Verfasst von echovomsuhrerchopf am 16. November 2009
Was um Himmels Willen haben denn die jubelnden U17 Fussballweltmeister im Schweizer Dress in Nigeria mit Suhr zu tun, werden Sie fragen.
Nichts- oder doch? Weil der Torschütze im Final Haris Seferovic im Sommer nicht eingebürgert worden wäre, hätte er dies in Suhr versuchen müssen, weil sein Name mit -ic endet, weil eine Mehrheit in der Sommergemeindeversammlung in Suhr ein Zeichen gesetzt haben wollte, gegen Ausländer aus dem Balkan, gegen Fremde, und damit gegen Integration (das echo berichtete darüber). Nun haben die 17 jährigen Söhne meist von Migrantinnen und Migranten in Nigeria auch ein Zeichen gesetzt, eines das über die kleinliche Machtdemonstartion an der Gemeindeversammlung in Suhr hinausreicht, nachhaltiger ist und vielleicht auch einigen Suhrern die Augen öffnet. Junge und ältere Menschen mit Migrationshintergrund in der Schweiz sind mit überwiegender Mehrheit eine Bereicherung für unser Land, unsere Gesellschaft. Die Schweiz braucht sie, nicht nur im Fussball, aber dort auch. Auch unsere Arbeit wird in grosser Zahl von Leuten aus dem Ausland geleistet, ja in Konkurrenz zu uns Schweizern, aber es ist ja das hochgelobte Credo unserer Gesellschaft, dass Konkurrenz belebt, herausfordert zu guten und besseren Leistungen. So kann man sogar Weltmeister werden.
Und es gibt auch eine kleine Minderheit der Ausländer, die die Regeln der Gesellschaft nicht einhält, dafür auch zur Rechenschaft gezogen werden muss und wird, wie die Schweizer, die sich nicht an die in einer demokratischen Gesellschaft von den Bürgerinnen und Bürgern aufgestellten Regeln und Gesetze halten.
In diesem Sinne hat Suhr noch etwas gutzumachen! Das Verwaltungsgericht hat sich zwar als unzuständig erklärt und den beschwerdeführenden Jugendlichen, die die Nichteinbürgerung angefochten haben, ein weiteres halbes Jahr im Ungewissen zugemutet. Aber es ist vorhersehbar, dass Suhr nochmals wird über die Einbürgerungen befinden müssen. Das echo hofft, dass es dann auch etwas zu feiern gibt.
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Verfasst von echovomsuhrerchopf am 27. Oktober 2009
…meint das echo frei nach dem Plakat von Werber Frank Bodin. Ja, auch wenn man vom Suhrerchopf nur Kirchen, markante und weniger markante sieht, und weit und breit keine Minarette, Moscheen, Tempel und Synagogen, gilt dieser Spruch auch in Suhr. Auch hier leben Menschen mit den verschiedensten religiösen Bekenntnissen friedlich nebeneinander, unsere Kinder werden gemeinsam nach den gleichen Regeln unterrichtet, wobei man sich in der schulischen Integration sehr bewusst ist, dass es keine Integration in der Schweiz gibt, ohne auch zu den heimatlichen kulturellen und religiösen Wurzeln eine positive Beziehung zu haben. Es gibt keinen Grund, einzelnen religiösen Gemeinschaften andere Regeln aufzuerlegen als andern. Nur wenn wir diese unseren Grundrechten entsprechende Toleranz aufbringen sind wir auch legitimiert, von Immigranten zu fordern, dass sie die hiesigen Gebräuche akzeptieren und einhalten. Die Glaubensfreiheit ist zu schützen, die Initiative gegen den Bau von Minaretten ist abzulehnen, in der Schweiz müssen wie bisher alle Religionsgemeinschaften im Rahmen der ordentlichen Rechtsordnung (Bauvorschriften) ihre Art des Glaubens ausüben dürfen.
Es ist dabei bedauerlich, dass häufiger über den Stil und allfällige Verbote von Plakaten diskutiert wird, als über den Inhalt von Initiativen. Auch wenn das Plakat der Minarettgegner den Werbemann Bodin zum künstlerisch wertvollen obigen Plakat herausgefordert haben dürfte und auch das Plakat für das Kriegsmaterialausfuhrverbot als gelungen Persiflage überzeugt. Nicht einzig auf die Art der Plakate sondern auf ihre Inhalte müssen politische Begehren geprüft werden. Auf den Inseratestil ist daher nicht weiter einzugehen, diesbezüglich bei der SVP abzukupfern wird sich auch für die JUSO längerfristig kaum lohnen. Es geht um die Inhalte: Das Verbot der Kriegsmaterialausfuhr erscheint dem echo dabei durchaus unterstützungswürdig. Arbeitsplätze im Land zu erhalten und sichern zu wollen mit der Produktion von Waffen, die vielfach denn auch nicht nur zum Einsatz bestimmt, sondern auch wirklich eingesetzt werden, erscheint dem echo denn auch genau so verwerflich wie die Sicherung des Finanzplatzes mit Steuerflüchtlingen. Das hat unser Land nicht nötig.
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