Geschichte zeigt, wie kurz die Zeit der heutigen Dörfer ist, das beweist die kürzliche 200 Jahr Feier in Buchs, 200 Jahre und vorher?

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Kommen nun die Atomabfälle nach Suhr?

Nein, das ist kein Witz, kein Schildbürgerstreich: Die NAGRA hat herausgefunden, dass für das Endlager am Jura-Südfuss das Betriebsgebäude im Suhrer Wynenfeld liegen könnte! Neben der Badi, neben dem renaturierten Suhrelauf, direkt neben  Zusammenfluss von Wyne und Suhre und im wertvollsten Industrieland und über dem Suhretaler Grundwasserstrom, soll die riesige Anlage für den Betrieb des Atommülllagers zu stehen kommen. Da soll der Eingang sein für die unterirdischen Stollen und die Atommüllfässer, erschlossen mit einem Tunnel unter der ganzen Gemeinde Suhr und unter der Suhre durch…?

Ja, wer kommt denn auf sowas? Ist nun halt doch das einzige Kriterium dasjenige, dass Müll und Anlagen dorthin kommen, wo der Widerstand am kleinsten ist? Und was ist denn mit den schönen Papieren der NAGRA, wonach Lagen neben Oberflächengewässer gemieden werden, wonach der Zugang nicht unter grösseren Siedlungen durch führen soll, wonach Grundwasserzonen geschütz seien etc (NAGRA_Standortanforderungen). Alles nur Schall und Rauch, nun werden Standorte unmittelbar neben Dorfzentren, wenige hundert Meter neben Einkaufszentren (MMM und Möbel Pfister) mit täglichem grossen Personenverkehr vorgeschlagen und in den im Richtplan als Grundwasserschutzgebiet (blau schraffiert)ausgeschiedenen Gebieten vorgeschlagen…

Jetzt meine Damen und Herren Gemeinderäte, liebe Politiker jetzt muss man antreten. Wenn das echo seit 2008 schon mehrmals mahnte und davor warnte, die NAGRA zu unterschätzen (suchen Sie die ältern Artikel darüber nebenan unter NAGRA Endlager), hat das offenbar (ausser wenige wachsame AktivistInnen der SP in der Region) noch niemand ernst genommen. Zu sicher schien man zu sein, dass niemand auf die Idee kommen würde, hier Atommüll zu versorgen und dann im generell stark besiedelten Gebiet die Anlage noch mitten drin ins Auge zu fassen. Wenn die NAGRA so wirre Vorschläge macht, zeigt dies, dass ihr das Wasser am Hals steht, dass sie um jeden Preis das Lager bauen muss. Zuerst dort wo man es schluckt. Bei uns?

Die SP des Bezirks Aarau hat sofort reagiert (MM Tiefenlager_Standorte_OA_2012 0120), uns Sie?

Entwicklungsleitbild

Ja, da darf man ja gespant sein, wie das Entwicklungsleitbild  nach der Grossgruppenveranstaltung vom 27. August 2011 aussieht: Ob man bei gut 5500 Stimmberechtigten und 75 Teilnehmern von Grossgruppenveranstaltung sprechen kann, liesse sich ja diskutieren. Aber immerhin opferten diese 75 einen grossen Teil des freien Samstages, um über die Zukunft von Suhr nachzudenken und zu debattieren.

Etwas Zumba zwischen den Diskussionstischen konnten allerdings das Dilemma, sich auf völlig widersprüchliche Aussagen für ein “finde ich richtig” oder “finde ich falsch” entscheiden zu müssen, nur bescheiden erleichtern. Und ob sich aus den Resultaten nun ein visionäres Leitbild bauen lässt, erscheint auch etwas fraglich. Die Arbeitsgruppe und der Gemeinderat, die die Veranstaltung gut organisiert und moderiert haben, sind dabei nicht zu beneiden. Gross scheinen die Erwartungen verschiedener Interessengruppen, ihre Ideen zum Leitbild zu erheben, zu sein. Und zumindest in gewissen Bereichen (Was erlaubt die mittel- und langfristige Finanzperspektive; genügt die Behördenstruktur für eine mittelerweile beinahe 10’000 Einwohner umfassenden Gemeinde),  wäre als Grundlage für ein Leitbild vielleicht doch auch eine Analyse eines Experten interessant. Nicht dass die Idee, die Bevölkerung mit Leitbildtischen abzuholen, wo sie sich ohnehin aufhält und der Einbezug möglichst vieler, schlecht wäre; aber vielleicht genügt das JEKAMI doch nicht ganz.

