Kommst du auch ins Skilager?

Nein, das echo hat nicht zuviel Sonne erwischt diesen Sommer, das wäre ja auch erst in den letzten Tagen möglich gewesen. Für Skilagerdiskussionen scheint es ja tatsächlich nicht die richtige Zeit; ………oder doch: Die Anmeldungen dazu und die Ablehnungen der interessierten Kinder sind in diesen Tagen gelaufen und im Februar 2012 wird nur noch vollzogen , was in diesen Sommertagen eingefädelt worden ist. Dann werden wir hören, es sei nun zu spät für diese Diskussion, es sei ja im Sommer gelaufen mit den Anmeldungen und den Zuteilungen.

Das von den Mittelstufenlehrpersonen geleitete Mittelstufenskilager soll bevorzugt für die 6. Klasse reserviert sein, 5. und 4. KlässlerInnen würden, soweit noch Plätze frei sind, ausgelost. Wer Glück hat, geht mehrmals ins Skilager, wer Pech hat bleibt draussen. Es hat halt nicht genügend Plätze für alle; warum denn? Ist das Lagerhaus zu klein? Warum mietet man nicht ein grösseres? Fehlt es an den Lagerleiter?

Es ist Skilager und keiner geht hin, titelte 20min im Februar dieses Jahres

Zu teuer sollen die Skilager sein, zu aufwändig für Lehrpersonen, zu schwierig die Eltern. Und die Skiorte beklagen, dass man in den Schulen nicht mehr skifahren lerne. Der schweizerische Skisport fällt mehr und mehr hinter Österreich zurück.

Auch Suhr bietet nicht für alle interessierten Kinder Skilager an: Es genügt bei weitem nicht, wenn “alle Schülerinnen und Schüler in ihrer obligatorischen Schulzeit zweimal ins Skilager können” (so die Antwort der Schulpflege an die Abgelehnten). Wenn sie dann nicht mit den Eltern auch ihre Wintersportkenntnisse vertiefen können, werden sie sicher als Erwachsene nie mehr auf Skis oder Snowboards stehen. Ins Skilager melden sich die Kinder mit ihren Gspänli an; das hehre Ziel der Durchmischung aller Schulstufen tönt wohl bildungstheoretisch gut, geht aber an den Bedürfnissen der Kinder vorbei. Wenn man nicht Gewähr hat, dass man dann tatsächlich mit den Freundinnen berücksichtigt wird, meldet man sich oft gar nicht mehr an. Was dann wieder zum falschen Schluss verleitet, das Bedürfnis sei nicht so gross.

Schade bringt die Schule Suhr dieses Angebot nicht. Dafür tragen nicht die Leute von Zukunft Suhr die Hauptverantwortung (dies nur an Urs Zimmermann, damit er als ehemaliger Schulpflegepräsident dann nicht wieder allzu einfach Sündenböcke glaubt finden zu können), weil diese Politik in der Schulpflege offenbar seit längerer Zeit mitgestützt wird. Aber die Schulpflege hätte es in der Hand, hier andere Vorgaben zu machen.

Vielleicht wäre es aber durchaus an der Zeit, diese Sache einmal zu hinterfragen: Wollen wir Skilager oder nicht, wenn ja dann für alle Interessierten. Bei 66 Anmeldungen für das Mittelstufenlager ist doch das Interesse gross. Warum tut sich dann nicht etwas? Werden diejenigen Lehrpersonen, die Bereitschaft zeigen, in einem Lager mitzumachen, gefördert, gestützt und anerkannt? Lager verlangen denn auch echt viel Engagement und bringen den Lehrpersonen auch die Trennung von Familie und Freizeit für diese Woche. Also, die Themen- und Projektwochen der Schule Suhr sind eine gute Sache. Sie leben aber wie so vieles im Schulbetrieb auch vom Engagement der Lehrpersonen und Behörden. Und wie häufig ist selten etwas so gut, dass es nicht verbessert werden kann. Also verbessern wir die Schule Suhr, bieten wir im (über-)nächsten Winter Skilagerplätze für alle.

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Ali Baba in Suhr

Ali Baba und die 40 Räuber, gespielt von Primarschülerinnen und -schülern mit der Musikschule Suhr. Seit Wochen üben sie  zusammen. Bald schon sitzen die Texte, die Lieder, bald sind die Kostüme genäht und die Aufführung steigt. In verschiedenen Fächern wurde das Thema angegangen, klassenübergreifend und in Spezialwochen geprobt. Ein Kraftakt, aber auch eine Herausforderung für Kinder und Lehrkräfte.

