Vision Aarau

Ja langsam und zurückhaltend, aber in der Richtung klar hat sich die Stadt Aarau geoutet: Sie bietet allen Gemeinden des Bezirks Gespräche an über einen Zusammenschluss in eine neue Gemeinde an: Vision Aarau (2011_08_22_VisionAarau_Dokumentation_gelayoutet): ein neues Aarau, das dann seine Bedeutung und Ausstrahlung als Hauptstadt des viertgrössten Kantons etwas glaubwürdiger ausspielen könnte.  Die als Fernziel angepeilten 100’000 Einwohner, etwas eine Grösse wie Winterthur (das vor 80 Jahren den Schritt mit dem Zusammenschluss der Nachbargemeinden wagte und das seither kaum bereute), würden nicht nur der Stadt sondern der ganzen Region eine völlig neue Entwicklungschance eröffnen.

Das ganze soll nicht von heute auf morgen kommen, aber beginnen muss man mit den konkreten Überlegungen jetzt. Man muss sich auseinandersetzen damit, Vor- und Nachteile analysieren, Vorteile begünstigen, Nachteile zu minimieren suchen. Es gibt nicht nur Gutes: Aber wer nicht heute die Strukturen dieser Region konsolidiert, die politischen Prozesse der realen Bevölkerungs- und Siedlungsentwicklung anpasst, der verpasst eine Chance, die Entwicklung in gute Bahnen zu lenken.

Die Agglomerationsgemeinden sind heute noch keine Sanierungsfälle, aber es wird immer schwieriger, die Bedürfnisse der Einwohnerschaft zu einem vernünftigen Steuerfuss zu befriedigen und sich nicht einfach zu verschulden. Die Region steht im Wettlauf um Standorte in Konkurrenz mit andern Städtchen des Kantons und andern Regionen der Schweiz; zukunftsträchtige Firmen gehen dorthin, wo die Strukturen stimmen,  wo Verkehrswege, Infrastruktur und Wohnqualität optimal aufeinander abgestimmt sind. Hier sind längerfristige Lösungen und Strategien gefragt, ängstliches Festhalten an den dörflichen Verhältnissen ist gefährlich. Bewahren in einer neuen Struktur müssen wir nur das, was uns in unseren überschaubaren Kleinräumigkeit als Heimat ans Herz gewachsen ist, das ist dann aber oft nicht (nur) im alten Dorf, sondern in der Region, in der Stadt, an der Aare, am Maienzug oder Bachfischet, wo im Fürioo de Bach brönnt, d’Sohrer händ en anzündt, d’Aarauer händ en glöschet, d’Chütiger, d’Chütiger rite uf de Frösche, die ganze Region zur Heimat wird. In diesem Sinne müssen wir zusammensitzen und die Vision weiterdenken, weiterentwickeln; möglichst alle und jetzt!

Die heutigen Gemeindegrenzen waren nicht immer.  Die Geschichte zeigt, wie kurz die Zeit der heutigen Dörfer ist, das beweist die kürzliche 200 Jahr Feier in Buchs, 200 Jahre und vorher?

Kommen nun die Atomabfälle nach Suhr?

Nein, das ist kein Witz, kein Schildbürgerstreich: Die NAGRA hat herausgefunden, dass für das Endlager am Jura-Südfuss das Betriebsgebäude im Suhrer Wynenfeld liegen könnte! Neben der Badi, neben dem renaturierten Suhrelauf, direkt neben  Zusammenfluss von Wyne und Suhre und im wertvollsten Industrieland und über dem Suhretaler Grundwasserstrom, soll die riesige Anlage für den Betrieb des Atommülllagers zu stehen kommen. Da soll der Eingang sein für die unterirdischen Stollen und die Atommüllfässer, erschlossen mit einem Tunnel unter der ganzen Gemeinde Suhr und unter der Suhre durch…?

