Neuer Rekord für den Aarauer Hauslieferdienst im Jahr 2009. Voilà bringt Ihre Einkäufe aus Aarau bequem zu Ihnen nach Hause. Auch dies eine Dienstleistung, die nicht nur ältere Personen, sondern auch Mütter mit Kinderwagen, Leute ohne Auto sehr zu schätzen wissen. Über 19′000 Aufträge pro Jahr zeigen eindrücklich das Bedürfnis. Und was hat das denn mit Suhr zu tun? Nichts, weil Voilà nur bis an die Stadtgrenze liefert, bis zur Südallee Nordseite, nicht mehr an die Südallee Südseite! Kleinkariert werden Sie sagen, ja, das meint auch das echo und so unverständlich doch nicht: Suhr ist eben nicht Aarau: In Aarau haben sich Gewerbe und Politik für Voilà stark gemacht, hat man etwas riskiert, investiert, hat Strukturen aufgebaut und kann jetzt einen erfolgreichen Hauslieferdienst aufweisen, der vielen eine Erleichterung bei den wöchentlichen Einkäufen bietet, nicht zuletzt älteren Personen länger ermöglicht, in den eigenen Wänden selbständig zu leben. Das Suhrer Gewerbe hätte es in der Hand, hier entweder selber etwas aufzubauen oder aber ernsthaft mit Voilà zu verhandeln, ob, wie und unter welchen Bedingungen eine Ausdehnung nach Suhr möglich wäre. Die Veloachse Bachstrasse würde jedenfalls den Kurieren schnelle und weitgehend gefahrlose Wege nach Suhr bieten. Dass Voilà neu unter der Leitung und Verantwortung der Stollenwerkstatt betrieben wird, könnte eine Chance sein. Suhr müsste aber auch etwas zu bieten haben, sonst wird der neue Stadtteil Rohr wohl schneller von einer Ausdehnung profitieren können als Suhr.
Dem echo ist zwar das Brügglifeld etwas ans Herz gewachsen, gehört es doch nicht nur zum FC Aarau, sondern auch etwas zu Suhr. Viele Suhrerinnen und Suhrer im Aarauerfeld verbindet eine – wenn auch bei Ausschreitungen und Verkehrschaos nicht immer ungetrübe- Liebe zum Brüggli und dem FC Aarau. Die Verlegung des Stadions vom Brügglifeld ins Torfeld war immer eine Vernuftsache, weil jeder wusste, dass ein Ausbau des Brügglifelds auf die Verhältnisse eines Superleague Clubs an diesem Standort nicht ernsthaft möglich war. Zu sehr ist das Brüggli in die Wohnquartiere von Suhr und Aarau verhängt, zu schlecht die Verkehrserschliessung. Auch die neuesten Referendums-Versuche der “ewigen Gegner” werden nicht verhindern, dass das neue Stadion im Torfeld kommt.
Nur der FC Aarau kann sich selber schlagen, wenn nun nicht die erforderlichen Punkte ins Trockene gebracht werden, wird der Verein nach 29 Jahren aus der höchsten Fussballliga verschwinden und nicht wenige, die mit Fussball eh nichts anfangen können, werden sich die Frage stellen, ob sich nun das Investieren noch lohnt.
Ja meint das echo investieren würde sich lohnen, hätte sich noch mehr auch anfangs Saison gelohnt, und nicht nur das echo verstand die Politik der Verantwortlichen des FC Aarau nicht (FC Aarau Forum; Danke fürs Foto). Jetzt erst recht, auch wenn es schwierig wird, ohne einen Sieg im Spiel gegen Bellinzona am Sonntag. Dann wird es beinahe unmöglich, den Liga-Erhalt noch zu schaffen. Also Hopp Aarau, noch ist nicht verloren.
NACHTRAG: Ja, der FC Aarau lebt. 6:3 gegen Bellinzona weckt wirklich Hoffnung, auch dass sich über die halbe Mannschaft in die Torschützenliste eingetragen hat macht Mut. Weiter so!