Die Diskussionen waren anständig, korrekt und bemüht, nicht grosse Konflikte zu schaffen. Zuvielen macht der Graben, der sich in Suhr in den letzten Jahren zwischen den massgebenden politischen Kräften aufgetan hat, Mühe. Aber gleichwohl kommt Suhr, und nicht nur Suhr, nicht um die Gretchenfrage herum; wie seht ihr es mit einer Fusion mit einer oder mehreren Nachbargemeinden. Diese Frage steht nun einmal im Raum, nicht weil damit alle Probleme gelöst werden können, sondern weil die grossen Veränderungen im Aufgabenbereich der Gemeinden, die wachsende Mobilität der Bevölkerung  und das Zusammenwachsen der Gemeinden, diese Frage aufdrängen. Was regional angepackt werden sollte, war selten bestritten, nur wie regional etwas umsetzen, wenn doch jede Gemeinde nur auf ihr Portmonnaie und ihren Vorteil schaut. Und wenn nicht jetzt so wird sich Suhr doch in Kürze mit der Fusions-Frage dringend und ernsthaft auseinandersetzen müssen, pro und contra auflisten und dann entscheiden müssen, wie es weiter gehen soll. Jeder und jede wird sich die Frage stellen müssen, was denn Heimat für ihn/für sie bedeutet, ob die sozialen Kontakte die einem als daheimfühlen lassen,  wirklich durch Gemeindegrenzen festgelegt sind. Wenn das Leitbild zumindest eine Brücke entwerfen konnte, auf der längerfristige Perspektiven unvorhereingenommen debattiert werden könnten, wenn mit den Gesprächen etwas Feinbilder abgebaut werden  konnten, dann hat sich dieser Samstag schon mehr als gelohnt. Nach vorne schauen, ja wirklich, das wollen wir, weil es uns hier gefällt.

Das Restrisiko hat einen neuen Namen: FUKUSHIMA

Was geht uns nun Fukushima an? Nichts, werden Sie zuerst denken; ausser dem Schock, dass es auch im hochtechnisierten Japan zu einem derartigen Super GAU kommen konnte; dass auch japanische Techniker  und Spezialisten schnell völlig ratlos sind und nur noch von Evakuation sprechen.

Ministerpräsident Naoto Kan hatte am Dienstag die Bewohner einer Zone von 20 bis 30 Kilometern um Fukushima I und II dazu aufgerufen, ihre Häuser nicht zu verlassen. Inzwischen werden auch sie evakuiert. Die US-Regierung legt ihren im Umkreis von 80 Kilometern lebenden Bürgern nahe, die Gegend zu verlassen.”

Der Blick vom Suhrerchopf reicht zwar nicht bis nach Japan, aber dass Suhr im 20 km Bereich von Gösgen liegt und innerhalb des 30 km Kreises von Beznau und Leibstadt liegt, das erkennt das echo gleichwohl. Und sehr viel braucht es nicht, um diese Dimension zu erkennen. Oder messen Sie einmal einen 80 km Kreis von jedem  schweizerischen AKW und überlegen Sie sich nochmals wohin Sie mit Ihrer Familie gehen.

Wohin gehen Sie bei der Evakuation? Vielleicht ins Tiefenlager für radioaktive Abfälle im Jura-Südfuss, das soll ja gleich um die Ecke zu liegen kommen………..werden Zyniker sagen.