Ja, wer kommt denn auf sowas? Ist nun halt doch das einzige Kriterium dasjenige, dass Müll und Anlagen dorthin kommen, wo der Widerstand am kleinsten ist? Und was ist denn mit den schönen Papieren der NAGRA, wonach Lagen neben Oberflächengewässer gemieden werden, wonach der Zugang nicht unter grösseren Siedlungen durch führen soll, wonach Grundwasserzonen geschütz seien etc (NAGRA_Standortanforderungen). Alles nur Schall und Rauch, nun werden Standorte unmittelbar neben Dorfzentren, wenige hunter Meter neben Einkaufszentren (MMM und Möbel Pfister) mit täglichem grossen Personenverkehr vorgeschlagen und in den im Richtplan als Grundwasserschutzgebiet (blau schraffiert)ausgeschiedenen Gebieten vorgeschlagen…

Jetzt meine Damen und Herren Gemeinderäte, liebe Politiker jetzt muss man antreten. Wenn das echo seit 2008 schon mehrmals mahnte und davor warnte, die NAGRA zu unterschätzen (suchen Sie die ältern Artikel darüber nebenan unter NAGRA Endlager), hat das offenbar (ausser wenige wachsame AktivistInnen der SP in der Region) noch niemand ernst genommen. Zu sicher schien man zu sein, dass niemand auf die Idee kommen würde, hier Atommüll zu versorgen und dann im generell stark besiedelten Gebiet die Anlage noch mitten drin ins Auge zu fassen. Wenn die NAGRA so wirre Vorschläge macht, zeigt dies, dass ihr das Wasser am Hals steht, dass sie um jeden Preis das Lager bauen muss. Zuerst dort wo man es schluckt. Bei uns?

Die SP des Bezirks Aarau hat sofort reagiert (MM Tiefenlager_Standorte_OA_2012 0120), uns Sie?

Eine gute Gemeindeversammlung 2011

Ja, meine Zweifel daran, dass eine Gemeindeversammlung in einer Gemeinde mit knapp 10’000 Einwohnern noch Sinn macht, sind bekannt. Und trotzdem gibt es noch positive Überraschungen. Eine Beteiligung von über 5% der Stimmberechtigten und Bürger, die mitreden, nicht nur abstimmen, titelt beinahe euphorisch die AZ heute (Gemeindeversammlung SuhrNov2011). Ja, dem kann man sich (mit einigen kritischen Bemerkungen) anschliessen:

Überlang wurden Details des Entsorgungsreglementes besprochen, über die Breite der zulässigen Grünbündels lamentiert, als ob in Suhr Mitarbeiter des Bauamtes schon einmal den Meter gezückt und ein Bündel, das einigermassen im Abfuhrwagen Platz findet, stehen gelassen hätten. Hier wird eine gute Dienstleistung Woche für Woche gemacht von Mitarbeitern, die nicht mit dem Reglement bewaffnet, sondern vernünftig für uns im wörtlichsten Sinn eine (Drecks)arbeit verrichten, zu einem notabene bescheidenen Lohn. Denken Sie daran, auch mit dem bald vergessenen Brauch eines kleinen Nötlis Ende Jahr für die Abfuhrequipe. Dass der Antrag der FIKO auf Umlegung der Grundgebühr in die Sackgebühr aus administrativen Gründen obsiegte, war ebenso vernünftig wie die mehrheitsfähige Ermahnung, über den Standort der Glascontainer an der Bachstrasse im Feld nochmals nachzudenken. Dass dann der generelle ohne vernünftige Alternative daherkommende Ablehnungsantrag der FDP klar verworfen wurde, war da nur konsequent.

Dass Strassen wie der Kyburgweg nicht mehr auf sinnlose Breiten auszubauen sind (um sie dann wieder verkehrsberuhigen zu müssen), war ein Fingerzeig auch für den pauschalen Strassenkredit, auch wenn sich im konkreten Fall durch die Neuauflage kaum mehr etwas einsparen lässt.

