Die Sache B. R.-Z., Gemeinderätin SVP, oder wo ist der Skandal?
Verfasst von echovomsuhrerchopf am 3. Juli 2009
Noch ist sie nicht ganz trocken, die Druckerschwärze in der Hochglanzbroschüre von „echt Suhr“ in der Juli Ausgabe des SuhrPlus, mit einer farbig lächelnden Gemeinderätin B.R., welche uns das wahre Suhr ans Herz legt. In der gleichen Zeit logierte sie im Untersuchungsgefängnis wegen des Verdachts auf erhebliche Vermögens- und Urkundendelikte, begangen im Amt als Mitarbeiterin auf dem Bezirksamt Aarau.
Entsetzen, Ungläubigkeit auf der einen Seite kontrastiert die kaum zu verkennende Häme anderer. Beides greift zu kurz:
Die persönliche Sache einer vielleicht an ihrem Ehrgeiz gestrauchelten, noch immer jungen Politikerin und Berufsfrau ist noch nicht ausgestanden. Noch ist es zu früh, zu urteilen. Das werden andere zu tun haben, und natürlich gilt die Unschuldsvermutung, auch wenn derartige Schlagworte hohl tönen, nachdem die Beschuldigte zumindest teilweise geständig zu sein scheint und mit dem Austritt aus sämtlichen Ämtern bereits die Konsequenzen gezogen hat. Um diese persönliche Angelegenheit geht es dem echo vom suhrerchopf auch nicht, sie ist tragisch genug.
Hier geht es um die politische Dimension der Sache: Da wird eine junge ehrgeizige Frau früh, zu früh, in alle beruflichen und politischen Ämter gepuscht. Obwohl allen, die mit ihr arbeiten, schnell klar wird, dass sie mit praktisch allen Aufgaben überfordert ist, wird sie nicht sachte und zurückhaltend dazu gebracht, sich wieder zu entlasten, sich auf ihre angeschlagene Gesundheit, auf ihren privaten und persönlichen Weg zu konzentrieren. Vielmehr wird sie immer wieder ins Schaufenster gestellt, zuletzt für echt Suhr, eine Speerspitze gegen alle nicht mal ansatzweise erhobenen Fusionswünsche, die ganz nach dem Motto „wehret den Anfängen“ bereits in die Schützengräben geht, wenn nur eine Diskussion auch über eine Fusion angeregt wird. Sie wird missbraucht, für eine konservative Politik, eine Politik des “ es war immer so und soll so bleiben“, „die Welt ist zwar nicht heil, wir hätten sie aber gerne so“, eine vordergründig lächelnde heile Welt, die sich vor der Realität fürchtet und keine Rezepte hat, die Welt wirklich besser zu machen. Ob sie diese Rolle gerne ausfüllte, weil sie auch ihrem eigenen Weltbild entspricht, oder ob sie – einmal aus Ehrgeiz ja gesagt – nicht mehr zurück konnte, weiss das echo vom suhrerchopf nicht. Die heute zu untersuchenden Delikte lassen vielleicht auf letzteres schliessen.

Und dann wird vordergründig Entsetzen geheuchelt, wieder besseres Wissen ihre berufliche und politische Arbeit gelobt, über sie nur gut gesprochen, wie man es sonst nur aus Abdankungsreden kennt. Aber gleichzeitig lässt man sie fallen wie ein fauler Apfel: Sie wird, das Rücktrittsschreiben ist wohl noch kaum formell auf dem zuständigen Bezirksamt, ihrem früheren Arbeitsort, eingegangen, von der Webseite der Gemeinde in allen Kapiteln gestrichen, ohne Leitartikel des Gemeindeammanns, der wie häufig der Sache kommunikativ nicht gewachsen ist. Die Gemeinde-News beschränken sich die Altersrücktritte langjähriger Lehrkräfte. In „echt Suhr“ wird sie zuerst in Windeseile von der Ansprechperson zum normalen Gründungsmitglied zurückgesetzt und dann ganz ausgelöscht. In der SVP ist die Erleichterung des Parteiaustritts geradezu fühlbar.
Warum man ihr nicht schon vor Jahren, als sie immer wieder krank ausfiel, ihre Arbeit nicht einmal nur schlecht, sondern gar nicht mehr machen konnte, den Rücktritt zumindest aus der Politik nahelegte, warum man sie schützte, vordergründig behütete, bleibt offen. Sie kann wohl nur das Ziel gehabt haben, die knappen Mehrheitsverhältnisse des konservativen Suhr im Gemeinderat zu zementieren, um sich ja nicht auf einen echten Dialog mit anders gesinnten Einwohnerinnen und Einwohner einlassen zu müssen. Das ist der Skandal. Und diesen will man wohl nun so schnell wie möglich vertuschen, weil er nach der rechtswidrigen von den selben, Heimat beflissenen Kreisen verursachten Nichteinbürgerung integrationswilliger Suhrer Schüler, die noch nicht erledigt ist, nicht ins Konzept des Wahljahres passt. Das geht nicht auf. Das echo vom suhrerchopf wird am Ball bleiben.

Suhrer sagte
…und die Gemeindehomepage nimmt nicht Stellung dazu, dass wir nun plötzlich nur noch 4 Gemeinderäte haben. Haben nicht die Bürger ein Recht darauf zu wissen, wie die Geschäfte nun geführt werden? Natürlich dauert die Amtsperiode nur noch bis Ende Jahr, aber immerhin. Wer leitet das Wahlbüro in den Gemeindewahlen?
Anonym sagte
Zwei Anliegen welche mich beschäftigen:
Vorerst Frau Ris hat kürzlich sich ein Haus gekauft welches mit MCHF 1.4 inseriert war gekauft und Herr Rüetschi weiss nichts besseres zu sagen als das die Frau sehr bescheiden lebte!
Des Weiteren hat in den letzten Tagen echt Suhr in einer Nacht und Nebel Aktion ganz Suhr mit riesigen Plakaten „infiziert“. Besteht da eine Bewilligung? Wie wurde das ganze Finanziert? Alles freiwillige Spenden von unseren Gemeinderäten Ris und Rüetschi? Die ganze Vorgehensweise ist fasst nich zu glauben…
Suhrer 2 sagte
Es bleibt nur eins liebe Gemeinderäte:
Die Suhrer Bevölkerung (und nicht nur die!) muss jetzt sofort informiert werden um nicht den letzten Rest an Glaubwürdigkeit zu verlieren.
Ob das von Rüetschi bewältigt werden kann ist sehr fraglich. Ist die Zeit auch für Ihn bald abgelaufen?
Aus meiner Sicht schon, er muss schon lange spüren dass er nicht sonderlich beliebt ist in Suhrer Bevökerung.
Jetzt wo ihm sein Model fehlt geht es vielleicht schneller.