In der Schweiz ist schon lange Konsens darüber festzustellen, dass Energiegewinnung aus Atomkraftwerken nur noch als Übergangstechnologie zu betrachten ist, die schnell durch eine nachhaltigere und ungefährlichere Energiegewinnung ersetzt werden muss. Die 40% Strom aus den heutigen 5 AKWs in der Schweiz (Mühleberg, Beznau 1+2, Gösgen und Leibstadt) lasse sich aber nicht schnell durch alternative Stromquellen ersetzen, man brauche noch ein bis drei neue AKWs. Dies obwohl die Endlagerung der Abfälle noch immer nicht gelöst ist. Und dies obwohl die Problematik der “Restrisiken” aus AKWs schon seit 40 Jahren bekannt sind. Das Restrisiko hat nach Harrisburg und Tschernobyl wieder einen Namen mehr. Auch Politiker werden sich die Frage gefallen lassen müssen, was sie denn in den letzten 40 Jahren getan oder vielmehr unterlasssen haben, und warum wir heute noch nicht weiter sind in den Alternativen zur Atomenergie.

Nun ist Bewegung gekommen in die Frage, nutzen wir nun die Chance? Menschen in Japan haben teuer und schmerzlich bezahlen müssen. Ihnen gilt unser Mitgefühl, aber auch hier harren die Probleme einer Lösung.

Unterschreiben Sie die Petition gegen AKWs hier.


Ende der Revolution oder was ist aus den alternativen Kulturhäusern geworden

Ja, was das echo von der regionalen Sportentwicklung schreibt, könnte alles auch von der Kultur in der Region geschrieben werden: Wenn heute das Jubiläumsprogramm des KIFF ins Haus flatterte mit der höflichen Bitte, den Mitgliederbeitrag zu zahlen, wird einem wieder bewusst, welche kulturellen Angebote die Region mittlerweile bietet. Aber wer besucht denn das KIFF? Nur Aarauerinnen und Aarauer, oder vielleicht doch auch viele Jugendliche und Junggebliebene aus der ganzen Region oder auch von fern.

Und wie steht es mit dem OXER? Was das sei, fragen Sie, nein ausserhalb Aaraus und des Kuratoriums spricht (noch) niemand davon. Obwohl hier der Kanton und die Region Aarau eine Mittlere Bühne erhalten soll, mitten in Aarau in der alten Reithalle. Auch hier eine regionale kulturelle Aufgabe, die den Standort Aarau auch kulturell wieder massiv aufwertet. Kennen Sie den Bericht 10_73_Zwischenbericht_OXER? Der Einwohnerrat wollte ihn zwar nicht “zustimmend” zur Kenntnis nehmen, interessant ist er alleweil und teuer auch! Wer bezahlt?

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Kein Trinkgeld für regionale Sportanlagen

Ein Trinkgeld für die KEBA” titelt heute die AZ, um zu beklagen, dass es (einmal mehr, meint das echo) nicht möglich ist, eine saubere, regionale Verteilung der Investitionskosten für die regionale KEBA hinzubringen. Aarau zahlt 57% bei einem Bevölkerungsanteil der Region von 20%,  Suhr und Buchs zahlen wenigstens noch den prozentualen Anteil ihrer Bevölkerung, der Rest der Region stielt sich aus der Verantwortung! Die Ausreden sind mehr oder weniger gut. Das hatten wir doch schon mehrmals, und was sind die Konsequenzen daraus? Dass Anlagen für die ganze Region nun einfach nicht mehr gebaut werden können? Dass es an Aarau hängen bleibt, bis die auch nicht mehr bereit sind, zu investieren? Ja so geht es nicht, schon lange nicht mehr, da wurstelt man sich doch einfach weiter durch. Und wo sind die Ideen für eine echte regionale Entwicklung, für einen Schub in Innovation, Fortschritt und Standortqualität. Da hat doch soeben der regionale Planungsverband eine Maus geboren (vgl den Beitrag von lienhard unten). Eine Drittelstelle für die regionale Planungsentwicklung soll uns weiterbringen…..