Dass das Projekt LEBENSuhr mit der Idee, Wohnungenmit einem Betreuungskonzept für ältere und vielleicht später weniger selbständige Einwohner zur Verfügung zu stellen Sinn macht, war weitgehend unbestritten. Dass dafür die Gemeinde auch etwas Hilfestellung mit verbilligtem Land anbieten dürfte, war schon etwas umstrittener. Letztlich setzte sich aber das Konzept durch, wohl auch, weil sich doch einige klar wurden, dass vielleicht ein besseres Konzept in diesem Bereich nicht mehr privat , sondern nur noch als Gemeindeaufgabe möglich gewesen wäre und dann zu andern Kosten für die Gemeinde. Wir werden aber gut darauf achten, ob die Genossenschaft ihrer Versprechungen, ein Bestandteil des Alterskonzeptes für alle zu sein, umsetzen kann. Kritische Stimmen warnten zumindest hinter vorgehaltener Hand vor einem mit Steuergelder unterstützen Reservat für wohlhabende, gebrechlicher gewordene Hausbesitzer.

Und dann die Steuerfussdebatte: Immer wieder emotional, diesmal aber vernünftigerweise kein Antrag auf Steuerfusssenkung der FDP. Vielleicht hat man eingesehen, dass die Kritiken, soweit sie berechtigt waren (etwas zu pessimistische Budgetierung mit anschliessend guten Rechnungsabschlüssen, und zu kritiklose Übernahme der Vorgaben des Kantons) umgesetzt worden sind. Vielleich sehen auch mehr und mehr StimmbürgerInnen ein, dass gute Leistungen auch etwas kosten (vgl. meine Bemerkungen zum Bauamt oben). Jedenfalls ist es richtig, nun die Millionen Vermögen aus der Verselbständigung der TBS nicht allzu schnell zu verbrauchen und dafür zu sorgen, dass zumindest ein wesentlicher Teil der Investitionen selbst zu finanzieren sein muss. Mass halten, nicht nur bei den Finanzen, sondern auch bei den Gelüsten auf Steuersenkungen,tut Not, wenn man bedenkt, was für Steuereinnahmenverluste durch die Beschlüsse des Grossen Rates auch auf  Suhr zukommen werden.

Und dann die Verabschiedung von Barbara Gloor Estermann, Vizegemeindepräsidentin, von Zukunft Suhr. Ja, sie hat in 6 Jahren viel für diese Gemeinde getan und bestätigt, dass sich Leistung selten an der Dauer der Amtszeit misst. Sie hat mit ihrer unideologischen und gesprächsbereiten Art eine grosse Akzeptanz erworben und war vielleicht auch daher nicht so einfach zu ersetzen. Danke Barbara für dein Engagement. Grosse Schuhe für Stephan Campi, ich wünsche ihm, dass er da hineinwachsen kann.

Nicht für alle ist weniger mehr!

Da wundert sich das echo doch wieder einmal: Ausgerechnet die FDP versucht sich im vor der Gemeindeversammung als die soziale Kraft zu profilieren. Was geht denn hier vor? Weil  der Gemeinderat versucht, umzusetzen was Gesetz und Gerichtspraxis vorschreiben, nämlich dass die Kosten für die Entsorgung vollkostendeckend auf die Verursacher abzuwälzen sind und nicht  mit Mitteln der allgemeindne Steuern unabhängig von der verursachten Menge auf alle zu verteilen sind, entdeckt die FDP ihr soziales Gewissen.

So einfach ist es wohl nicht: Natürlich ist richtig, dass Kosten über Gebühren finanziert nicht Rücksicht nehmen auf die Einkommens- und Vermögensverhältnisse und damit Leute mit kleinen Einkommen verhältnismässig stärker belasten. Dies trifft tatsächlich bei der neuen Grundgebühr zu. Die Kosten der übrigen Entsorgungsarten werden jedoch mehr bestimmt durch die Art, wie man mit Abfall umgeht, wie gut man Papier, Glas und PET sorgfältig den kostenlosen (resp. in der Grundgebühr abgedeckten) Spezialsammlungen zuführt, oder wie weit man alles gedankenlos in Kehricht wirft. Grüngut in wesentlichen Mengen haben jedoch nur Eigenheimbesitzer mit Garten, auch dies nicht in erster Linie die ärmsten Mitbürger. Insgesamt ist die Verlagerung der Entsorgungskosten vollständig auf Gebühren zweifellos nicht eine soziale Errungenschaft, aber als verursachergerechte Belastung zu akzeptieren. Dies auch weil wie hier in Suhr der Gemeinderat bereit ist, die zusätzlich eingenommenen Geldmittel bei den Steuern wieder zu reduzieren.

