Taten statt Worte
Verfasst von echovomsuhrerchopf am 1. Oktober 2009
Das echo verdankt die Gratulationen, auch diejenigen der politischen Gegner, soweit sie ehrlich gemeint sind. Der echte Suhrer Wahlkampfleiter Urs Zimmermann verspricht mit der Gratulation das Einhalten der demokratischen Spielregeln (hoffentlich, meint das echo), hofft auf eine offene Gesprächskultur und Gemeindeammann Beat Rüetschi will im Gemeinderat wieder Vertrauen aufbauen (war dies bisher im Gemeinderat denn nicht vorhanden? Und weshalb nicht? fragt sich das echo). Schwierig werde es in den nächsten 4 Jahren, meint der Präsident der SVP ernüchtert, man werde die Arbeit der Behörden noch kritischer hinterfragen.
Die schöne Gratulations-Worte hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube, geht dem echo spontan durch den Kopf: Für den Flugblatt-Rundumschlag in der letzten Woche übernimmt weiterhin niemand die Verantwortung, obwohl drei der in eine Behörde gewählten Mitglieder dem Vorstand von „echt Suhr“ angehören. „Echt Suhr“ soll nach den Wahlen weiterbestehen? Was neben der Verweigerung einer Diskussion auch über die Fusion ist deren Programm? Wo stehen die parteilosen Gewählten in dieser vom Präsidenten der FDP geleiteten Organisation? Hier bleiben Fragen offen.
Vertrauen lässt sich nicht mit schönen Worten und teuren Inseraten aufbauen. Sollte es wirklich weg sein, wie bei der UBS, ist es sehr schwierig. Jeder hat eine zweite Chance verdient. Auch echt Suhr. Dahinter stecken auch Menschen… könnte man versucht sein zu schreiben. Ja, aber das echo möchten zuerst sehen, wer in Suhr was künftig anders macht. Wie bei der UBS wird es ohne eine Veränderung kaum gehen.
Das echo hätte auch vor den Wahlen gerne gewusst, welchen Gesinnungsausweis man nach Meinung von „echt Suhr“ hätten leisten müssen, um in Suhr akzeptiert zu werden. Jetzt weiss es von den Wählerinnen und Wählern, dass die Gesinnung aller Kandidatinnen und Kandidaten von Zukunft Suhr nicht in Frage steht. Jetzt braucht es diese Antwort von „echt Suhr“ nicht mehr!
Aber das echo möchte zur Sachpolitik zurück: Es möchte künftig wieder die Argumente der FDP und SVP zu den Sachfragen kennen und hören. Nein sagen ohne Begründung und “es koste zuviel“ genügen als Argumente allein nicht mehr. Die Nagelprobe kommt bald, es wird sich zeigen, ob man nun versucht, in der Gemeindeversammlung die alten Mehrheiten zu aktivieren und alles zu bekämpfen, was von den (neuen) Behörden kommt, wie es die SVP schon indirekt androht. Die Stimmberechtigten haben gewählt, haben einen Auftrag erteilt. Dieser ist auch von denen, die am Wochenende unterlegen sind, zu akzeptieren.
Dazu genügen Gratulationen nicht. Wenn diese aber den Start zu einer ehrlichen Auseinandersetzung der Meinungen und Argumente werden , wenn den guten Wünschen auch Taten folgen, dann darf sich Suhr freuen, dann ist Vertrauen auch in allen Behörden in Suhr wieder möglich. Dann sind Gratulationen und Harmoniewünsche mehr als ein hilfloser Versuch, der Wahlverlierer, den Schaden in Grenzen zu halten.
Das echo rät den Verantwortlichen von Zukunft Suhr, weder schnell zur Tagesordnung überzugehen noch in Machtpose aufzutrumpfen. Die Verantwortung verlangt auch nach Mässigung, der Wahlkampf ist vorbei . Aber das Selbstbewusstsein für eine kritische Offenheit ist gestärkt und der Auftrag der Wähler nach einigen Veränderungen ist ernstzunehmen.