Das Musical Ali Baba von James Rae und Mike Cornick ist eine moderne Fassung der Geschichte aus 1001 Nacht, die mit viel Humor und poppigen Melodien von unbändiger Gier und der intelligenten Sandy erzählt. Ch. Otto hat daraus ein einstündiges Bühnenstück zusammen gestellt.

Am Freitag, 17. Juni 2011, findet um 19.00 Uhr in der Bärenmatte die Uraufführung statt. Kommen und schauen Sie selbst!

Eine zweite Vorstellung findet dann am Sonntag, 19. Juni 2011 um 17.00 Uhr statt.

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Tango Korrupti oder Verunglimpfungen statt Sachargumente?

O la la, das muss auch das echo beschäftigen: Hertig Noetzli Architekten haben bereits beim Werkhof einen Projekt-Vorschlag für den Aus- und Umbau einer Gemeindeliegenschaft für die Gemeinde Suhr  erstellt und nun gewinnen sie auch den Studienauftrag für die Sanierung des Schulhauses Ost. Das beschäftigte die FDP Suhr, sie schreibt im SuhrPlus von “nicht nur unschön, sondern unfair”, “Scheinwettbewerb”, “Insiderwissen”, “fehlendem Rückgrat”.

Das ist dicke Post, aber die Frage, warum das Büro, in dem unser Bauvorstand arbeitet, wenn auch nicht als Eigentümer des Büros so doch als Mitarbeiter, mit seinen Projekten in Suhr schon mehr als einmal auf Anklang gestossen ist, muss erlaubt sein. Der Gemeinderat täte gut daran, diese Sache spätestens an der Gemeindeversammlung zu klären, offen, ohne wenn und aber.

Das echo weiss zumindest das: Der Gemeinderat in Suhr ist eine Milizbehörde. Alle, auch der teilamtliche Gemeindeammann haben daneben noch berufliche Aufgaben. Diese können im Interesse der Gemeinde sein, aber auch nicht. Es war bisher klare (bürgerliche) Doktrin, dass auch Selbständigerwerbende und Gewerbetreibende in Suhr in der Gemeindepolitik sollen mitarbeiten können. Das echo hat keine andere Meinung, unser Milizsystem lässt etwas anderes ernsthaft nicht zu. Das echo war und ist bloss immer streng, auf alle Seiten, auch dort wo eigene Leute betroffen sind: Es hat immer verlangt, dass Interessenbindungen, berufliche und familiäre Verflechtungen klar offen gelegt werden, dass Ausstandsregeln strikte beachtet werden. Das echo hat auch nicht geringe Sympathien für die Initiative des jungen SVP-Heisssporns Lukas Reimann auf Offenlegung der Interessenbindungen in der Politik (http://www.unbestechlich.ch/). Das Thema ist nicht nur in Suhr gut im Auge zu behalten.

Schon in den 80er Jahren waren in Kommissionen zur Bau- und Zonenordnung nicht nur der heutige Gemeindeammann als Eigentümer grösserer Gewerbeliegenschaften in Suhr und der Miteigentümer der lokalen Baufirma mitvertreten, sondern der fachliche Beirat machte mit Architekt Hauri ein lokaler Architekt, der das Schulhaus Ost baute und in Suhr ebenfalls diverse Parzellen besitzt. Das war bekannt, unbestritten, wenn auch schon damals nicht immer nur ganz unproblematisch. Damals hat das die FDP Suhr jedenfalls nie gestört. Auch dass damals mit dem Eisenwarengeschäftsbesitzer Robert Jost (SVP) und dem Elektrounternehmer Marcel Kuhn (FDP) gerade zwei lokale Gewerbetreibende im Gemeinderat sassen, die immer wieder bis heute auch mit der Gemeinde geschäfteten hat einzig die SP hie und da zur Einhaltung strikter Ausstandsregeln veranlasst, was dann auch geschah. Sie erinnern sich auch daran, dass das echo im Wahlkampf zwar die familiären Banden der Kandidierenden von “echt Suhr” aufzeigte, nicht aber weil ein breites familiäres Engagement in der lokalen Politik verpönt oder schlecht wäre, sondern weil es der Transparenz dient, wenn man sich dem bewusst ist. So ist es auch noch heute.