Ja, nur weil wir einfach nicht wagen, einmal die Fusion der Region in ein neues Aarau-Regio in die Wege zu leiten. Dies als Aushängeschild des viertgrössten Kantons der Schweiz, der mehr zu bieten hätte als Autobahnen, Atomkraftwerke und Kehrichtdeponien. Nicht dass wir beginnen müssten, mit dem grossen Stadtkantonen zu wetteifern, aber es wäre langsam auch an der Zeit, die wirklich nicht unbescheidene Standortqualität dieses Kantons, sei es als Wohnortregion inmitten der Haupverkehrsachsen mit besten Verbindungen mit dem öffentlichen Verkehr, sei es als Standort für Dienstleistungen und Industrie, mit den gleichen obgenannten Vorteilen. Sei es als Landschaftsraum von bescheidener aber erholsam schöner Art, mit einer Landschaft, die zum täglichen joggen, wandern oder biken geradezu einlädt, ohne dass es am Abend zu weit wäre, auch kulturell etwas zu geniessen. Wo bleibt der politische Mut, dafür einmal etwas Neues zu wagen? Die Region Aarau hätte heute die Chance verdient.

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Regionalentwicklungskonzept; ausser Spesen nichts gewesen

Vor Jahresfrist traf sich die gesamte Politelite im Aarauer KUK und diskutierte ein regionales Entwicklungskonzept: Die Region ist zusammengewachsen, die Probleme sind lokal nicht mehr zufriedenstellend lösbar, die Region müsse ran, war der allgemeine Tenor, breit getragen von  den beinahe vollständigen Gemeindebhörden und einigen wenigen “Unabhängigen”. “Der Prozess ist lanciert, die Probleme und Lösungsansätze liegen auf dem Tisch, viele, auch Amtsträger haben diese Gedanken mitgetragen. Jetzt brauchen wir nur den Mut, diese Erkenntnisse auch wirklich umzusetzen.” lautete damals mein Fazit (siehe auch im echo).

Gestern, nach einem Jahr Arbeit des Planers wurde uns das Ergebnis vorgestellt: Eine schöne, immer noch richtige Zusammenstellung der Fakten, bescheiden und vorsichtig gewichtet, geprägt von der Angst, etwas mutiges Zukunftsträchtiges zu sagen mit dem Fazit, der PRA als Planungsverband sei mit einer 33% Stelle auszustatten, die dann die Regionalentwicklung weitertreiben werde.

Das kann doch nicht ernst gemeint sein! Wie soll eine kleine Teilzeit-Planer-Stelle in einem Verband, der keine Kompetenzen hat, der mit einem Einstimmigkeitsprinzip von jeder Gemeinde blockiert werden kann, überhaupt je etwas bewirken. Wer glaubt denn sowas!

Haben hier die Vorstandsmitglieder gewirkt (mit Gemeindeammänner nahe am Rentenalter? Frauen oder jemanden unter 5o Jahren gibt es dort ohnehin nicht), haben sie jeden Ansatz für eine wirkliche Regionalentwicklung im Keime erstickt? Und bald werden sie weiter klagen, dass überregionale Sportanlagen (das Beispiel KEBA ist topaktuell), Verkehrsprobleme, Umweltanliegen, Tiefenlagergelüste der NAGRA, koordinierte Bauzonenplanung, regionale Standortmarketings nicht befriedigend lösbar sind.