Dass im Zentrum Suhr die Verhältnisse alles andere als befriedigend sind, ist offensichtlich und jedem klar, der einmal an einem Samstag Vormittag dort einkaufen möchte. Ein interessanter Ladenmix genügt nicht, wenn die Landeigentümer und Gewerbebetriebe alle für sich allein planen. Diese sind gefordert, wenn Einkaufen in Suhr eine Zukunft haben soll. Dann muss man auch einmal etwas wagen, sich nicht allem verschliessen. Zentral ist wohl die Verkehrssituation: Schnellschüsse wie (“Rüetschi betont mit aller Deutlichkeit, dass keine Parkplätze in den Untergrund verbannt werden sollen” SuhrPlus 01/2010), sind wohl kaum geeignet, gute Lösungen zu diskutieren und umzusetzen. Sollen denn die Leute in den Untergrund? Kaufen denn die Autos ein oder Menschen? An der Alten Gasse hat man eine Begegnungszone z.T. mit dem Argument beerdigt, wichtiger wäre eine Begegnungszone an der Mittleren Dorfstrasse. Das mag sogar richtig gewesen sein, aber ernsthafte Lösungsvorschläge sind bis heute nicht in Sicht.
Noch ist die Verkehrssituation katastrophal und animiert kaum jemand, dort das Zentrum von Suhr zu vermuten. Wo ist denn das Verkehrskonzept, das die Chancen der Tramstrassenneugestaltung und die Bedürfnisse der Schule und der Einkaufsgeschäfte kombiniert und unter einen Hut bringt? Mit einer isolierten Lösung für die Strassenquerung der Tramstrasse ist das jedenfalls nicht zu bekommen. Ein Masterplan ist dafür vielleicht ein Anfang, aber es ist schnell auch das Engagement der Grundeigentümer gefordert, sonst ist eine Planung der öffentlichen Hand hinausgeworfenes Geld. Der angefügte Kartenausschnitt aus Google Maps zeigt, dass das Gebiete durchaus Potential hätte, Suhr etwas zentrales Leben ohne störendes und gefährliches Verkehrschaos zu bieten. Schulen, Verwaltung, Gastronomie, Banken, Post und Einkauf für den täglichen Bedarf mit Grossverteiler und Fachgeschäften auf engem Raum in der Dorfmitte. Daraus müsste wohl etwas gemacht werden können. Noch fehlen Konzepte für eine gute Parkierungsmöglichkeit, ein Verkehrskonzept, das Autos nicht ausschliesst, ihnen aber die störende Dominaz und das Unfallpotential nimmt, den ÖV und den Langsamverkehr fördert (Veloparkplätze, Bushaltestellen, Fussgängerprivilegierung, Hauslieferdienste). Auch etwas Natur und ein Kinderspielplatz könnte den Zentrumscharakter erhöhen, auch wenn die klimatischen Verhältnisse bei uns nicht zum Piazza-Effekt verleiten. Wenn private Geschäfte dort eine Zukunft haben sollen, muss man den Schritt zu einem öffentlichen Raum, eben einem Dorfzentrum, wagen. Also mit dem Masterplan sind wir schon auf dem richtigen Weg, aber noch ist wenig Engagement seitens der Grundeigentümer zu spüren.
Das Gemeindehaus Suhr ist behindertengerecht umgestaltet worden. Das verdient eine positive Meldung des echo. Die Allgemeine Bauverordnung des Kantons schreibt dies allerdings schon lange vor (23 ABauV). Nicht dass deswegen weniger positiv wäre, dass in Suhr auch die Gemeinde die Bauvorschriften einhält, das ist gut so. Jeder Schritt, der Personen mit Behinderungen erleichtert, am normalen Gesellschaftsleben teilzunehmen ist positiv und kann nicht genug gewürdigt werden.Noch ist es nur wenige Jahre her, als es nur mit grösstem Aufwand möglich war, das Bezirksschulhaus in Suhr auch einer Schülerin im Rollstuhl zugänglich zu machen. Dies obwohl das Bezirksschulhaus nur kurz zuvor umgebaut worden war, notabene ohne die Behindertengängigkeit sicherzustellen. Es hätte eben sonst mehr gekostet… oder gespartes Geld wird teuer.