Würde der Verdacht der FDP, dass die massgebenden Regeln nicht mehr eingehalten werden, nur ansatzweise bestätigt….. hätte auch das echo Mühe, und es würde schnell mit der FDP für Ordnung besorgt sein. Wenn es aber wider besseres Wissen(?) [der Gemeindeammann der FDP kennt die Abläufe genau] nur deshalb thematisiert wird, weil sich die FDP nicht mehr auf komfortable Mehrheiten stützen kann, dann kommt wieder der Verdacht auf, dass zumindest einige Personen mit der Wahlniederlage 2009 schlecht umgehen können. Man könnte ja auch inhaltlich diskutieren, wenn man nicht in der Mehrheit ist.

Zu den Projekten des Büros Hertig Noetzli nur noch soviel: Es waren hauptsächlich die Vertreter von Zukunft Suhr, die den Rückzug des Werkhofprojekt dieses Büros ausgelöst haben, massgebend waren dafür die ungünstige Verkehrserschliessung und die Lage des Werkhofprojektes an sich. Niemand hat, nur weil der Gemeinderat von Zukunft Suhr in der Firma des Projektverfassers arbeitet, auch nur ansatzweise daran gedacht, dieses Projekt anders als rein sachlich zu beurteilen. Das wird auch bei der Sanierung des Schulhaus Ost der Fall sein, mit der sich materiell das echo noch nicht vertieft befasst hat. Von der FDP wünscht sich das echo das selbe, eine inhaltliche sachliche Diskussion, ob, wie und wo die Schulbauten erneuert, und ergänzt werden sollen.

Schulbautensanierung und -anpassung ist dringend nötig

Am letzten Info-Forum wurde in einer Kurzinfo vorgewarnt, was auf uns zukommen wird: Nicht nur die Umstellung von 5 Jahre Primarschule und 4 Jahre Oberstufe auf die schweizweit üblichen 6 Jahre Primar und 3 Jahre Oberstufe wird erfordern, dass der Schulraum heute nicht mehr überall am richtige Ort steht. Auch die Einführung von Tagesstrukturen macht eine Anpassung an den Raumbedürfnissen nötig. Da ist es vielleicht sinnvoll, dass Suhr sich in den letzten Jahren sehr zurückgehalten hat mit dem Unterhalt vieler Schul- und Kindergartengebäude. Alle Gebäude, deren Verwendung nicht völlig klar war, wurden im Unterhalt zurückgestellt…. aber nun kommt es. Zurückstellen bedeutete nicht, dass nicht längst Bedarf bestand. Heute, wo die Voraussetzungen nach der Ablehnung des Bildungskleeblattes und den Entscheiden des Regierungsrates für 6:3 und für Tagesstrukturen wieder klar sind, macht es Sinn, die Schulgebäude wieder an die Bedürfnisse anzupassen. Dass in der Zwischenzeit sich die energetischen Vorschriften massiv verändert haben, bedarf keine weitere Begründung. Wenn wir in absehbarer Zeit ohne die risikoreiche Atomenergie auskommen wollen, werden wir nicht darum herum kommen, auch die energetische Sanierung der Gemeindeliegenschaften, auch der Schulgebäude voranzutreiben. Lobenswert, dass der Gemeinderat dies nicht zufällig, ad hoc, von Fall zu Fall, sondern mit einem überlegten Energiekonzept vorantreibt.

Details und Hintergründe erfahren Sie an den Informationsveranstaltungen vom 24. März 2011 im Schulhaus Feld (Aula 19.30 Uhr) oder am 29. März 2011 im Schulhaus Ost (Mehrzweckraum 9.30Uhr) . Es wird teuer; es ist notwendig, dass wir uns damit beschäftigen, dass wir uns über die Ziele und Projekte ein Bild machen. An der Gemeindeversammlung wird das Projekt zwar auch vorgestellt werden, dort bleibt aber in der Regel nicht die Zeit, sich vertieft mit den Bedürfnissen und den Verhältnissen zu beschäftigen. Nutzen Sie die Info-Möglichkeit von Gemeinderat und Schulpflege: Einladung_Informationsveranstaltungen_Liegenschaftskonzept_Schule