Dumm verkaufen will uns die FDP aber, wenn sie dann wieder – wie schon vor einem Jahr – damit liebäugelt, die Steuern Teufel komm raus noch weiter zu senken. Dazu gibt es zwei Bemerkungen:

1. Solange wie in Suhr die erwirtschafteten Erträge der Gemeinde nicht ausreichen, die notwendigen Investitionen zu finanzieren,  führen alle Investitionen zu höherer Verschuldung. Dies ist dies finanzpolitisch unseriös. Es führt auch in der guten Vermögenslage von Suhr zu einem Verschleudern unsers Tafelsilbers in kurzer Zeit, konkret der aktivierten Reserven der verselbständigten TBS. Vermögen, das die Strom- und Wasser-Konsumenten in  Suhr über Jahre angespart haben, soll nun innert weniger Jahren für normale Erneuerungs-Investitionen verbraucht werden. Die Stadt Aarau hat ihrer Millionen aus der Verselbständigung der IBA für Jahrhundertprojekte aufgespart und will nun das neue Stadion oder ähnliche Grossinvestitionen daraus finanzieren. Verbraucht Suhr die TBS Millionen für Strassen- und Kindergartensanierungen damit die FDP sich mit einer Steuersenkung profilieren kann?

und

2. Profitieren davon werden nur Steuerzahler mit hohen Einkommen über Fr. 100’000 steuerbarem Einkommen und mit grösseren Vermögen. 5% Steuerreduktion sparen einer Familie mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 40’000 jährlich gerade 43 Franken, bei einem Einkommen von Fr. 150’000 aber knapp 500 Franken, der gleichviel verdienende Alleinstehende spart sogar 627 Franken.

Alle Einwohner von Suhr können aber sicher sein, dass eine Gemeinde, die dann keine Mittel mehr hat, weder eine gute noch eine soziale Gemeinde mehr sein kann. Tagesstrukturen können dann nicht mehr für alle erschwinglich umgesetzt werden, für eine gute Betreuung im Alter zu sorgen, fehlt dann das Geld. Soviel zu den Auswirkungen von Steuersenkungen und zur Sozialpolitik. Das echo glaubt Sozialpolitik noch immer bei der SP besser aufgehoben. Und Sie?

Herzliche Gratulation Stephan Campi, Marco Genoni, Daniel Gugger und Jürg Eichenberger

Das echo gratuliert zuerst Stephan Campi zu seiner klaren Wahl in den Gemeinderat in Suhr. Nach einem etwas im Schatten von National- und Ständeratswahlen geführten, aber korrekten Wahlkampf hat Stephan Campi den Sitz der zurücktretenden Barbara Gloor Estermann erobert und damit der FDP zumindest in Suhr doch noch etwas zum Erfolg verholfen, nachdem im National- und Ständeratswahlen die Wahlen doch eher harzig liefen. Nun ist das echo doch gespannt, ob sich der politische Alltag in Suhr wieder etwas entspannt: Die konservativen Ortsbürger verfügen nun wieder über die Mehrheit im Gemeinderat, wie sie sie seit Jahrzehnten hatten, sie stehen damit in der Pflicht die Zukunft Suhrs (mit) zu gestalten. Allerdings ist die Ausgangslage gleichwohl anders als noch bis vor 6 oder sicher bis vor 2 Jahren. Suhr ist nun offensichtlich und für alle bewusst nicht mehr das kleine Dorf, das man halt so führt und regiert wie früher. Suhr wird bald die 10’000er Einwohnergrenze überschreiten, Suhr stellt von der Lage als Vorort von Aarau, von der Verkehrslage, von der sozialen Durchmischung der Bevölkerung höchste Anforderungen an die Behörden und Verwaltung. Anforderungen die mit „Steuerfuss senken“ als alleiniges politisches Rezept nicht zu erfüllen sind. Das echo ist gespannt, wie das Stephan Campi angeht, wie er sich positioniert und wie er die Zusammenarbeit mit andern politischen Kräften umsetzt. «Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie kräftig an und handelt.» zitierte Stephan Campi vor den Maturandinnen und Maturanden Dante Alighieri. Das echo ist gespannt wie.