Auch damals waren nicht nur die Anliegen der Behinderten bekannt, auch die kantonalen Bestimmungen waren schon damals eindeutig. Integration kostet zuerst Geld und nützt den Betroffenen sofort, langfristig aber uns allen. Auch integrativer Schulunterricht kostet Geld, weil es mehr Personal braucht. Aber unsere Gesellschaft muss sich dies leisten, weil das Ausgrenzen längerfristig immer teurer sein wird. Es macht Freude, dass der Gemeinderat heute diesem Anliegen Beachtung schenkt. Vielleicht hat die -nicht unumstrittene- Plakataktion der IV im Herbst 2009 etwas bewirkt. Sicher etwas bewirkt hat die Projektstelle Netzwerk 50+ und hat allen Gemeindeversammlungsbesucher im November 2009 recht gegeben, die diese Stelle gegen den Streichungsantrag der FDP Suhr geschütz haben (das echo berichtete darüber) . Machen wir weiter so, Integration älterer Mitbürgerinnen und Mitbürger, behinderter Personen und auch Ausländerinnen und Ausländer gehen Hand in Hand! und wer hier spart, spart nichts.
Nein, Sie sehen schon richtig, das ist nicht der Bahnhof Suhr. Dieser wird zur Zeit umgebaut, attraktiver gemacht mit der WSB-Verlegung koordiniert im Masterplan, dort sollen attraktive, vom öffentlichen Verkehr gut erschlossenen Arbeitsplätze entstehen in der neuen Kernzone im Zentrum von Suhr. So zumindest der politische Wille, noch stehen allerdings Investoren Gewehr bei Fuss.
Hier sehen Sie den Eingang Süd zum Bahnhof Aarau, mit EDDIMÄRGGS eine grosszügige neue Velostation mit bis 800 Veloabstellplätze (anstelle 300 heute), teilweise unterirdisch mit direktem Zugang zur Personenunterführung. 10′000 bis 15′000 Pendlerinnen und Pendler, davon nicht wenige aus Suhr nutzen diesen Bahnhofzugang täglich, früh am Morgen und wieder am Abend, und kämpften um die bisher zu knapp bemessenen Veloabstellplätze . Ja für viele Suhrerinnen und Suhrer ist dies der Bahnhof. Nicht weil sie etwas gegen den Suhrer Bahnhof hätten, sondern weil der aarauer Bahnhofzugang Süd in Verlängerung der suhrer und aarauer Bachstrasse zum täglichen Arbeitsweg gehört. Dass jetzt ein in Suhr wohnhaftes Architektenpaar (Architekturbüro Zimmermann) mit dem Vorschlag seines Büros den Wettbewerb gewann; das Veloelement auch aus eigener Erfahrung gekonnt in den Vordergrund rückte, ist da nur folgerichtig (und nur die älteren von Ihnen verstehen denn auch noch die Namenswahl, nach der Rennradlegende aus Belgien, unsere Eltern hätten das Projekt vielleicht Kübler genannt). Ja schon im Sommer 2011 soll hier gebaut werden, wenn das Projekt (eddimärggs) nach der Wettbewerbsjury auch die politischen Hürden nimmt.
Oder wie das echo im Zusammenhang mit der Fusionsfrage schon bemerkte; für Suhrerinnen und Suhrer im Alltag wichtige Projekte und Entscheide werden ausserhalb der Gemeinde gefällt…
Ja, das meint das echo ehrlich und daran soll sich auch nichts ändern. Natürlich weiss das echo, dass intern in der TBS die Diskussion über eine Aenderung der Rechtsform weit fortgeschritten ist. Das muss aber in der Bevölkerung breiter besprochen werden. Warum ist denn eine Aenderung notwendig? Was ist heute nicht gut?
Die TBS besteht aus Wasserwerk, Stromverteilnetz und der Fernsehantenne, welche neu auch Telefonie anbietet. Die Technischen Betriebe sind neben der Schule der grösste und gewichtigste Teil der Gemeindeverwaltung. Sie arbeiten aber im Bereich Telefon, Digitalfernsehen längst in Konkurrenz zu privaten Anbietern und mit dem bereits geltenden schweizerischen Elektrizitätsmarktgesetz stehen sie auch in der Stromverteilung in Konkurrenz zu andern öffentlichen und privaten Anbietern.