Ich weiss die “Lösung” nicht: Ich weiss aber, dass wir vor einem Jahr in einer guten Diskussion erheblich weiter waren. Die Feststellung, dass der konkrete und gelebte Siedlungsbereich nicht mehr ansatzweise mit den administrativen politischen Strukuren übereinstimmt, war vor einem Jahr kaum ernsthaft bestritten. Dass dies nur verbessert werden kann, wenn sich die gesamte Region eine politische Struktur gibt, die wirklich handlungsfähig ist, sei das durch Fusionen beginnend im Zentrum oder durch einen Regionszusammenschluss  a la Glarus, war und ist offenkundig. Dass viele, v.a. die Behördemitglieder dazu nicht bereit sind, um ihre Posten fürchten, ist auch bekannt. Hier hätte die gestrige Diskussion ansetzen müssen: Mit welchen Modellen, welchen Vorbereitungsphasen könnte diese Angst abgebaut werden. Wie kann verhindert werden, dass jede Gemeinde, jeder Bürger krämerisch rechnet, ob er kurzfristig etwas gewinnt oder verliert. Wie lässt sich ein Scherbenhaufen a la Baden/Neuenhof verhindern, dass plötzlich auch Aarau, das nicht ausbaufähige und überall blockierte Kleinststädchen, wie dort Baden meint, sein Vermögen und seine Steuerkraft so lange wie möglich vor den wachsenden Agglogemeinden schützen zu müssen. Wer behält welche Schulstandorte, wer Werkhöfe und Verwaltung, wohin sind die Arbeits- und Industriezonen und damit auch der Verkehr in der Region sinnvoll? Ja, das wären die Fragen…auf die ich auch noch keine definitiven Antworten habe, vor denen ich mich aber auch nicht fürchte. Heute wären diese Fragen/Probleme zu lösen, nicht kurzfristig, aber befriedigend für alle Einwohner der Region. Was in der Siedlung längst zusammengewachsen ist, muss auch politisch wieder auch die gleiche Ebene gebracht werden, demokratisch mit dem Einbezug der Bevölkerung. Oder haben uns morgen andere Regionen den Rang abgelaufen?

“Frischer Wind”  hiessen auch diesmal die Moderatoren, zu spüren war davon nichts mehr.

NB:

Das ganze Konzept finden Sie auf der Homepage des PRA oder hier (Regionalentwicklungskonzept_110112); lesen Sie selber und sagen sie, was Sie davon halten: Die Vernehmlassung läuft bis zum 29. April 2011. Sie können auch hier im Blog Ihre Meinung sagen.

Cleantech statt Atommüll

Wasserwirbelkraftwerke statt Tiefenlager; ein Auftrag für die TBS? 

Während dem die NAGRA uns zwischen Suhr und Aarau ein Tiefenlager für Atommüll unterjubeln will, eröffnete Bertrand Piccard kaum bemerkt von der grossen Öffentlichkeit das erste Wasserwirbelkraftwerk in der Schweiz im aargauischen Schöftland an der Suhre (broschuere_-_genossenschaft_wasserwirbelkraftwerke_schweiz_-_gwwk_-_v1.1_20100819). Ein Kleinstwasserkraftwerk, das ohne ökologische Risiken, mit kleinsten Eingriffen in die Natur, die kleinen Gewässer, die den Kanton Aargau, das Wasserschloss der Schweiz, zu hauf durchströmen, zu nutzen vermögen. Es erzeugt den kostbaren Strom, das nicht mehr wegzudenkende Lebenselixier der modernen Welt, bescheiden in der Menge in einer Anlage, aber auch ohne ersichtliche Nachteile. Wer hier schon wieder primär die Risiken, unzulässige Eingriffe in die natürlichen Flussläufe, Probleme für die Fische im Vordergrund sieht, dem muss mit mit dem Energiepionier Piccard gesagt werden, dass gute Ideen noch viele haben, aber die Welt nur von dem verändert wird, der die Idee umsetzt, Widerstände und Hürden überwindet und die ersten Projekte kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert.

An der Suhre, die auch unserer Gemeinde den Namen gab, die sich bei der Badi Suhr mit der Wyna vereinigt und zur Aare strömt, liessen sich gewiss auch in unserem Gemeindegebiet derartige Anlagen bauen. Statt immer in der Schweiz hinzuhalten für den Müll, den Abfall und die Grossrisiken unserer Zivilisation muss der Aargau durchstarten mit innovativen, zukunftsträchtigen Projekten. Clean-Tech, saubere, umweltverträgliche Kleintechnologie gegen Grosstechnologie!