Die SP Suhr und mit ihr Zukunft Suhr werden weiterhin konstruktiv aber beharrlich Lösungen suchen und fordern; für „alle nicht für wenige“ wie der erfolgreiche Slogan der SP im Nationalratswahlkampf  lautete.

Und Zukunft Suhr vermochte zwar bei dieser Ersatzwahl in den Gemeinderat den Sitz nicht zu halten, konnte aber mit der schönen Wahl von Marco Genoni als Vizegemeindepräsident und von Daniel Gugger und Jürg Eichenberger in die Schulpflege (denen an dieser Stelle ebenfalls herzlich gratuliert wird) weiterhin auf ein grosses Vertaruen in seine Politik und in seine Kandidaten zählen.

Und Andrea Leuenberger gebührt der Dank, auch in diesen Wahlen offen und engagiert für eine gute Zukunft von Suhr geworben und gekämpft zu haben. Sie wird das auch ohne Mandat weiter tun, wie sie es in den vergangenen Jahren mit oder ohne Amt immer getan hat, unspektakulär, bescheiden aber kontinuierlich im Interesse aller Einwohner. Danke Andrea.

Gemeindeersatzwahlen 2011: Der Kampf der Senioren

Oh la la : die alt Gemeinderäte und Ortsbürger legen sich mit Leserbriefen ins Zeug für ihren Gemeinderatskandidaten Stephan C. , der eben nicht der Finanzkommission der Einwohnergemeinde Suhr angehört, wie die AZ zumindest in einem Titel fälschlicherweise glaubhaft machen wollte, sondern nur in der Finanzkommission der Ortsbürgergemeinde. Der knapp 300 alteingesessenen Suhrerinnen und Suhrer, die sich in den letzten Monaten so schwer taten damit, dass die übrigen 9500 Einwohner sich nicht mehr allein an Ortsbürger halten, wenn es um die politische Verantwortung geht. Soll Stephan C. Gemeinderat der Ortsbürger werden?

Schade, dass nun der Wahlkampf wieder in diese Schiene geht: Die „Machtverhältnisse“ will altGemeinderat Heinz Rüetschi korrigieren, weil die FDP mit einem Wähleranteil von bald unter 15% von 5 Gemeinderäten nur noch den Gemeindeammann stellt und mit der parteilosen Ehefrau eines FDP Vorstandsmitgliedes somit untervertreten sei. Solche Rechnungen sind nicht nur rechnerisch grob falsch, sie sind auch unnütz und helfen der Gemeinde wenig. Dass aber übrigens die breite Koalition von Zukunft Suhr seit Jahren in Suhr deutlich mehr als die Hälfte der Bevölkerung hinter sich weiss, werden auch die Nationalratswahlen am 23. Oktober beweisen.

Nützlicher wäre es ohnehin, wenn wir uns wirklich zusammen für eine gute Infrastruktur in Suhr, gute Dienstleistungen für alle Einwohnerinnen und Einwohner stark machen könnten. Das haben ja viele der Alt-Gemeinderäte damals gemacht und gewollt, das wollen auch die heutigen Amtsträgerinnen. Und auch den Kandidatinnen und Kandidaten von Zukunft Suhr liegt jedenfalls wirklich die Zukunft Suhrs und aller seiner Bewohner am Herzen. Nicht nur einseitig die Bedürfnisse einer kleinen und einflussreichen Ortsbürgerschaft, aber durchaus deren Bedürfnisse auch, solange sie nicht andere Einwohner ausschliessen. Wählen wir doch Andrea Leuenberger-Rüetschi in den Gemeinderat und Jürg Eichenberger und Daniel Gugger in die Schulpflege.