Die Zeiten haben sich in diesen Märkten geändert, die Verhältnisse erfordern schnellere Entscheide, Reaktionen im Marktumfeld. Da kann eine Verwaltungsabteilung der Gemeinde, die wichtige Entscheide nur an den Gemeindeversammlungen (2 mal im Jahr) fällen kann, nur noch schlecht mithalten. Wenn hier eine Änderung der Rechtsform hilft, die TBS noch besser zu machen, noch optimaler auszurichten, dann muss dies geprüft werden. In einer privatrechtlichen Struktur wären die TBS weit beweglicher und könnten schneller auf Veränderungen im Markt reagieren. Insbesondere im sich schnell verändernden Markt von Telekommunikation, Digitalfernsehen sind je nach technischer Entwicklung kurze und schnelle Entscheidungswege unumgänglich, wenn wir nicht Geld, Fehlinvestitionen riskieren wollen. Kooperationen, Zusammenarbeitsmodelle verschiedenster Art wären z.B. mit einer Aktiengesellschaft schneller realisierbar.
Auch mit einer geänderten Rechtsform ist es möglich, dass die TBS im Eigentum der Gemeinde bleiben. Aarau hat diesen Wechsel mit vielen andern Gemeinden bereits vollzogen. Als Allein- oder Hauptaktionärin kann die Gemeinde auch bei einer Rechtsformänderung die massgebenden Entscheide fällen, allerdings nur noch mit der Wahl der Verwaltungsräte. Eine direkte Einflussmöglichkeit auch auf die Gebühren durch die Gemeindeversammlung ist aber nicht mehr möglich. Das in der TBS steckende Vermögen bleibt im Besitze der Einwohnerschaft Suhrs, wenn die Aktien nicht verkauft werden.
Noch sind aber viele Fragen offen: Warum muss auch das Wasserwerk verselbständigt werden, ist doch hier kein privater Wettbewerbsdruck vorhanden. Wie soll sich der Verwaltungsrat zusammensetzen? Was geschieht mit den Anstellungsbedingungen des Personals, verdient man dann bei der TBS plötzlich mehr oder weniger als bei der Gemeinde? Wird das mit einem Gesamtarbeitsvertrag abgesichert? Wer entscheidet über einen Aktienverkauf? Wird in Aktonärsbindungsverträgen und in der Gemeindeordnung der Aktienverkauf beschränkt und der Gemeindeversammlung vorbehalten? Nur so wäre garantiert, dass die TBS, das “Tafelsilber” der Gemeinde, nicht verscherbelt werden, wenn die Finanzlage der Gemeinde heikel ist? Hier sind noch viele Fragen offen: Die TBS und die Gemeinde tun gut daran, diese Fragen schnell und offen mit der Bevölkerung zu diskutieren, Ängste abzubauen und das Vertrauen zu schaffen, dass nicht ein Ausverkauf beabsichtigt ist, dass entsprechende Sicherungen eingebaut werden. Am 15. Februar, 19.30 Uhr, wird im Info-Forum im Schulhaus Ost weiter informiert. Das echo wird die Sache im Auge behalten. Was meinen Sie?
Ja auch die Bedürfnisse der Seniorinnen und Senioren sind regional oft besser zu vernetzen und zu lösen als allein auf der lokalen Ebene. Erstaunt? Nein das echo verwundet das nicht: 6 Gemeinden in der Region schliessen sich zur Informationsstelle Alter Aarau zusammen, bieten in der Stadt Aarau eine zentrale Auskunft- und Beratungsstelle zu allen Altersthemen. Das ersetzt zwar nicht die Projektstelle in Suhr, hilft aber zusammen mit dieser auch das kommunale Alterskonzept weiter umzusetzen. Die Bedürfnisse der zahlenmässig immer grösser werdenen Bevölkerungsgruppe werden systematischer und zielgerichteter erfasst und koordiniert. Für wen denn? Für über 50, über 60, über 70 oder 80 Jährige: Wenn Sie nicht wissen, ob Sie das (schon) etwas angeht, fragen Sie doch Ihre Kinder oder Enkel. Und auch in diesem Bereich muss die Frage erlaubt sein, was ideal in der Gemeinde, was sinnvoller in der Region gelöst wird: Soll jede Gemeinde für sich allein Alterswohnungen, Altersheime, Spitex, Mahlzeitendienste, Pflegeplätze planen, bauen und bereitstellen. Müssen überall freie Plätze für Notfälle bereitstehen? Soll ein freier Platz in der gewünschten Institution im Nachbardorf nicht oder nur zu höherem Preis zu haben sein?