Das ist die Stärke unseres Kantons, eines Kantons voller KMU, eines dezentralen Kantons ohne Grossstädte. Es war die Kleintheaterszene mit Tuchlaube, Claque, Theater Marie etc, die schon in den achziger Jahren des letzten Jahrhunderts dem Aargau auf der Bühne der Schweiz zu Aufmerksamkeit verhalfen; genau so könnte es heute die umweltverträgliche Kleintechnologie sein. Wir wollen kein Atommüll-Tiefenlager in Suhr, wir wollen zwei, drei Wasserwirbelkraftwerke an Suhr und Wyna. Und genau in diese Richtung ziehlt die cleantech-Initiative der SP Schweiz , für die immer noch Unterschriften gesucht werden: Unterschreiben Sie auf dem Talon der SP Schweiz.

Die TBS in Suhr sollen verselbständigt werden, leisten wir uns als Start dazu zwei bis drei Wasserwirbelkraftwerke. Geben wir der TBS diesen Auftrag mit der Verselbständigung ins Pflichtenheft als Bekenntnis für den Weg der öffentlichen Energieversorgung. Nicht die Rechtsform der Energiewerke ist massgebend, sondern die Geisteshaltung, wie Energie erzeugt werden, wem Energie nutzen soll und wer darüber die Entscheidungen fällt. Das muss und wird die öffentliche Hand sein, die Gemeinde, die seit Jahren ein gutes Netz aufzog, ausbaute und unterhielt.

Der Holperiweg ist tot: der historische Direktweg Suhr-Aarau wurde gesperrt

Nachdem viele Suhrerinnen und Suhrer auf dem gewohnheitsrechtlichen Veloweg im Aarauerfeld am  Spitalparkplatz vorbei Richtung Aarau fuhren, wurde dies in den letzten Jahren immer mehr zu einer Glückssache und einem Wagnis, weil die Anwohner den Unterhalt ihrer “Privatstrasse” sträflich vernachlässigten. Sanieren war ihnen zu teuer, der Stadt abtreten wollten sie auch nicht, sie liessen ihn mit Schlaglöchrern übersäht, um den Velofahrern, darunter vielen Kindern diesen Weg zu vermiesen. Dass hier niemand schwer gestürzt ist, grenzt an ein Wunder.

Und nun haben die Anwohner die Lösung gefunden, sie sperrten die Strasse für die Suhrerinnen und Suhrer, sanieren sie für teures Geld und behalten den Durchgang mit Schranken und richterlichem Verbot den Eigentümern vor. jahrzehnte-, nein jahrhundertelang bildete dieser Weg die direkteste Verbindung zwischen dem Aarauerfeld in Suhr und der Stadt Aarau. Nun hält eine Metallsperre alle ausser den Anwohnern ab. Diese nehmen sogar in Kauf, dass der Weg nicht mehr von Schnee geräumt wird und keine Kehrichtabfuhr mehr durchfährt.

Doch dieser Weg ist längst gewohnheitsrechtliches Wegrecht für alle Bewohner des Aarauerfelds, er ist sowohl in der Michaelis-Karte 1840 wie in der Siegfriedkarte 1880 verzeichnet. Der direkte Weg zur altehrwürdigen Teigwarenfabrik Businger, Fuss- und Veloverbindung für viele. Gesperrt von Neuzuzügern und niemand wehrt sich.  Es geht im Gegensatz zur Darstellung im Sonntag (Privatweg_Sonntag-15 8 2010) nicht bloss um die Eigentumsverhältnisse, sondern um das jahrzehntealte Wegrecht. Warum setzt sich die Stadt Aarau nicht für diese (bei intakter Strasse) ungefährliche Veloverbindung nach Aarau ein? Die privaten  Eigentümer haben vorgegaukelt, den Weg nur für Autos sperren zu wollen (was noch verständlich wäre…), sie bleiben dabei aber die Erklärung schuldig, warum sie ein richterliches Verbot und ein allgemeines Fahrverbot installieren liessen und warum die Metallsperre niemandem mehr Durchlass gewährt. Wenn der Weg, was nun absehbar erscheint, wirklich auch für Fussgänger und Velos gesperrt werden sollte, das allgemeine Fahrverbot bleibt, wird die Gemeinde Suhr dieses Wegrecht einklagen müssen. Es kann nicht sein, dass einige wenige Private altrechtliche Wegverbindungen in dieser Region schliessen können.

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