Schade, hört man nichts darüber, wie die FDP die Interessen aller wirklich einer Lösung zuführen will. Gemeinderatskandidat Stephan C., obwohl politisch erfahren und gut ausgebildet, hat leider bisher nicht darstellen können, welches Programm er vertritt, wie er die grosse Mehrheit der Einwohnerinnen und Einwohner vertreten will, die gerne in Suhr wohnen, weil die Verhältnisse und Dienstleistungen noch gut sind und Suhr nahe am Zentrum Aarau liegt, denen aber nicht das alte dörfliche Suhr, sondern die moderne Dienstleistungsgemeinde wichtig ist. Sein Votum an der letzten Gemeindeversammlung lässt zumindest befürchten, dass auch er seine Entscheide für oder gegen ein Anliegen danach fällt, von wem der Vorschlag stammt, weil Ideen von der politisch falschen Seite ja grundsätzlich nicht richtig sein können.  Die Ausführungen, wonach „klar bürgerlich“ nötig sei und nicht „links orientiert“ (wie die Homepage der FDP schreibt) zeigen das Denken in Blöcken. Schade, das ist die Politik der Vergangenheit.

Das echo, dem die politische Auswahl ja sehr am Herzen liegt, ist etwas in Sorge, dass sich so die Zweiteilung der Suhrer Politik fortsetzen könnte. Dies darf nicht sein: Die Leitbilddiskussion zeigte ein reges Interessse an der Zukunft der Gemeinde Suhr, vielen stand aber der Verdruss auf nutzlose Machtspiele ins Gesicht geschrieben. Das ist auch ein Auftrag an die Kandidierenden, an alle! Und es ist ein Auftrag an die dann Gewählten, wie immer sie dann auch heissen.

Pascale Bruderer auf Kurs in den Ständerat

Nun ist schon die zweite Umfrage erfreulich ausgefallen: Pascale Bruderer liegt bei den Ständeratswahlen im Aargau in Front: Alles deutet darauf hin, dass sie diesen Sitz machen kann. Es ist erfreulich, dass sich die spontane Art, der ausgewogene und korrekte Kommunikationsstil von Pascale Bruderer, der ihrem Programm höchste Glaubwürdigkeit verleiht, auszahlen.

Für einmal zählen in der Politik nicht Schlagworte und Provokationen, sondern Pascale zeigt, dass auch eine ruhige, zurückhaltende Art und ein bescheidenes Auftreten überzeugen können. Nachhaltiger als die schrillen Schlagworte. Dass Pascale Bruderer auch im Wahlkampf nicht klotzen muss und sich sogar ihre Kandelaber-Plakate in ihrer bescheideneren Grösse vom Feld positiv abheben passt vielelicht eben gerade zu ihr. Dass sie auch dazu stehen darf, dass ihr überfrachteter Wahlterminkalender zugunsten der fortgeschrittenen Schwangerschaft auch einmal etwas zurückgenommen werden muss, macht sie menschlich und sympathisch (auch wenn wir sie am 17. September gerne in Suhr begrüsst hätten).

Aber Achtung. Noch sind viele Wahlcouverts noch nicht einmal bei den Wählerinnen und Wähler. Gezählt werden nicht Umfragen, sondern Wahlzettel. Noch ist nicht 23. Oktober. Wir bleiben dran. Tragen Sie sich ein im Unterstützungskomitee, melden Sie verschmierte und heruntergerissene Plakate von Pascale (auch hier im Blog). Werben Sie im Bekannten- und Freundeskreis und vor allem nehmen Sie an den Wahlen teil.

Gemeindewahlen 2011: Wir gestalten Suhr

Suhr zählt beinahe 10’000 Einwohnerinnen und Einwohner. Die überschaubare, dörfliche Gemeinschaft ist am Verschwinden. Suhr entwickelt sich zu einer urbaneren Agglomerationsgemeinde. Zukunft Suhr setzt sich dafür ein, dass Suhr heute und in Zukunft mit dieser Realität umgehen lernt.