Ihren geliebten täglichen Spaziergang werden Sie weiterhin dort machen, wo Sie es sich gewohnt sind, auch das Café wählen Sie allein und selber aus. Und die Voralpenwanderung starten Sie weiterhin im hoffentlich bald umgebauten und wieder benutzerfreundlicheren Bahnhof Aarau. Zielgerichtete Alterskonzepte insbesondere mit Bauwerken werden aber sinnvollerweise in der ganzen Region entwickelt und koordiniert, um dann möglichst nahe bei den Betroffenen umgesetzt zu werden. Für die Umsetztung anderer Altershilfen sind dann sogar die Gemeinden zu gross, hier sind Quartier- und Nachbarschaftshilfen anzustreben.
Eine beachtliche Anzahl Eltern, Lehrpersonen und Behördevertreter besetzte das Länzihuus bis (fast) auf den letzten Platz. Das Thema interessiert, macht betroffen. MOBBING, was ist das überhaupt? Wie soll reagiert werden, wie kann frühzeitig Gegensteuer gegeben werden? Die Elternmitwirkung Suhr hat keinen Aufwand gescheut, ist nicht davor zurückgeschreckt, dieses heikle Thema anzupacken. Spielerisch stellte das Theater act-back (hier mehr davon) die von den Besucherinnen und Besucher skizzierten Szenen dar, zeigte im Spiel, wie es sein kann und wie schwierig es sich aus den oft festgefahrenen Mustern herausfinden lässt.
Mobbing in der Schule ist nicht isoliert zu bekämpfen: Dabei bilden falsche Scheu vor der Offenlegung der Konflikte im Sinne vielleicht eines falsch verstandenen Daten- und Persönlichkeitsschutzes eine gefährliche Barrierre, die geheimen Mobbern Chancen eröffnet. Gerade weil dieses Phänomen so wechselseitig in den Beziehungen Elternhaus-SchülerIn-MitschülerInnen-Lehrperson entsteht, ist es nur in Zusammenarbeit aller dieser Akteure in den Griff zu bekommen. Dies macht das Engagement der Elternmitwirkung so wertvoll. Eltern, die die Probleme bewusster angehen, sind auch offener für Lösungsansätze. Patentrezepte konnten auch an diesem Abend nicht angeboten werden. Die Schulbehörden und die Lehrpersonen tun aber gut daran, diesen Steilpass des Zusammenarbeitswillen aufzunehmen und Mobbingfälle in den Ansätzen mit allen Beteiligten jeweils schnell offenzulegen, anzusprechen. Die Schulsozialarbeiterinnen zeigten jedenfalls Mut und Engagement und sind bereit, Hilfe anzubieten. Nur so lässt sich Mobbing bekämpfen. Vielleicht ist nicht selten ein offengelegter Mobbingfall schon keiner mehr, weil er bewusst gemacht worden ist, weil er aus dem Versteck rausgeholt und transparent wird.
Rohr feiert in Aarau, Aarau stösst mit Rohr an. Suhr feiert allein, Buchs zelebriert die kurze 200jährige Eigenständigkeit von Suhr. Die Geschichte ist nicht aufzuhalten. So schreibt Rohr in seiner Chronik:
“Vielleicht befand sich auf dem Gemeindegebiet die erste Burgstelle jener Herren von Rohre, die später in Aarau eine bedeutende Rolle spielten. Die Grafen von Lenzburg, später die Kyburger und seit Beginn des 13. Jahrhunderts die Habsburger hatten ihre Eigengüter. Wichtige Rechte lagen auch in den Händen der Johanniter auf Schloss Biberstein.1415 kam Rohr unter bernische Herrschaft und gehörte zum Gericht Suhr der Landvogtei Lenzburg; seine Einwohner waren Glieder der Gemeinde Suhr-Buchs-Rohr. Als der Kanton Aargau gegründet wurde, bildeten die drei Dörfer Suhr, Buchs und Rohr immer noch eine politische Gemeinde. Die Rohrer regelten aber schon früh ihrer Angelegenheiten selber. Kämpfe gegen die Aarehochwasser führten nach langwierigen Verhandlungen erst 1810 zur Trennung von Buchs und Rohr.”