Suhr feiert mit aller Welt

Ja wirklich, die Suhrer Schule ist wohl mehr Multikulti als die WM in Südafrika: aus aller Welt, wie das Motto des diesjährigen Jugendfestes lautete. Und für einmal zeigte man sich stolz darüber, nicht nur der Schulpräsident Heiner Kilchsperger an der Eröffnungsfeier, sondern auch die vielen Festbesucher am Umzug und in den Beizlis, auch die weltoffen kroatisch, italienisch und auch etwas schweizerisch eben alle zusammen. Dass auch das Wetter uns das bisher schönste und (einzige) Sommerwochende bescherte zeigt, dass uns auch Petrus wohlgesinnt war und Suhr mit etwas Toleranz und Offenheit auf dem richtigen Weg ist. Dass die ungerechten Nichteinbürgerungen an der Gemeindeversammlung vor 10 Tagen ohne Diskussionen korrekt und anständig bereinigt und die Einbürgerungen gegen den Widerstand der letzten konsequenten Neinsager vollzogen worden sind, macht Hoffnung, dass Derartiges ausgedient hat. Weltoffenheit nicht nur am Jugendfest, sondern in der täglichen Arbeit in der Schule und in den Behörde, das macht Mut und tut gut. Weiter so.

Und wer sich ärgerte, dass die WSB mit Penetranz den Umzug verzögerte und sich in aller Gefährlichkeit, wenn auch im Schritttempo, den Weg durch die Festbesucher am Umzug bahnte, dem kann versichert werden, dass es das letzte Mal war. Ende Jahr verschwindet die WSB aus dem Ortsbild, das kostet viel Geld ist aber seit Jahren überfällig. Auch hier sind wir auf dem guten Weg. Verkehrspolitik ist langwierig, unspektakulär und mühsam. Wenn sie sich aber konsequent an den Bedürfnissen der ortsansässigen Bevölkerung ausrichtet und Verkehrssicherheit und Lebensqualität ins Zentrum rückt, dann ist auch hier etwas zu bewegen.

Mobbing in der Schule, die Elternmitwirkung Suhr informiert

Eine beachtliche Anzahl Eltern, Lehrpersonen und Behördevertreter besetzte das Länzihuus bis (fast) auf den letzten Platz. Das Thema interessiert, macht betroffen. MOBBING, was ist das überhaupt? Wie soll reagiert werden, wie kann frühzeitig Gegensteuer gegeben werden? Die Elternmitwirkung Suhr hat keinen Aufwand gescheut, ist nicht davor zurückgeschreckt, dieses heikle Thema anzupacken. Spielerisch stellte das Theater act-back (hier mehr davon) die von den Besucherinnen und Besucher skizzierten Szenen dar, zeigte im Spiel, wie es sein kann und wie schwierig es sich aus den oft festgefahrenen Mustern herausfinden lässt.

Mobbing in der Schule ist nicht isoliert zu bekämpfen: Dabei bilden falsche Scheu vor der Offenlegung der Konflikte im Sinne vielleicht eines falsch verstandenen Daten- und Persönlichkeitsschutzes eine gefährliche Barrierre, die geheimen Mobbern Chancen eröffnet.  Gerade weil dieses Phänomen so wechselseitig in den Beziehungen Elternhaus-SchülerIn-MitschülerInnen-Lehrperson entsteht, ist es nur in Zusammenarbeit aller dieser Akteure in den Griff zu bekommen. Dies macht das Engagement der Elternmitwirkung so wertvoll. Eltern, die die Probleme bewusster angehen, sind auch offener für Lösungsansätze.  Patentrezepte konnten auch an diesem Abend nicht angeboten werden. Die Schulbehörden und die Lehrpersonen tun aber gut daran, diesen Steilpass des Zusammenarbeitswillen aufzunehmen und Mobbingfälle in den Ansätzen mit allen Beteiligten jeweils schnell offenzulegen, anzusprechen. Die Schulsozialarbeiterinnen zeigten jedenfalls Mut und Engagement und sind bereit, Hilfe anzubieten. Nur so lässt sich Mobbing bekämpfen. Vielleicht ist nicht selten ein offengelegter Mobbingfall schon keiner mehr, weil er bewusst gemacht worden ist, weil er aus dem Versteck rausgeholt und transparent wird.