So heisst es auf der Homepage von Zukunft Suhr (www.zukunft-suhr.ch). Und genau hier liegt es: Die Wahlen in Suhr verlaufen seit einigen Jahren nicht mehr nach den klassischen Parteimustern. Links und rechts als Orientierung wird zwar von den Medien und auch von der breiten Öffentlichkeit noch immer als Richtschnur für politische Positionen verwendet, ist ja auch noch in vielen, v.a. polittischen Themen auf Bundesebene noch massgebend. In der lokalen Politik hat aber ein anderes Muster Platz gegriffen: Wichtig für die konkrete Arbeit in einer Gemeinde ist weniger die Orientierung auf dem links-rechts Skala als konkrete und pragmatische Ansätze zur Lösung von Sachfragen in die Einwohnerschaft direkt betreffenden Bereichen:

Hat es genügend Schulraum, wo und in welcher Qualität, genügt die Schulorganisation den heutigen Anforderungen, wird unseren Kindern etwas geboten. Ist die Abfallbeseitigung zweckmässig und praktisch, aber auch kostengünstig organisiert. Wie steht es mit den andern Dienstleistungen der Gemeinde. Gibt es eine Infrastruktur für das Einkaufen mindestens des täglichen Bedarfs, hat die Gemeinde dazu die richtigen raumplanerischen Grundlagen geschaffen. Wie ist die Verkehrssituation, sind unsere Kinder sicher auf der Strasse, was wird für den Durchgangsverkehr, was für den Langsamverkehr gemacht. Gibt es Arbeitsplätze und Wohnraum im Dorf. Haben wir organisatorisch und von der Infrastruktur eine für ältere Menschen gute Situation, wenn wir einmal Unterstützung brauchen.  Und letztlich ist der Finanzhaushalt der Gemeinde im Lot, erlaubt er die notwendigen Investitionen ohne die Steuern ungebührlich über das Mass ansteigen zu lassen, das im vergleichbaren Umfeld zu bezahlen ist. Das sind die Themen auf lokaler Ebene, ohne hier Vollständigkeit beanspruchen zu wollen.

Es ist doch offensichtlich, dass hier die links-rechts Muster nicht taugen! Was sollen dann die Wahlpropagandasprüche, die einer „klar bürgerlichen Politik“ zum Durchbruch verhelfen wollen? Welchem Durchbruch für wen und wie? Es sind doch Überbleibsel aus dem kalten Krieg, als noch Moskau hinter dem eisernen Vorhang mit der Welteroberung drohte und auch in der Schweiz zu Abwehrreflexen zwang. Dies ist alles seit mehr als zwei Jahrzehnten vorbei, und hat auch schon damals in der lokalen Politik kaum ernsthaft eine Rolle gespielt. Heute 2011 sind andere Kompetenzen gefragt: Wer kann im offenen Dialog mit der interessierten Bevölkerung dir Grundlagen schaffen für eine gute Bewältigung der Herausforderungen einer sich schnell wandelnden Gesellschaft. Globalisierung, Digitalisierung, aber auch Anonymisierung haben unsere kleine Welt stark verändert und verlangen andere Antworten. Zukunft Suhr hat nicht immer nur die richtigen Antworten, aber stellt zumindest die richtigen Fragen. Darum müssen wir die Kandidatinnen und Kandidaten von Zukunft Suhr wählen, nicht weil sie schöner, besser, gescheiter oder was auch immer sind, nur weil sie bereit sind, mit uns, mit Ihnen Antworten auf die richtigen Fragen zu finden.

Masseneinwanderung wo?

Natürlich ist es eine historische Tatsache, dass immer wenn man irgendwo Probleme hat oder glaubt zu haben, man Sündenböcke sucht dafür. Menschen neigen offenbar dazu, bei sorgen irgendwelcher Art Fremde verantwortlich zu machen für ihr Schiksal. Die SVP beackert das Thema denn auch seit Jahren geradezu fanatisch, andere Themen, mit denen so leicht Stimmen gefangen werden könnten, sind heute nicht in Sicht, wo in der Schweiz niemand ernsthaft an einen sofortigen EU-Beitritt denkt, solange die EU mit dem Euro vor sich her schlingert. Dann schlägt man halt weiterhin in die Ausländer-Kerbe.

Von Masseneinwanderung kann aber in der Schweiz nicht die Rede sein, auch wenn der lange gute Konjunkturverlauf in den letzten Jahren die Schweiz natürlich zu einem Einwanderungsland machte. Oder würden Sie in ein Land auswandern, dessen Wirtschaft am Boden liegt?