Die Gemeindelandschaft veränderte sich früher, sie verändert sich heute und wird sich auch morgen verändern. Aber die Leute bleiben die gleichen. Ja, was vermittelt uns denn Heimat? Sind es die Strassennamen, die Amtsstellen, die Gemeindewappen oder vielleicht doch die Landschaft, die Nachbarn, die Kollegen, die Freunde, die mit uns zum neuen Jahr anstossen. Die Rohrer werden weiterhin an der Aare joggen und in Aarau einkaufen, die Aarauer sich am Auensee in Rohr entspannen, in Rohr eine günstige Wohnung, eine Baulandparzelle suchen. Rohrer gehen in Buchs zur Schule, Buchser baden in Suhr oder vielleicht auch hie und da in Aarau, Aarauer drehen die Eislaufpiruetten in Suhr, kaufen in Buchs und Suhr ein. Alle nutzen den Bahnhof Aarau…und viele tun sich so schwer damit, dass diese gewachsene historische Region mehr Einheit ist als Vielheit.
Und so feiern auch alle ihren Neujahrsapéro allein in ihrern Ratshäusern, beschwören die Gemeindegrenzen….oder dann mischen sie sich doch auch mal in den Aarauer Saalbau, das KUK, wo der Neujahrsempfang einmal mehr unter der Organisation einer Aarauer Stadträtin und Suhrer Lehrerin stattfand. Er stand auch dieses Jahr nicht nur den Neu-Aarauern aus Rohr offen. Viele aus der Region merkten, dass man ja auf der gleichen Bühne tanzt. Vielleicht müssen wir auch einmal die Neu-Stadträtin in Aarau und Alt-Frau-Gemeindeamman aus Rohr einladen, sie nach ihren ersten Amtswochen fragen, warum man unabhängig von der Parteifarbe die besseren Perspektiven sehen kann, wenn man wirklich einmal über den Schatten oder über die Gemeindegrenzen ins neue Jahr tanzt.
In diesem Sinn wünscht Ihnen auch das echo alles Gute zum zum 2010.
Die Würfel sind gefallen, die Ressorts im Suhrer Gemeinderat verteilt (Ressortzuteilung_Gemeinderat_2010-2013[1]). Der neu gewählte Gemeinderat Marco Genoni (Zukunft Suhr) übernimmt die Verantwortung für die Finanzen. Ein schwerer Schritt, kennt er doch als bisheriges Mitglied der Finanzkommission die finanzielle Lage der Gemeinde nur allzu gut. Er weiss auch, dass im Ressort Finanzen in den nächsten Jahren keine Lorbeeren geholt werden können. Dass der Vertreter von Zukunft Suhr sich gleichwohl nicht scheut, dieses Ressort zu übernehmen, beweist seine Ernsthaftigkeit. Wir werden sehen, welche Massnahmen er vorschlägt, welche Wege er geht. Die Gemeindeversammlung vom November 2009 hat jedenfalls gezeigt, dass die Stimmberechtigten nicht einverstanden sind, am weitgehend durch gebundene Ausgaben geprägten Budget mit kleinkarierten Kürzungen herumzumäkeln und damit die Wohqualität in Suhr zu beeinträchtigen. Auch wenn dies vom Antragsteller im Suhr Plus noch immer bedauert wird. Vielleicht haben viele bereits erkannt: Die Finanzen in Suhr lassen sich nicht ausgabenseitig sanieren, das ist bitter, weil die guten, sparsamen Rezepte des privaten Haushaltes hier in den öffentlichen Finanzen nicht mehr greifen. Gute Lösungen sind nicht mehr so einfach zu finden. Wir wissen auch, dass sowohl der bisherige Gemeinderat wie auch die FIKO eine Steuerfusserhöhung auf 115% bereits 2007 als notwendig erachtet haben und die Gemeindeversammlung damals noch der FDP vertraute, die 110% als ausreichend ansah. 2008 hat das in der noch guten Konjunktur noch gehalten, 2009 dürfte es schon knapp werden. Eine neue Steuerfusserhöhung ist wohl absehbar, wenn nicht Wunder geschehen, die Wirtschaft sich innert Monaten aus der Krise erholt, sehr gute Steuerzahler in Scharen nach Suhr ziehen und alle gebundenen Ausgaben sinken. Die schönen Sparappelle werden nicht genügen, die hören wir seit Jahren, ohne dass sich die Finanzlage in Suhr wesentlich strukturell verbessert. Was wird uns Marco Genoni vorschlagen? Lassen wir ihm etwas Zeit bis zur nächsten Budgetgemeindeversammlung, und bleiben wir uns bewusst, wie er die Finanzlage Ende 2009 antritt.