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Die Musikschule spielt auf

Es war schon dunkel als das eine Schar aufgeregter Kinder wieder Leben auf den Kirchenhügel zauberte: Eine Lebendigkeit, eine Spielfreude und ein Engagement sprudelte aus den Musikschülerinnen und Musikschüler Suhrs. Wochen von Fleiss und Schweiss auf Geigen, Flöten und Gitarren ballten sich zu einer freudigen Kraft am musizieren. Schön, dass die Musiklehrpersonen den Kindern diese Freude mitgeben können, schön auch, dass die Kirche ihrer Türen allen öffnete und die Kirchenorgel sich Kinderhänden erschloss.

Das Jahresende ist nahe, es gibt wenig Besseres als Kinder, die voller Stolz ihren Eltern, Grosseltern und Geschwister zeigen dürfen, welche Fortschritte sie mit ihrem Instrument erzielt haben. Zufriedene Kindergesichter mit Grittibänz lassen die Ermahnungen, doch auch wieder einmal zu üben vergessen und sind geeignet das Jahr gut ausklingen zu lassen.

Geschichte ist machbar

“Wer die Geschichte kennt, kann die Zukunft planen” meinte Gemeindeammann Beat Rüetschi an der Vernissage und Vorstellung der von Markus Widmer-Dean neu verfassten Ortsgeschichte.

Goethe meinte zwar “Geschichte schreiben ist eine Art, sich das Vergangene vom Hals zu schaffen”. Und vielleicht hat er recht. Es kann aber tatsächlich kaum schaden, sich einmal zu vergewissern, wie Suhr entstanden ist, wie kurz die Geschichte der heutigen Gemeindegrenzen und der heutigen Gemeindestrukturen überhaupt ist.

“Was den Menschen auszeichnet, ist nicht, dass er Geschichte hat, sondern dass er etwas von seiner Geschichte begreift.” meinte Carl Friedrich von Weizsäcker. Ja, das meint auch das echo, das den Wälzer noch nicht erstanden, geschweige denn gelesen hat. Dies wird es sicher noch tun und vielleicht das eine oder andere kommentieren. “Geschichte ist machbar” meinte auch schon Rudi Dutschke. Das echo erlaubt sich daher, das Zitat des Gemeindeammans leicht zu modifizieren: Wer die Geschichte kennt, muss die Zukunft planen. Weil die Gestaltung unserer Zukunft eine Verpflichtung ist.

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Suhr wird Tagesstrukturen anbieten müssen

Mittagstisch

Einführung von Tagesstrukturen: Der Regierungsrat plant konkrete Massnahmen zur Stärkung der Familien. Er hat dem Departement Gesundheit und Soziales (DGS) den Auftrag erteilt, auf der Basis des Sozialhilfe- und Präventionsgesetzes ein Normkonzept für die Einführung von bedarfsgerechten Tagesstrukturen zu erarbeiten, wie Regierungsrätin Susanne Hochuli darlegte. Nach dem Willen des Regierungsrats sollen die Tagesstrukturen im Interesse der Familien und Kinder zügig ab dem Schuljahr 2012/13 eingeführt werden. Dies vor dem Hintergrund, dass Tagesstrukturen zum einen ein bildungspolitisches Erfordernis sind, gleichzeitig aber auch gesellschafts-, sozial-, gleichstellungs- und wirtschaftspolitisch relevant sind. (Medienmitteilung vom 15.10.09)

Also doch, weil es unumgänglich ist, notwendig und einem grossen Bedürfnis entspricht. Suhr hat bis heute immer versucht, diese Aufgabe sozusagen als freiwilliges Angebot so nebenbei milizmässig organisiert abzuhandeln, so ähnlich wie einen Räbeliechtliumzug. So frei nach dem Motto, wir machen auch das, wenn einige es wollen. Das genügt nicht mehr: Tagestrukturen sind in der heutigen Gesellschaft eine unumgängliche bildungs- und familienpolitische Massnahme, sie sind eine öffentliche Aufgabe. Sie sind gut zu planen und seriös vorzubereiten. Suhr tut gut daran, schnell zu handeln, der Regierungsrat sagt nicht, man müsse bis 2012 warten. Es sind schnell die notwendigen Lokale zu definieren, das Konzept zu erarbeiten und die personellen Mittel bereitzustellen, dann ist es auf den Schulwechsel 2010/2011 möglich. Und bitte nicht im Hinterhof des Spittel oder im Keller eines Kirchgemeindehauses. Tagesstrukuren gehören in die Schulareale, im Gegensatz zu Entsorgungsplätzen. Gute Schulen, fortschrittliche Gemeinden, was wir in Suhr ja sein wollen, warten nicht bis sie vom Kanton gezwungen werden, sondern nutzen die Zeit aus, schnell zu handeln und so auch auf dem Arbeitsmarkt davon zu profitieren, dass es einige Gemeinden verschlafen werden.