Und die Ausländer zeigen denn auch Leistung, das echo schrieb schon 2009 im Zusammenhang mit der Nichteinbürgerung junger Secondos in Suhr von den hervorragenden Leistungen der damaligen U17 an der Weltmeisterschaft (http://echosuhrerchopf.wordpress.com/2009/11/16/ein-zeichen-gesetzt/). Dass auch das A-Team unter der Regie des deutschen Hitzfeld nur noch einer oder zwei junge Fussballer hat, dessen Eltern schon Schweizerische Wurzeln hatten, wird jedem nach dem gestrigen EM-Qualifikationsspiel klar; Shaqiri ist da nur der momentan erfolgreichste. Und die Ausländer in der Schweiz leisten auch sonst ihren Teil, sei es auf dem Bau, in der Landwirtschaft und in vielen KMUs, immer mehr aber auch in den Schulstuben als Lehrpersonen, in den Spitälern von der Putzfrau bis zum Chefarzt und an den Hochschulen. Dass diese Leute auch Steuern zahlen und unsere Renten mitberappen, wird schnell vergessen, wenn man für verstopfte Züge und fehlende Wohnungen die Ausländer verantwortlich zu machen sucht. Die SVP weiss wohl selber, dass sie auf dem Holzweg ist, aber wenn halt Wahlen anstehen….

Ohne Personen aus dem Ausland geht in der Schweiz gar nichts mehr; tragen wir ihnen Sorge, heissen wir sie willkommen. Denn wenn sie nicht mehr einwandern, ist das ein untrügliches Indiz dafür, dass es uns in der Schweiz nicht mehr gutgeht. Und noch etwas, es sind ja gerade die Landwirte, die die polnischen und portugiesischen Landarbeiter rekrutieren, die KMUs die den Ausländerinnen und Ausländer Lehrstellen anbieten und sie beschäftigen, und damit oft mehr für deren Integration tun als andere, die nur davon sprechen     …aber wer wählt denn eigentlich SVP? und warum?

Gemeindeersatzwahlen 2011

Schon wieder, werden wahlmüde Einwohnerinnen und Einwohner fragen. Nun haben wir doch erst 2009 die Leute von Zukunft Suhr gewählt, und schon haben die wieder genug. Ja es ist tatsächlich so, dass es heute weniger eine Ehre ist und stolz macht, in einer Gemeindebehörde mitzuarbeiten. Vielmehr wird  man kritisiert, beleidigt, und abgenutzt. Bezahlt wird bescheiden, Dank und Anerkennung bleibt aus und oft bleibt nach überlangen Sitzungen nur der Frust, warum man sich das überhaupt antut. da ist die Abnutzung gross. Und dann ist es besser, sich wieder zurückzuziehen, als sich mit weniger Motivation an das Amt zu klammern. Den zurücktretenden, die über Jahre eine grosse Arbeit geleistet haben gebührt unser Dank: Danke Barbara Gloor Estermann, danke Heiner Kilchsperger und danke Doris Frey Müller für eure Arbeit in den Behörden von Suhr. Noch ist eure Amtszeit nicht  zu Ende, bleibt die wenigen Monate noch am Ball und helft mit, eure Nachfolgerinnen und Nachfolger zu wählen und sie gut in ihre Aufgaben einzuführen.

Ja, leider; das hohe Lied der Gemeindedemokratie und die Knochenarbeit der wenigen Engagierten stehen mehr denn je nicht mehr im richtigen Verhältnis.

Es ist daher erfreulich, dass sich mit Andrea Leuenberger für den Gemeinderat, Jürg Eichenberger und Daniel Gugger für die Schulpflege wieder drei neue Leute aus Zukunft Suhr bereit erklären, für diese Ämter zu kandidieren. Dass Marco Genoni als Gemeinderat auch bereit ist, sich als Vizegemeindepräsident wählen zu lassen. Dass sich nun auch Gegenkandidaten aus der FDP und der SVP anbieten und eine echte Auswahl ermöglichen, ist dabei ebenfalls nur positiv zu vermerken. Also, jammern wir nicht, dass wir am 23. Oktober neben den Namen für die National- und Ständeratswahlen auch noch vier Namen für die Gemeindewahlen zu notieren haben. Viel Aufwand gibt das nicht, die Arbeit machen dann die Gewählten. Schenken wir ihnen das Vertrauen.

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