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Warum der Mittagstisch bisher nicht klappte.

Nun gibt es bald verschiedene Mittagstische in Suhr, im Dorf, im Feld, privat, halbprivat. Freiwillig, nebenamtlich von Vereinen oder Einzelnen organisiert, vielleicht hier oder dort, vielleicht dann doch nicht, mit dem Essen vom Altersheim oder selbst gekocht, betreut (von wem denn genau?) oder überbetreut….

MittagstischNein,  so wird es nie gehen. Es braucht keine Analyse der Bedürfnisse mehr, das Bedürfnis ist längst offenkundig, schon gar keine unverbindliche Umfrage bei den Eltern, die schon organisiert sind mit ihren Kindern, die nie an derartige Umfragen glauben oder sie nicht verstehen. Jede Lehrperson weiss, wieviele Kinder ihrer Klasse keine gute Betreuungssituation in der Mittagszeit haben! Fragen wir doch einmal dort. Dann werden wir sehen, dass es klare und beständige Strukturen braucht, noch bescheiden vielleicht am Anfang, aber schnell wachsend, wenn wirklich ein verlässliches Angebot überzeugt. Das gibt es längst andernorts, man muss nur die Augen nicht verschliessen und wirklich bereit sein dazu (über HamburgBaselland, und die Angebote im Aargau vom Dachverband, Fachstellen, und dem Kanton)

Dann brauchen wir den Grundsatzentscheid des Gemeinderates und der Schulpflege, dann die Lokalitäten im Dorf und im Feld, die Betreuung, das Essensangebot. Dann die Kalkulation, wieviel Beiträgen welchen Eltern möglich sind, die Gemeinde/Schule muss die Betreuungspersonen anstellen, die Mahlzeitlieferungen vertraglich regeln und dann kann man ausschreiben. Es wird etwas kosten…, weil zwar Elternbeiträge möglich und richtig sind, aber gerade bei einem Teil, der dringend das Angebot nutzen müsste, aus Kostengründen keine Anmeldung kommen wird. Der Mittagstisch muss ein öffentliches, zuverlässiges Angebot der Gemeinde sein, auf das sich Eltern verlassen können, weil er auch besteht, wenn einmal ein halbes Jahr weniger Kinder teilnehmen, bei dem die Betreuungspersonen bekannt sind, ausgebildet und überwacht. Nur so können Eltern ohne Sorgen ihre beruflichen Verpflichtungen planen. Wie bei der Musikschule wird auch ein guter Mittagstisch nicht selbsttragend sein, wie dort muss das ganze der Schule angegliedert, von der Schulleitung überwacht werden, unsern Kinder zuliebe. Auch dort bietet man ein klares Angebot, schreibt aus, organisiert die Infrastruktur und dann beteiligt man auch die Eltern an den Kosten. Dort gehts ja.

heile WeltDann braucht es auch ein Netz, wie man Eltern überzeugt, das Angebot zu nutzen, wenn Lehrpersonen deren Notwendigkeit erkennen und finanzielle oder andere Hemmschwellen bestehen. Es wird aber nie gehen, wenn man sich weiterhin krampfhaft einredet, dass Kinder doch bei den Eltern am besten aufgehoben sind (was durchaus stimmen kann, wenn die persönlichen Verhältnisse es auch erlauben), dass es ja eigentlich Familiensache sei, die Kinder ausserhalb der Schule  zu betreuen (was auch hier bis vor einigen Jahren meist stimmte), wenn es heute so nicht mehr der Realität entspricht. Wenn wirtschaftliche Begebenheiten längst die Doppelverdienerfamilie erzwungen haben und Kinder je länger denn mehr auf der Strecke bleiben, weil die Realität nicht mehr unserem Bild der heilen Welt entspricht.

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